Bad Bank, dringend gesucht

Die Pleite-Städte an der Ruhr haben bislang mitnichten Millionen ihrer Steuerzahler bei törichten Spekulationsgeschäften mit dem Schweizer Franken verloren. Sagt jemand, der es von Amts wegen wissen muss. Verluste werden nämlich in den Bilanzen erst dann sichtbar, wenn der Verlustbringer nicht mehr da, also verkauft ist. Sagt NRW-Innenminister Ralf Jäger.

Wer also jetzt noch für 100 Euro gekaufte Telekom-Aktien aus der Hoch-Zeit des neuen Markts im Depot hat, die seit Jahren auf 15 Euro dümpeln – laut den Jäger-Nomics kein Problem. Einfach nicht verkaufen, dann ist der Verlust nicht real – genau wie bei den Krediten, die in Franken zurückgezahlt werden müssen. Logisch: Kann doch nur eine Frage der Zeit sein, bis wieder jeder mit der Telekom telefoniert. Oder bis die Schweiz zusammen- oder zumindest in ihre käsigen Kantone auseinander- und der Franken wieder einbricht. Dann werden die Revier-Kämmerer die wieder billigen Kredite lässig mit der linken Hand ablösen. Schön wäre, wenn es bis dahin eine Bad Bank für wertloses Gerede gebe.(