Beamte wollen von möglichem Aus für Praxisgebühr profitieren
02.11.2012 | 09:19 Uhr 2012-11-02T09:19:49+0100
Frankfurt am Main. Falls die Praxisgebühr wegfallen sollte, wollen auch Beamte Entlastungen. Diese bekommen ihre Gesundheitskosten in der Regel zur Hälfte als staatliche Beihilfe ersetzt. Die Streichung der Gebühr würde für privat versicherte Beamte ein Finanzrisiko in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten.
Die Beamten fordern, bei einem Wegfall der Praxisgebühr ebenfalls eine Entlastung. "Sollte die Gebühr jetzt aus guten Gründen wieder abgeschafft werden, begrüßen wir das und fordern natürlich die zeit- und inhaltsgleiche Abschaffung der entsprechenden Abzüge bei der Beihilfe", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Klaus Dauderstädt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe).
Während auf Bundesebene über die Abschaffung der Praxisgebühr in der Regierungskoalition gestritten wird, will sich die nordrhein-westfälische Landesregierung über den Bundesrat für die Abschaffung stark machen. Die Gebühr habe laut Gesundheitsministerin Barbara Steffens verfehlt.
Er fügte hinzu: "Dann würde endlich der Unsinn gestoppt, dass die Beamten unter dem vermeintlichen Deckmantel der Gleichbehandlung die Haushalte ihrer Dienstherren mit Summen in Millionenhöhe subventionieren." Dauderstädt sagte weiter, nicht ein Cent der praxisgebührähnlichen Zahlungen der Beamten sei in die Stabilisierung der Krankenversicherungssysteme geflossen.
Falls sich Beamte behandeln lassen, wird staatliche Beihilfe gekürzt
Beamte bekommen ihre Gesundheitskosten in der Regel zur Hälfte als staatliche Beihilfe ersetzt, den Rest sichern sie sich meist privat ab. Seit 2004 wird ihnen die Beihilfe um zehn Euro pro Quartal gekürzt, falls sie sich bei einem Arzt oder Zahnarzt behandeln lassen.
Nach Angaben der Zeitung würde die Streichung der Gebühr für die mehr als vier Millionen privat versicherten Beamten, Soldaten, deren Ehegatten und Kinder für Bund, Länder und Gemeinden ein neues Finanzrisiko in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten. (dapd)

Die Koalitionsspitzen sind sich offenbar einig, dass die Praxisgebühr wieder abgeschafft wird. Sinnvoll oder nicht?

15:59
Gesetzlich Versicherte sollten froh sein, eine so einfache Abwicklung mit ihrer Krankenkasse zu haben. Karte zücken, Überweisungsschein hinlegen - fertig.
Als privatversicherter Beamter bekommt man für jede Leistung eine Rechnung vom Arzt, muss die bei seiner Krankenversicherung und beim Dienstherrn jeweils mit einem Antrag einreichen.
Da die Erstattung vom Dienstherrn teils Monate dauert, heißt es auch noch, beim Arzt in Vorlage zu treten. Und zwar aus dem Privatvermögen.
Man kann sich den Aufschrei von gesetzlich Versicherten vorstellen, wenn die auch 1-2 Monate mit teils tausenden Euro in Vorkasse treten müssen, weil ansonsten das Inkassobüro des Arztes anklopft.
Alternative: beim Arzt wie ein Penner um Zahlungsaufschub bitten, was aber nicht immer gewährt wird.
Die Beihilfe zieht die ersten eingereichten 150.- im Jahr als "Kostendämpfungspausachale" ab, da sind 40.- Praxisgebühr richtig human gegen.
Also mal schön die Klappe halten, liebe Schreihälse und Beamtenhasser.
Die Zahl 150,- stimmt nur in manchen Fällen. Die Pauschale ist gestaffelt nach den Besoldungsgruppen und kann sogar mehrere Hundert Euro betragen. Ein Mitglied meiner Familie, pensionierte Grundschullehrerin, zahlt 210 Euro Pauschale im Jahr. Die würde gerne mit der Praxisgebühr von 40 Euro tauschen!
14:41
"Seit 2004 wird ihnen die Beihilfe um zehn Euro pro Quartal gekürzt, falls sie sich bei einem Arzt oder Zahnarzt behandeln lassen."
Hääh, wie kommt der Autor denn auf diese Zahlen? Nur 40 Euro im Jahr soll den Beamten von ihrer Krankheitskostenerstattung abgezogen werden? Das stimmt hinten und vorn nicht.
Die Abzüge bei der Beihilfe reichen von 150 bis 750 Euro im Jahr auf denen ein aktiver Beamter sitzenbleibt, je nach seiner Besoldungsgruppe.
http://www.lbv.nrw.de/beihilfeberechtigte/kostendaempfung.php
Und danach ist auch das "neue Finanzrisiko in dreistelliger Millionenhöhe" berechnet. Nur davon das diese Abzüge, Kostendämpfungspauschale genannt, komplett wegfallen sollen, ist überhaupt nicht die Rede. Sondern nur von 10 Euro pro Quartal, wenn die Praxisgebühr wegfällt.
