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Bankkunden in NRW verloren 14 Millionen

11.11.2008 | 21:55 Uhr

Düsseldorf. Bei der Verbraucherzentrale NRW stapeln sich die Beschwerden von Bankkunden über schlechte Beratung beim Kauf von Zertifikaten der pleitegegangenen US-Bank Lehman.

WR-Nachrichtendienste "Wir haben mittlerweile 630 Fälle mit einer Schadenssumme von fast 14 Millionen Euro dokumentiert", sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, gestern. Die Geschädigten seien überwiegend ältere Leute, denen die Papiere offensichtlich untergeschoben worden seien. Die Verbraucherzentrale bereite deshalb Strafanzeigen wegen Falschberatung vor.

Bei der Verbraucherzentrale hätten sich vor allem Kunden der Citibank und der Dresdner Bank gemeldet, sagte Müller. Auf die Citibank entfielen bislang 377 Fälle, auf die Dresdner Bank 122 Fälle. Über die Sparkassen in NRW seien dagegen bisher wenige Klagen gekommen. In der Regel gehe es um Anlagebeträge zwischen 5000 und 20 000 Euro, einzelne Kunden hätten aber auch für bis zu 80 000 Euro Lehman-Zertifikate gekauft.

Die Kunden hätten sich bei den Banken als sicherheitsbetonte Anleger eingestuft. Gleichwohl sei aber auf der Rückseite der Beratungsformulare ein Passus angekreuzt, wonach sie die Papiere entgegen dem Rat der Bank kaufen wollten. Deshalb sei eine Klage juristisch schwierig, sagte Müller. Aus Sicht von Müller sind zum besseren Schutz der Anleger vor allem drei Maßnahmen erforderlich. Über eine Beweislastumkehr müssten die Banken zeigen, dass sie richtig beraten haben. Die Verjährungsfrist müsse auf zehn Jahre verlängert werden. Nötig sei zudem eine klare Kennzeichnungen der Risiken eines Papiers.

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