"Nazi-Jägerin" Beate Klarsfeld will gegen Gauck antreten
22.02.2012 | 19:26 Uhr 2012-02-22T19:26:00+0100
Paris/Essen. Diese Szene vom CDU-Parteitag 1968 machte sie weltweit bekannt: Eine elegante junge Frau geht auf den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger zu und schlägt ihm ins Gesicht, weil er während des Dritten Reichs Mitglied der NSDAP war. Jetzt will "Nazi-Jägerin" Beate Klarsfeld Joachim Gauck herausfordern.
Die als „Nazi-Jägerin“ bekannt gewordene Beate Klarsfeld ist bereit, für die Linkspartei als Gegenkandidatin von Joachim Gauck bei der Bundespräsidentenwahl am 18. März anzutreten. „Es wäre eine Ehre für mich“, sagte sie der WAZ-Mediengruppe. Sie bestätigte damit Kontakte zur Linken. Die Linkspartei will heute entscheiden, ob sie einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt.
„Joachim Gauck steht für den Kampf um Menschenrechte in der DDR , und ich stehe für die Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen“, erklärte die in Paris lebende 73-Jährige. Eine mögliche Kandidatur begreife sie auch als eine Möglichkeit, um über ihr gesellschaftliches Engagement zu sprechen.
Beate Klarsfeld engagiert sich in der Organisation „Söhne und Töchter deportierter französischer Juden“. Sie ist in Frankreich seit 1963 mit dem Rechtsanwalt Serge Klarsfeld verheiratet, der seinen Vater in Auschwitz verloren hat. Beate Klarsfeld setzt sich außerdem für die Solidarität mit dem Staat Israel ein.
Ohrfeige für Kiesinger
Gegenüber der WAZ begrüßte Beate Klarsfeld eine mögliche Kandidatur für das Amt im Schloss Bellevue. Die ehemaligen Linke-Parteichefs Gregor Gysi und Oskar Lafontaine hatten sie schon einmal für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen. „Dass ich es nicht bekomme, liegt wohl an der Ohrfeige für Bundeskanzler Kiesinger“, mutmaßt sie.
Beate Klarsfeld war 1968 weltbekannt geworden , als sie den damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger (CDU) bei einem Parteitag auf offener Bühne für dessen frühere NSDAP-Mitgliedschaft ohrfeigte.
Eine Kandidatur seiner Frau hätte einen gewissen Reiz, sagte Serge Klarsfeld. Gegen den Kandidaten Gauck, der für die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit stehe, stünde mit seiner Frau eine Kandidatin, die für die Aufarbeitung der Nazi-Zeit stehe.
Für die Linken ist Gauck „auf keinen Fall wählbar“
Die Linke will am Donnerstag über die Nominierung eines eigenen Kandidaten entscheiden. Klar ist: Joachim Gauck ist auf „keinen Fall“ wählbar. So lautet der einhellige Kommentar der Linken-Chefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst zur Präsidentschaftskandidatur von Joachim Gauck. Doch eine Ablehnung allein bringt wenig Ansehen, also wollen die Linken womöglich mit der eigenen Kandidatin Beate Klarsfeld einen Kontrapunkt setzen: Die Nazi-Jägerin gegen den bereits gesetzten Stasi-Jäger.
Ernsthaft gefährlich kann sie Joachim Gauck nicht werden, dafür sind die austarierten Mehrheiten in der Bundesversammlung zu eindeutig. Immerhin bringt die Linkspartei aber eine respektable Kandidatin ins Gespräch. Schließlich wurde Beate Klarsfeld über Jahrzehnte hinweg niemals müde, unbehelligte Nazi-Täter zu verfolgen – auch auf die Gefahr hin, selbst in die Mühlen der Justiz zu geraten, und zwar nicht nur 1968, als sie so couragiert Kanzler Kiesinger attackierte: Zunächst rief sie im Bonner Bundestag: „Nazi, tritt zurück“ und wurde abgeführt, aber wieder frei gelassen. Während des CDU-Parteitags in Berlin am 7. November 1968 bestieg sie das Podium, ohrfeigte Kiesinger und rief: „Nazi, Nazi!“ Klarsfeld wurde am selben Tag zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
1969 gab sie immer noch nicht auf und trat zum Bundestagswahlkampf gegen Kiesinger an – als Direktkandidatin der Partei „Aktion Demokratischer Fortschritt“.
