Bahn kapituliert vor Sturm Niklas

Hagen..  Wer heute mit der Bahn fahren will, sollte sich vorher vergewissern, dass der Zug auch fährt. Die DB hat den Betrieb am Dienstagabend teilweise wieder gestartet. Es bleibt ungewiss, ob sie heute nach Fahrplan fahren kann. „Für eine sichere Prognose ist es noch zu früh“, sagt ein Sprecher der Bahn in Düsseldorf. Die Schäden durch den Sturm Niklas hätten ähnliche Ausmaße wie nach Kyrill und Ela.

Am Dienstagvormittag hatte die Bahn um 11 Uhr den Nahverkehr in ganz NRW eingestellt. Regionalzüge und S-Bahnen fuhren in die nächsten Bahnhöfe ein und blieben dort stehen. Umgestürzte Bäume in Oberleitungen zwischen Bochum und Essen legten den Verkehr lahm. Privatbahnen wie Abellio fuhren nur auf einzelnen Strecken. Mit Verspätungen hielt Abellio den Verkehr zwischen Siegen, Hagen und Essen aufrecht.

Zehntausende Menschen strandeten an den Bahnhöfen und suchten neue Wege, ans Ziel zu kommen. Alternativen bot die Bahn nicht an. Bus-Ersatzverkehr gab es nicht. Allerdings öffnete sie die Züge des Fernverkehrs auch für Pendler. In Firmen organisierten die Menschen Fahrgemeinschaften, damit alle nach Hause kamen; andere zogen in Hotels oder übernachteten bei Kollegen.

An der Lennetalbrücke der A 45 bei Hagen stürzten zwei Arbeiter in die Tiefe, als der Sturm das Gerüst umriss, auf dem sie arbeiteten. Einer der beiden Männer erlitt schwere Verletzungen. Auf der Talbrücke Brunsbecke der Sauerlandlinie kippte der leere Anhänger eines Lastwagens um. Die Autobahn in Richtung Frankfurt war zwischen den Anschlussstellen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord fünf Stunden gesperrt. In Unna stürzte eine Kastanie auf einen Rollerfahrer und verletzte ihn schwer. Im Westerwald wurden zwei Männer von einem Baum im Auto erschlagen.

Probleme gab es im Flugverkehr. In Düsseldorf entschlossen sich einige Piloten beim Landeanflug angesichts der Windböen, durchzustarten und neu anzufliegen.