Begrüßungs-Codes

Jeder Ort hat seinen Begrüßungs-Code. Lautes „Guten Tag“ im Aufzug geht gar nicht. Das wäre ja wie eine Kontaktanzeige bei E-Darling: „Gut erhaltene Sie sucht vollbartlosen Nichtraucher mit Garten.“ Nein, beim gemeinsamen Rauf und Runter ist höchstens ein Muffeln angesagt. Oder: am besten gar nichts. Nehmen wir jetzt den Zug. Beim gemeinsamen Hin und Her läuft das genau anders herum: Da gehört ein lautes „Guten Tag“ zum guten Ton! Wer ins Abteil kommt und nuschelt, benimmt sich genauso daneben wie ein Mann, der sich in die Damensauna schleicht. Also: lautes Grüßen und am besten noch ein „Lassen Sie ruhig stehen“ (Taschen auf Sitzplätzen), das passt immer.

Manchmal kommt es natürlich auch beim Grüßen zu Missverständnissen. Ich brummelte neulich im Treppenhaus ein „Tach auch“ zurück, weil der Nachbar was von sich gab, was sich wie ein Gruß anhörte. Erst Sekunden später begriff ich: Das „Pffff-peff-ppp“ war nicht der Gruß, sondern ein Missgeschick. Hier wäre, siehe Aufzug, Schweigen der richtige Code gewesen.