Bambi Goreng und Bruce Lee

In letzter Zeit höre ich häufiger von der Islamisierung des Abendlandes. Blödsinn, es gibt einen ganz anderen Trend bei uns. Ich nenne ihn: die Chinaisierung.

Damit meine ich nicht die China-Restaurants. Die passen sich unserem Geschmack an, bei meinem Chinesen steht auf der Speisekarte längst Bambi-Goreng.

Vielmehr geht es darum, dass man in China nie alleine ist. Man steht allein an einem Baum, Sekunden später ist der Platz überfüllt. Es liegt daran, dass der Chinese glaubt, er könnte etwas verpassen. Also schnell hin.

Meine Muckibude ist wie China. 1000 Geräte, morgens um sieben, 999 sind frei, nur ich klemme in der Beinpresse. Zehn Sekunden später klemmt ein Fremder neben mir in der Presse. 998 andere Geräte bleiben frei.

Ich hasse das, aber der Chef der Muckibude sagt ­immer: „Man steht doch auch nicht gerne alleine an
der Theke.“ Ein Totschlagargument. Heute sagte er: „Im Kino war es furchtbar, drei Typen haben sich genau vor mich gesetzt.“ Hoch lebe die Chinaisierung! Hoffentlich war es auch noch ein Bruce-Lee-Film.