Behinderte Heimkinder warten vergeblich auf Entschädigung

Bisher pochen die Länder darauf, dass der Bund die Kosten für Entschädigungen an behinderte Heimkinder tragen soll.
Bisher pochen die Länder darauf, dass der Bund die Kosten für Entschädigungen an behinderte Heimkinder tragen soll.
Was wir bereits wissen
Verbände sprechen von einem "fortwährenden Skandal": Misshandelte Heimkinder mit Behinderung warten bislang vergeblich auf eine Entschädigung.

Düsseldorf.. Misshandelte Heimkinder mit Behinderungen erhalten bisher keine Entschädigungen aus den bestehenden Opferfonds.

Missbrauch Der Landesvorsitzende des Verbandes Lebenshilfe NRW, Uwe Schummer, sprach von einem „fortwährenden Skandal, der beseitigt werden muss“. Schummer, Behindertenbeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, forderte die Bundesländer auf, ihre Blockade gegen eine Kostenbeteiligung an einem Entschädigungsfonds für behinderte Missbrauchsopfer aufzugeben. Bisher pochen die Länder darauf, dass der Bund die Kosten für Entschädigungen an behinderte Heimkinder tragen soll.

Kraft deutet Bereitschaft zu einer Lösung an

In einem Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte die Lebenshilfe die „Unterlassungssünde der Vergangenheit“ beklagt. Der Verband forderte, dass bei einer Regelung behinderte und nicht behinderte Heimkinder gleichgestellt würden. In einem persönlichen Gespräch hatte Kraft zuletzt die Bereitschaft zu einer Lösung angedeutet. In den anstehenden Haushaltsberatungen in NRW verlangte die Lebenshilfe nun klare Ansätze. Das Land als Heimaufsicht stehe in besonderer Verantwortung.

In zwei Opferfonds für misshandelte Heimkinder von den 50er Jahren an hatten Bund, Länder und Kirchen seit 2012 Gelder bereit gestellt. Für Missbrauchsopfer in Pflegeheimen, Psychiatrien und Stationen psychischer Kliniken sahen die Länder – mit Ausnahme von Bayern – aber den Bund in der Pflicht. Deshalb wurden 150 Anträge von behinderten Missbrauchsopfern auf Entschädigung bislang abgelehnt.