Versuchte Entführung
In den Folgejahren wiesen Klarsfeld und ihr Mann Serge mit detaillierten Dokumentationen auf unbehelligt lebende Nazi-Täter hin, zum Beispiel Alois Brunner, Klaus Barbie, Ernst Ehlers oder Kurt Asche.
1971 versuchte das Paar, Kurt Lischka aus Deutschland zu entführen, um ihn der Justiz in Paris auszuliefern. Lischka war für die Deportation von 76.000 Menschen aus Frankreich verantwortlichen. Beate Klarsfeld wurde für die Aktion zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, die Strafe wurde nach internationalen Protesten zur Bewährung ausgesetzt. Kriegsverbrecher Lischka blieb bis 1980 unbehelligt

16:53
entwickelte sich aus einem "darf man wie frau klarsfeld das recht in die eigene hände nehmen" und "ist eine wegen entführung vorbestrafte frau eine würdige kandidatin"
irgendwann kam ich dann mit dem einwand das "auch der hitler attentäter stauffenberg rein rechtlich einen mord(versuch) begangen hat und das eine solch tat durchaus auch in der heutigen zeit justiziabel sei"
ab diesem augenblick war die diskussion vorbei und es kam nur noch empörung....
wie könnte ich stauffenberg mit hitler auf eine stufe stellen ect. p.p.
als ich dann versuchte zu erklären das die motive und auch die absichten von stauffenberg durchaus fragwürdig gewesen seien und das der begriff "held" und "widerstandskämpfer" für jeden wirklichen widerstandskämpfer eine nachträgliche beleidigung darstellen würden war es ganz vorbei....
es gibt in den augen macher anscheinend "gute verbrechen" solange sie gegen "das böse(hitler(stauffenberg)),oder altnazis(klarsfeld))" gehen ist jedes mittel recht....
perfide....
16:40
Was haben letzten 40 Kommentare mit der BP Kandidatin zu tun?
00:21
Würden Sie mal auf den Punkt kommen, kämen Sie auch mit 1000 Zeichen aus. :-)
Sie haben einen entscheidenden Denkfehler.
Bei der Beurteilung der Nazi-Mitläufer berücksichtigen Sie die Situation im Dritten Reich als mildernde Umstände. Die darf man Ihrer Meinung nach nicht verurteilen.
Das Attentat dagegen beurteilen Sie aus der heutigen Sicht. Und weil Stauffenberg kein Demokrat im heutigen Sinne war, ist er schlecht.
Dass das Attentat ein Versuch war, das jahrelangen Morden von Menschen zu beenden, spielt bei Ihnen auch keine Rolle.
Es war Ausnahmezustand, Stauffenberg saß nicht gemütlich im Zimmer wie wir, wo man ja ach so schlaue Ratschläge geben kann, er war mittendrin.
Und es gab keine realistische Möglichkeit, den Naziterror ohen Gewalt zu beenden.
Und da sitzen Sie am PC und bezeichnen Stauffenberg als "armes Würstchen".
Immerhin dürften Sie diese Meinung ziemlich exklusiv haben.
18:46
hasse ich diese 1000 zeichen beschränkung...
also ..stauffenberg hat natürlich einen mord geplant,nur schlug dieser mordversuch fehl....
er schmuggelte eine bombe in die baracke und nahm damit willentlich in kauf das auch unschuldige verletzt wurden.....
also auch noch besondere heimtücke der tat....
dann entfernte er sich,also war er noch dazu zu feige selbst getötet zu werden....
schliesslich musste er nach eine erfolgreichen tat ja "deutschland dienen"
so ein armes würstchen zum helden zu ernennen ist nicht nur morallisch verwerflich diese tat stellt ihn in der tat auf eine stufe mit hitler.....
hätte er die traute gehabt in dem aktenkoffer eine pistole reinzuschmuggeln statt einer bombe und hitler persöhnlich eine kugel in den kopf zu jagen um anschliessend erschossen zu werden dann wäre er ein held gewesen.....
aber so? niemals....
