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Autobahn-Brücken in NRW stark beschädigt

01.04.2011 | 17:30 Uhr
Autobahn-Brücken in NRW stark beschädigt
Foto: ap

Essen.  Nordrhein-Westfalens Autobahnbrücken weisen weit stärkere Beschädigungen auf als erwartet. 300 Bauwerke an Autobahnen und Bundesstraßen müssen „sehr kurzfristig“ saniert, verstärkt, teils auch abgerissen und neu gebaut werden. Die Landesregierung denkt notfalls daran, Spuren für Lkw zu sperren oder Mindestabstände für die Schwerlaster vorzuschreiben.

Nordrhein-Westfalens Autobahnbrücken weisen weit stärkere Beschädigungen auf als erwartet. 300 Bauwerke an Autobahnen und Bundesstraßen müssen „sehr kurzfristig“ saniert, verstärkt, teils auch abgerissen und neu gebaut werden. Die Landesregierung denkt notfalls daran, Spuren für Lkw zu sperren oder Mindestabstände für die Schwerlaster vorzuschreiben.

Eine „sehr systematische“ Überprüfung des Fernstraßennetzes durch den Landesbetrieb straßen.nrw habe den Sanierungsbedarf ergeben, sagte NRW-Verkehrsstaatssekretär Horst Becker (Grüne) der WAZ. „Dafür brauchen wir in den nächsten zehn Jahren 3,5 Milliarden Euro. Diese Kosten rollen auf den Bund zu“. Es gebe konstruktive Finanzierungsgespräche mit Berlin. Diese würden „ein Kraftakt“, weil der Bundeshaushalt heute nur einen geringen Beitrag für Brückensanierungen vorsehe. Später könnten noch mehr Aufwendungen nötig sein: 700 weitere Brücken aus den 60er und 70er Jahren seien zu sanieren, „eine gigantische Aufgabe“.

Akute Sicherheitsrisiken für Autofahrer sieht Becker nicht. „Alle Brücken werden regelmäßig überprüft. Würden Risiken auftreten, würden wir sofort sperren“, sagte er. Bei der Untersuchung durch straßen.nrw hat sich herausgestellt, dass die Lebensdauer der Bauwerke durch „die ungebremste Zunahme des Lkw-Verkehrs“ und die Vielzahl der Schwertransporte verkürzt wird. Becker wandte sich gegen die Zulassung von „Gigalinern“ – das sind Lkw, die länger als 25 Meter sind.

NRW, ergab der Check, hat mit den höchsten Sanierungsbedarf aller Länder. Besonders lange Brücken haben Schäden. Sanierungsstaus gibt es vor allem entlang der Sauerlandlinie, im westlichen Revier, von Dortmund nach Köln (A1/A46), aber auch auf der A 4 Köln-Olpe. Die A 45 wird bereits heute nicht mehr für anspruchsvolle Schwertransporte freigegeben.

Das nordrhein-westfälische Autobahnnetz ist alt. „Die Brücken der 60er-Jahre waren nie für den heutigen Verkehr gedacht“, sagen die straßen.nrw-Ingenieure. Sie warnen: Bei Staus auf Autobahnen könnten sich an manchen Stellen durchaus „kritische Ansammlungen von Schwerlastfahrzeugen ergeben“.

Dietmar Seher



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