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Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück

04.04.2013 | 17:58 Uhr
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
Die Cook-Inseln sind nicht nur für Urlauber ein Paradies, sondern auch für Steuerhinterzieher. Foto: dpa

Essen.  Rund 130 .000 Steuerhinterzieher auf aller Welt, die ihr Geld vor dem Staat verstecken, müssen zittern. Bislang geheime Daten aus einer anonymen Quelle bringen Licht in die Praktiken von zehn lukrativen Steuerparadiesen. Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Andreas Schmitz, hat eine Mitverantwortung der Banken zurückgewiesen.

2,5 Millionen Dokumente mit den Daten von 130.000 Steuerhinterziehern wurden Medien in 46 Ländern zugespielt. Wie Süddeutsche Zeitung und NDR berichten, soll das Da­tenpaket 2012 dem Internationalen Konsortium für investigative Journalisten zugespielt worden sein. Es belaste Oligarchen, Waffenhändler und Finanzjongleure.

Unter den mehreren hundert deutschen Steuerhinterziehern soll sich auch der 2011 verstorbene Playboy Gunter Sachs befinden. Den Angaben zufolge soll Sachs sein Vermögen, das zum Todeszeitpunkt auf fast 400 Millionen Euro geschätzt wurde, auf den Cook Inseln, in Panama, auf den Britischen Jungferninseln und in Luxemburg versteckt haben.

Wie viel Geld am jeweiligen Staat vorbeigeschleust in Steueroasen geparkt wird, ist offen. Allein deutsche Steuerflüchtlinge, schätzt die Deutsche Steuergewerkschaft, hätten 400 Milliarden Euro beiseite geschafft. Laut einer Studie sollen es im vergangenen Jahr weltweit 17 Billionen Euro gewesen sein. Den betroffenen Staaten entgingen dadurch jährlich Steuereinnahmen von mindestens 148 Milliarden Dollar, hat die in­ternationale Vereinigung Tax Justice Network ausgerechnet.

Staatsanwaltschaft Bochum sieht "wenig Neues"

Die Staatsanwaltschaften Bochum und Düsseldorf, die seit längerem Steuerflüchtlingen auf der Spur sind, reagierten auf die neuesten Datensätze gelassen. „An den angeblichen Enthüllungen ist wenig Neues“, sagte ein Sprecher in Bochum. Bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf hieß es: „Eine Briefkastenfirma zu haben, ist zunächst einmal nicht strafbar.“

Das Bundesfinanzministerium sprach sich dafür aus, dass die Dokumente den Finanzbehörden übermittelt werden. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjahns (SPD) kündigte an, die Daten „auf ihre Werthaltigkeit“ zu prüfen.

Bankenverbands-Präsident: "Kein Kavaliersdelikt"

„Steuerhinterziehung ist kein Kavaliers-, sondern ein kriminelles Delikt, das bestraft werden muss“, forderte Bankenverbands-Präsident Andreas Schmitz im Gespräch mit unserer Zeitung. Banken fehlten hoheitliche Befugnisse, die Steuerehrlichkeit ihrer Kunden zu überprüfen. „Es ist daher nicht richtig, die Banken hierfür an den Pranger zu stellen.“ Eine Mitverantwortung der Geldinstitute weist er zurück. "In erster Linie sind es Privatpersonen und Organisationen, die ihr Geld in den Steueroasen anlegen." Die europäischen Banken setzten seit mehreren Jahren auf eine "klare Weißgeld-Strategie". (mit dpa /afp)

Frank Meßing


Kommentare
05.04.2013
19:55
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von hercules150 | #11

Ja,nee die Banken mit ihrem Heiligenschein, der kleine Mann zahlt ja jegliche Zeche.
Und Schäuble und KO halten auch noch das Fähnchen der Unschuld über Steuersünder
die Reich genug sind das Sie ihre Steuern zahlen könnten.

05.04.2013
19:01
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von Herby52 | #10

Nun, es muss doch keiner Angst haben.
Die Zeitung schützt doch die eventuellen Täter.

05.04.2013
13:14
Märchenstunde
von altwissen | #9

"Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück"! Und morgen, liebe Kinder, erzähle ich Euch wieder eine neue Geschichte!

05.04.2013
12:03
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von ferdi23 | #8

Es isst doch so. Banken habe nie für ihr Handeln Verantwortung tragen müssen. Sie werden stets "gerettet". Sie kennen also Verantwortung oder auch nur Mitverantwortung schon als Begriff überhaupt nicht.

05.04.2013
11:14
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von piedro | #7

So So, die Banken weisen also jedwede Schuld von sich! Ich, und wahrscheinlich jeder logisch denke Mensch, sieht das aber vollkommen anders. Es sind Bänker die Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung schaffen, egal ob eine Schweizer Bank oder eine Deutsche Bank oder sonstige Banken. Alle verfolgen das Geschäftsmodell der Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Ich rede jetzt nich von illegalen Handlungen, das tun sicher die wenigsten Banken (aber auch diese gibt es). Geschaffen werden solchen Möglichkeiten von Korrupten und inkompetenten Politikern die Ihrer Klientel nach dem Munde reden. Das es solche Steuerabschreibungen gibt verdanken wie eben diesen Politikern. Das absolut traurige dann ist, daß diejenigen ehrlichen Steuerzahler, bzw. diejengen denen solche Geschäfsmodelle mangels Kapital nicht angeboten werden, die Unfähigkeit der Bankmanager mit den Steuergeldern der Ehrliche ausgeglichen müssen. Die Bank ist ja leider Systemrelevant!!!

05.04.2013
10:40
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von mansgruf | #6

Satire an-als ob deutsche Banken Filialen in Steueroasen hätten, oder gar Geldanlagen in solchen Steueroasen anbieten würden-Satire aus

05.04.2013
10:40
"Eine Mitverantwortung der Geldinstitute weist er zurück"
von graphos | #5

Im Kern die gleiche Argumentation wie die der Waffenhersteller.

05.04.2013
10:35
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von freischwimmer | #4

na klar die wussten noch nicht mal das Ihre Kunden Geld hatten.

05.04.2013
09:41
Wer soll diese Märchen noch glauben?
von bluesbower | #3

Steuerhinterzieher benötigen Helfershelfer: Anwälte und Banken. Wer aus diesen Kreisen seine Hände in Unschuld wäscht breibt Volksverdummung in fortgesetztem Stil.

1 Antwort
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von MisterB | #3-1

Die Volksverdummung funktioniert dochs schon Jahrzehnte (siehe Wahlergebnisse). Und die Medien helfen fleißig mit. Zum Beispiel dieser Artikel: Da werden Milliarden Beträge an den Steuern vorbeigeschmuggelt, Steuern die fehlen, Steuern die am Ende wieder auf den kleinen Steuerzahler abgewälzt werden, und das betrifft dann jeden Bundesbürger...


....und dieser Artikel schafft es hier im Westen nicht mal auf die Hauptseite. Da wird in den fünf wichtigsten Themen über die Abstiegsgefahr des VFL Bochum berichtet.

Hat alles System....

05.04.2013
09:00
Banken weisen Mitverantwortung für riesigen Steuerbetrug zurück
von liricherjung | #2

"Die europäischen Banken setzten seit mehreren Jahren auf eine "klare Weißgeld-Strategie"

aha, deswegen werden in Anlagegesprächen bei Banken und Sparkassen auch dezente Hinweise auf Möglichkeiten z.B. in Luxemburg gegeben, aber solche Gespräche haben dann später "nie stattgefunden"

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