Bemühungen um Griechenland-Rettung werden zur Nervenprobe
14.02.2012 | 22:42 Uhr 2012-02-14T22:42:00+0100
Luxemburg. Zur Nervenporbe werden die Bemühungen, Griechenland vor der Pleite zu retten: Da Athen die Bedingungen für ein zweites Hilfsprogramm bislang nicht erfüllt , ist ein für Mittwoch erwartetes Treffen der Eurogruppe abgesagt worden. Gruppenchef Juncker beruft lediglich eine Telefonkonferenz ein.
Die Bemühungen um eine Rettung Griechenlands vor der Pleite werden immer mehr zur Nervenprobe: Ein für Mittwoch erwartetes Treffen der Eurogruppe findet nicht statt. Da Athen die Bedingungen für ein zweites Hilfsprogramm bislang nicht erfüllt habe, berufe er lediglich eine Telefonkonferenz ein, erklärte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Dienstagabend. Das Land muss somit weiter vor dem Bankrott zittern.
Für Griechenland ist es ein harter Rückschlag, dass sich die Euro-Finanzminister nicht am Mittwoch treffen. Das hochverschuldete Land hatte bereits in der vergangenen Woche bei einer Zusammenkunft der Eurogruppe auf die Freigabe eines zweiten Hilfsprogramms mit Zahlungen in Höhe von 130 Milliarden Euro gehofft. Doch da stellten die Euro-Länder der Regierung in Athen einen Beschluss am Mittwoch in Aussicht, wenn drei weitere Bedingungen erfüllt werden.
Pläne für weitere Einsparungen in Höhe von 325 Millionen Euro
Davon hat Griechenland nach den Angaben Junckers bisher aber nur eine erfüllt: Eine Zustimmung des griechischen Parlaments zu weiteren Einsparungen, die am Sonntagabend erfolgte. Juncker zufolge machte die griechische Regierung aber bislang keinen Vorschlag, wie sie noch in diesem Jahr weitere 325 Millionen Euro einsparen will. „Darüber hinaus habe ich nicht die geforderten politischen Zusagen der Vorsitzenden der griechischen Koalitionsparteien für eine Umsetzung des Programms erhalten“, fügte er hinzu.
Aus dem griechischen Finanzministerium hieß es am Abend nach einer Kabinettssitzung, Pläne für die 325-Millionen-Euro-Einsparungen würden „in den kommenden Tagen“ vorgelegt. Laut griechischen Medien könnten Gehälter etwa in der Armee, bei Polizisten und Richtern um zehn Prozent gekürzt werden. Auch soll es Einsparungen bei den Budgets der Ministerien geben. Bezüglich der politischen Zusagen für eine Umsetzung des Sparprogramms hieß es im Finanzministerium, ein entsprechender Brief werde bereits am Mittwoch fertig sein.
Schuldenschnitt ist ebenfalls eine Voraussetzung für das neue Hilfspaket
Durch die Verpflichtung der Parteichefs wollen die Euro-Länder erreichen, dass die Vereinbarungen auch nach der für April geplanten Parlamentswahl eingehalten werden. Ein Beschluss über weitere Hilfen könnte am kommenden Montag fallen, wenn die Euro-Finanzminister zu einem lange geplanten Treffen in Brüssel zusammenkommen.
Zu den offenen Fragen gehört auch, ob Griechenlands private Gläubiger - Banken, Versicherungen und Investmentfonds - auf Forderungen in Höhe von 100 Milliarden Euro verzichten. Eine Einigung wurde bislang offiziell nicht verkündet. Der Schuldenschnitt ist ebenfalls eine Voraussetzung für das neue Hilfspaket. Ansonsten steht das Land im März vor der Pleite. EU-Währungskommissar Olli Rehn warnte am Dienstag erneut, eine Pleite hätte „zerstörerische Konsequenzen“ für Griechenland und Europa. (afp)

12:23
Der Bankrott ist längst da. Er wird nur verschleppt. Die einzige Chance ist der Austritt aus der EU und dem Euroraum. Die deutsche und EU-Politik haben total versagt und unnütz hunderte Miliiarden in ein Fass ohne Boden gesteckt. Diese Politiker müssten haftbar gemacht werden.
08:44
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
05:40
Griechenland hatte all die Milliarden einst als Kredit aufgenommen und nicht intelligent und nachhaltig investiert, sondern verprasst - Dies entbindet sie ja jetzt nicht plötzlich, die Kredite nicht mehr zurück zu zahlen. Deshalb tun die Nordeuropäer gut daran, Griechenland die Daumenschrauben anzulegen und dafür zu sorgen, dass Griechenland zahlt.
Wenn das Land jetzt einfach in die Pleite geht, dann ist das gesamte Geld weg... und zwar für die Gläubiger... diese Gläubiger sind wir! Wir als Steuerzahlter! Wir als Besitzer von Versicherungen! Wir als Kunden von Banken!
Der böse Kapitalmarkt ist ein Außerirdischer, sondern unser sauer verdientes Geld, welches wir versuchen gewinnbringend anzulegen. Uns haben die Banken Staatsanleihen als sichere Geldanlage verkauft. Wir wollten ordentlich Zinsen bei geringem Risiko.
