Bedauern über Lammerts Abschied

Düsseldorf/Essen..  In der CDU haben ihn einige bereits als geeigneten Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt, doch der Bochumer Norbert Lammert hat offenbar andere Pläne.

Der Präsident des Deutschen Bundestages zieht sich aus der aktiven Politik zurück. Dreieinhalb Jahrzehnte hat Norbert Lammert als Abgeordneter im Deutschen Bundestag gewirkt, seit 2005 ist er Präsident dieses Parlaments. Am Montagabend teilte der 67-Jährige nun überraschend mit, 2017 sei Schluss. Er werde im kommenden Jahr nicht erneut für den Bundestag kandidieren. „Es ist nun Zeit für einen Wechsel“, schreibt Lammert. Er werde auch „nicht immer jünger“.

In NRW reagierten Parteikollegen mit Bedauern auf Lammerts Rückzug aus der Politik. CDU-Landeschef Armin Laschet nennt ihn eine der „herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Politik“. Er sei „weit über Parteigrenzen hinweg als Kämpfer für den Parlamentarismus und die Demokratie anerkannt“.

Souverän, unbequem, widerborstig

Norbert Lammert wurde 1948 in Bochum geboren. 1980 zog Lammert erstmals in den Bundestag ein. Als Parlamentarischer Staatssekretär war er ab 1989 im Bildungs-, Wirtschafts- und später im Verkehrsministerium des Bundes tätig. Lammert gilt als souverän, unbequem, unter Parteifreunden bisweilen auch als widerborstig. Seit 2005 hat sich der CDU-Politiker als Inhaber des protokollarisch zweithöchsten Amtes im Staate Anerkennung über Parteigrenzen hinweg verschafft.