Behörde setzt Kirchenasyle unter Druck

Dortmund...  Für viele Kirchenasyle dürfte das das Aus bedeuten: Laut „Süddeutscher Zeitung“ sieht der deutsche Staat viele Flüchtlinge, die von Kirchengemeinden geschützt werden, fortan als „untergetaucht“ an – obwohl der Aufenthaltsort den Behörden bekannt ist. Das hat das in Dortmund ansässige Bundesamt für Migration, das Kirchenasyle bisher toleriert hatte, nun in einer Neubewertung der sogenannten „Dublin III-Flüchtlinge“ geregelt. Sie hat zur Folge, dass diese nicht mehr binnen sechs, sondern auch nach 18 Monaten noch ohne Prüfung in ein anderes EU-Land abgeschoben werden können. Damit müssen Gemeinden ihren Schützlingen künftig drei Mal solange Asyl gewähren, ehe eine unmittelbare Abschiebung abgewendet und Deutschland fürs weitere Aufenthaltsverfahren zuständig ist – das gilt als kaum machbar. Die ökumenische Arbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche kritisierte die Entscheidung. Die besondere Schutzwürdigkeit von Traumatisierten, Kranken oder Kindern werde nicht berücksichtigt. Die evangelische Kirche im Rheinland z. B. zählte 2014 allein etwa 30 Kirchenasyle.