Wenn jetzt Politiker so tun, als wären da Mafiosis am Werk, die den Plan hatten, Griechenland zu zerstören, so ist dies doch ein total schiefes Bild.
Die Griechen sollen zahlen! Jeden Cent! Dafür könnte man schon mal das Vermögen der griechischen Staatsbank nutzt.... und dann müssen Reformen erfolgen, so dass überhaupt jemand in dieses Land investiert... ohne Reformen kauft doch niemand die Staatsbetriebe auf. Das Geld wäre doch auch wie verbrannt.
Die Griechen stellen sich wie die Opfer dar, doch sie haben sich doch selber in diese Lage gebracht. Sie haben ihre unfähigen Politiker selber gewählt. Sie haben doch ohne effektive Finanzämter gut gelebt. Sie haben doch die überzogenen Löhne eingesteckt. Sie haben doch dieses Utopia-Rentensystem mitgemacht.
Nein - ich habe kein Mitleid mit diesem Land... Presst jeden Cent aus diesem Land... schnappt euch aber auch die griechischen Bonzen, die meinen in der Schweiz sei ihr Geld sicher.
01:30
Da muss ich leider zustimmen. Unsere Politiker wissen ziemlich genau, was sie tun. Und sie wissen ganz genau, wieviel sie davon dem Normalbürger preisgeben, nämlich nicht viel.
Was da in Griechenland jetzt passiert, nachdem die dortigen Milliardäre ihr Geld außer Landes gebracht haben, ist der Traum jedes neoliberalen Politikers. Da werden Kürzungen durchgesetzt, von denen eine Maggie Thatcher nur träumen konnte. Dazu kommen Privatisierungsforderungen, gegen die sich die Griechen zwar noch ein wenig sprerren, die aber mit ein wenig mehr Druck aus Brüssel irgendwann nciht mehr zu vermeiden sind.
Jeder der Beteiligten EU-Politiker weiß ja, dass man die Wirtschaft eines Landes nicht fördern kann, indem man Milliarden einspart. Es gibt kein Beispiel aus der Geschichte, wo so etwas funktioniert hätte. Das es trotzdem wider besseres Wissen weiter propagiert wird, sollte jeden alarmieren. Worauf läuft das ganze hinaus?
IcCh weiß es auch nicht, nur auf eine Rettung Griechenlands mit Sicherheit nicht.
00:48
Oh, ich glaube schon, daß unsere Politiker genau wissen, was sie zu zu tun haben. Jeder, der hier in dieser Republik zum Kanzler gewählt werden will, bekommt vorher eine genaue und präzise Indoktrination verpaßt. Dafür sorgen die transatlantischen Bündnisse, die Lobbyverbände, die parteipolitisch organisierten wirtschaftlichen Forschungsinstitute und Stiftungen und die von Springer, Gruner und Jahr kontrollierte gleichgeschaltete Presse.
Und was die Strategie Merkels betrifft: hier geht es nur darum, die deutsche Wirtschaft bis zur nächsten Wahl auf Kosten anderer EU-Länder am Laufen zu halten. Madame Merkel will ja wiedergewählt werden. So simpel ist das.
Gruß an kuba und Sempre
00:08
@Kuba
Die Sache ist wahrscheinlich ganz einfach zu erklären. Unsere Politiker sind Dilettanten, die wirklich nicht wissen, was sie tun.
Anders ist das doch gar nicht mehr zu erklären.
Die, die die Gipfel veranstalten, wissen doch gar nicht mehr was sie tun.
Frau Merkel ist übrigens eine Narzistin und Dilettantin.
23:45
Dem muß ich (in diesem Zusammenhang leider) zustimmen!
Ich frage mich nur welche Strategie dahinter steckt?
Wenn man Madame Kanzler Merkels schwäbisches Hausfrauen-Prinzip mit diesem Begriff überhaupt beehren kann!
Ein Fall Griechenlands ,der kann auch den Fall von Portugal .Spanien ,Irland ,Italien und dann sogar den Zusammenbruch von Frankreich zur Folge haben!
Welcher realwirtschaftliche Markt verbleibt dann für die deutsche Exportwirtschaft in europäischen Gefilden?
Wollen unsere angeblichen politisch -ökonomischen Eliten etwa wieder auf eine Regional - bzw. National-Währung umsteigen?
Mit Aufwertungs - Quoten von vielleicht 30 bis 40 Prozent?
An welchen Kunden in Europa wollen wir denn dann noch unsere Investitionsgüter absetzen??
Fragen über Fragen auf die die derzeitigen politisch - ökonomischen Zauberlehrlinge bis jetzt keine Antwort gegeben haben!
Gruß Plem!
23:07
Es wird immer offensichtlicher - die EU hat keinen Bock mehr auf Griechenland. Wieder und wieder werden neue Bedingungen gestellt, die dieses Land einfach nicht mehr erfüllen kann. Griechenland soll pleite gehen - das wird uns ja seit Tagen über Presse und Rundfunk ständig und mit immer größeren Nachdruck verkündet.
Griechenland hat nie eine Chance gehabt. Und so wird es auch anderen Euro-Ländern ergehen.