18:39
ist die tötung bin ladens eine straftat denn dieser hätte vor einem internationalem gericht angeklagt gehört......
ich sagte doch bereits...AUSNAHMSLOS jede gewaltaktion dieser art gehört abgeurteilt.....
ich denke mal die tötung bin ladens hatte lediglich den grund das seine aussagen die usa in ein schlechtes licht gerückt hätten und das als motiv für einen mord zu rechtfertigen ist nunja.....
wir werden die wahren gründe für 9/11 und den tod bin ladens vermutlich erst in 60 jahren wenn die aktien freigegeben werden erfahren wenn überhaupt.....
und jetzt komme mir keiner mit verschwörungstheorien......
wer glaubt das alles was 9/11 sich EXAKT nach der offizieleln version zugetragen hat ist gradezu köstlich naiv...
aber zum thema zurück stauffenberg HAT einen nur geplant,nur schlug dieser fehl....
er hat eine bombe in die baracke geschmuggelt und hat somt willentlich in kauf genommen das auch unschuldige zu schaden kamen,also auch noch besondere heimtücke also schwere der tat
17:55
Es geht hier einzig um die Frage, ob das Motiv für eine wie auch immer geartete Straftat bei der Bestrafung oder auch der moralischen Bewertung eine Rolle spielt.
Das ist in unserem und jedem anderen Rechtsstaat so Usus.
Wenn Stauffenberg laut Poqwi auf der gleichen Stufe wie Hitler stehet, dann steht auch Obama auf der gleichen Stufe wie Osama, denn den hat er umbringen lassen.
Diese Diskussion ist nur noch absurd.
Und Leute wie apfelmann oder DKWF unterstellen mir die abartigsten Dinge, nur weil sie mich für einen Linken halten.
Wahrscheinlich werden Sie mir gleich vorwerfen, ich würde Obama und Osama auf eine Stufe stellen, weil Sie vermutlich auch diesen Beitrag wieder nicht verstehen wollen (können?)
16:10
Da Sie den Unterschied zwischen Notwehr und einem vorsätzlichen, geplanten Mord, nicht unterscheiden können, oder wollen, hat es keinen Sinn mit Ihnen zu diskutieren.
Schönen Tag noch und basteln Sie weiter an Ihren, für mich, etwas seltsamen, moralischen Vorstellungen.
15:54
Verdammt nochmal, geben Sie sich doch wenigstens die Mühe. meine Beiträge zu verstehen.
Wo habe ich den Polizisten und den Terroristen auf eine Stufe gestellt?
Ich schreibe hier die ganze Zeit, dass es eben doch einen Unterschied macht, warum ein Mensch einen anderen tötet, was Kollege Poqwi vehement abstreitet, der zum Beispiel Hitler-Attentäter Stauffenberg auf der geliche Stufe sieht wie Hitler selbst.
Darum geht es doch in der Diskussion.
Kann man eigentlich nicht erwarten, dass man wenigstens versucht, einen Beitrag zu verstehen, bevor man solche Unterstellungen loslässt?
14:54
Was die RAF damit zu tun hat, fragen Sie? Diese feige, bombende Bande nahm sich das moralische Recht, über die Freiheit und das Leben anderer, unschuldiger, Menschen zu bestimmen.
Ein Polizeibeamten der im Dienst, beschossen wurde, handelte in Notwehr.
Diesen Beamten, auf die gleiche moralische Stufe mit einem Terroristen zu stellen wollen, ist eine Frechheit.
Der Polizist hat, durch einen Schuss, sein Leben, welches ein gesuchter Verbrecher ihm nehmen wollte, geschützt.
13:00
Was hat jetzt die RAF damit zu tun?
Aber wenn wir schon mal bei dem Beispiel sind:
Stellen SIe den Polizisten, der damals einen Terroristen erschoss, auch auf dieselbe moralische Stufe wie den Terroristen?