Einfach weil auch die Einschnitte bei der gesetzlichen Krankenversicherung 1:1 und darüber hinaus auf die Beamten-Beihilfe übertragen wurde...
13:52
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11:53
Unverschämt! Die Beamten genießen sowieso zu viele Vorteile, bis zur Pension. An den Besitzständer der Beamten muss auch gerüttelt werden. Rentner und Arbeitnehmer hat man schon jahrelang abgezockt.
Na, da hat ja jemand sein Thema gefunden... Wo wurden Sie denn gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen abgezockt?
11:43
Hier ist die FDP am Werk und betreibt Fusch,SPD und Grüne sollten gewarnt sein ! Das was die Kassen zuviel gespart haben, versuchen die Politker so wieder in die Hände von Ärzten und Pharamindustrie zu spüelen. jemand der ernsthaft zum Arzt muß, kann -wie ich auch mit Hartz IV für 10,- Euro drei Monate zum Arzt !! Der Gegeneffekt tritt ein. Menschen gehen aus langeweile zum Arzt,und lassen sich krank verschreiben mit Medikamenten.Der Arzt erhält Honorare von der Pharamindustrie,und der Versicherung.Effektiv werden die Deutschen so noch mehr platt gemacht,an der Geburtenrate tut sich hier nichts !!
Weil es die Praxisgebühr gibt, gehe ich öfter zum Arzt, wegen jeder Kleinigkeit, ich habe ja bezahlt!!!
11:32
Man bekommt den Eiruck die Beamten bekommen den Hals nicht voll. Wenn man schon einmal dabei ist, wann werden die Beamtenpensionen denn endlich an die Rentnverläuf der Arbeitnehmer angepasst und flle Vergünstigungen beim Autokauf und Versichungen mal weg?
Welche konkreten Vergünstigungen bei Versicherungen und Autokauf meinen Sie denn?
och tizian jetzt nicht die Leute für blöd halten
Stichwort KFZ-VERSICHERUNG
Das ist kein Beamtenprivileg, sondern ein Privileg aller Beschäftigten im öffentlichen Dienst!
@wkah:
Das hat nichts mit "für blöd" halten zu tun. Gehören Sie einer Gruppe an, deren Unfallverlauf z.B. für die Versicherung günstig ist, bekommen Sie einen Rabatt. Das ist längst nicht (mehr) auf Beamte beschränkt.
Das Zweite... Versicherungen, bitte Beispiele.
Dies Stammtischgeschwafel findet man hier durchgängig, aber wenn mal Fleisch an den Knochen soll, dann ist hier Ende im Gelände.... Ziemlich einfältig und lächerlich.
Alle Versicherungen und nicht nur die KFZ Versicherung haben einen Tarif für den öffentlichen Dienst oder sogar einen Spezialtarif für Beamte. Die Preisunterschiede sind teilweise erheblich ! Bei einer Rechtsschutzversicherung Normal Tarif 360,69€ öffentlicher Dienst 301,31€ Jeder sollte man seinen Versicherungsvertreter danach fragen ;-)
11:31
Und? SInd die Beamten auch bereit, auf ihre Privilegien als Privatpatienten zu verzichten?
Sind ja auch so riesig....
...und im Gegenzug im Alter dann 500 € und mehr zahlen dürfen für das "priavt"...
...liebend gerne also JA...
Hätte ich bei meinem Eintritt ins Beamtenleben mit 16 Jahren gewußt, auf was ich mich da in der privaten Versicherung eingelassen habe, wäre ich nie in die PKV gegangen.
Aber meine Eltern damals kannten halt auch nur die Stammtischparolen, Privat versichert ist super, was nicht unbedingt der Wahrheit entspricht. Sowohl PKV als auch GKV haben Vor- und Nachteile.
11:29
lasst uns mal über rentenkürzungen sprechen. werden die pensionen der beamten auch auf 43 % gekürzt??oder zahlen wieder nur die beitragszahler??
wir könnten gut auf 80% der verbeamtungen verzichten. die machen eh nur murks!!!
Arbeiten in Zeitlupe und bevormunden die Bürger.
Tja, so eine Nettorente (43%) lässt sich auch gut mit einer Bruttorente (max 72%) vergleichen, gelle.
Immer diese Neider!
10:14
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09:34
"Seit 2004 wird ihnen die Beihilfe um zehn Euro pro Quartal gekürzt, falls sie sich bei einem Arzt oder Zahnarzt behandeln lassen."
Wußte gar nicht, dass ein Abzug von 150 Euro jährlich umgerechnet 10 Euro pro Quartal sind. Vielleicht sollte ich mein mathematisches Wissen aufpolieren lassen.
Insbesondere auch deshalb, weil die 150 Euro schon dann abgezogen bekomme, wenn ich nur eine Behandlung im Jahr habe.
Allerdings glaube ich eher, dass hier mal wieder schlecht recherchiert wurde; wie immer wenn es um das Thema Beamte geht.