"Außenminister" Westerwelle muss noch Englisch lernen
29.09.2009 | 12:27 Uhr 2009-09-29T12:27:00+0200
Berlin. Im dritten Anlauf ist FDP-Chef Guido Westerwelle auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen. Auch wenn er sich bedeckt hält: Er wird wohl neuer Außenminister. Allerdings scheint es mit seinem Englisch zu hapern. Auf eine englische Frage wollte Westerwelle partout eine deutsche Antwort geben.
Am Tag danach kann der Kanzlerin-Macher noch immer vor Glückseligkeit kaum laufen; auch wenn er sich schon mal in der getragenen Pose des künftigen Staatsmannes versucht.
Erster Akt: Deutschland, sagt Guido Westerwelle, soll im Laufe der kommenden vier Jahre frei von amerikanischen Atomwaffen werden. Vorher muss er noch Außenminister werden. Und Barack Obama überzeugen.
Von einem Außenminister Westerwelle ist kein Kurswechsel in Dauerstreitthemen wie Afghanistan, Israel, Iran oder Europa zu erwarten. Auch hier muss der Neue an Angela Merkels Seite erst Alltagsluft schnuppern. Und lernen. Als ein Redakteur des Londoner Senders BBC ihn gestern um eine Antwort in Englisch bat, lehnte Westerwelle verdruckst höflich ab. Da fängt einer klein an. Getreu seiner Losung nach dem Wahlerfolg der FDP. „Wir freuen uns, aber wir heben nicht ab."
Hier geht's zum Youtube-Video: Westerwelle: In Deutschland spricht man deutsch!
Westerwelle als demütiger Volksvertreter
Man muss seinen politischen Lebenslauf mitdenken, um das Triumphgefühl zu ermessen, das den 47-Jährigen am Sonntagabend erfasst haben muss. Und das er auch gestern so aufwändig unter der Fassade des demütigen Volksvertreters zu verbergen suchte.
Seit seiner Wahl zum Generalsekretär der Liberalen unter Klaus Kinkel 1994 hat der gelernte Rechtsanwalt als Projektionsfläche für so ziemlich alle unschönen Klischees gedient, die Politik zu bieten hat. Jungliberalen-Schnösel zu Kohlschen Zeiten. Dampfplaudernder Spaßpolitiker, der sich nicht zu blöd war, Wahlkampf im „Big Brother"-Fernsehzirkus zu machen. Außenminister im Ewig-Wartestand, der schrillen Anspruch (Schuhsohlen-Projekt 18 Prozent . . .) und triste Wirklichkeit (Finanzschieber Möllemann nebst Folgen . . .) nicht in Deckung bringen konnte.
Als Möllemann 2003 seinem Leben per Fallschirmsprung ein Ende setzte, war auch Westerwelle, der nach der Trennung der Eltern mit drei Brüdern beim Vater in Bonn aufwuchs, dem Boden nahe. Erst 2006, als der leidenschaftliche Sammler frischer Gegenwartskunst – von Tim Eitel bis Norbert Bisky – Wolfgang Gerhardt als Vorsitzenden der Bundestagsfraktion ablöste, schlug das Pendel um.
Mit der FDP ging es steil bergauf
Seither ging es mit der FDP immer steiler bergauf. Und Westerwelle modellierte sich zum ernsthaften Außensachverständigen, reiste nach Moskau und anderswo, ging bei Ziehvater und Alt-Außenminister Hans-Dietrich Genscher in die diplomatische Lehre, feilte an seinem Englisch, hielt Grundsatzreden vor der ehrwürdigen Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und warf in Hintergrundgesprächen zuweilen die Frage auf, ob seine offen praktizierte homosexuelle Orientierung womöglich dereinst diplomatische Kabale auslösen würde, etwa in muslimischen Ländern.
Am Sonntagabend hat Guido Westerwelle, nunmehr im achten Jahr am Führungsrad einer Partei, die seit 2001 in 60 von 67 Wahlen teils beträchtlich zulegen konnte, seinen persönlichen 8000er erklommen: 14,6 Prozent! Die neidisch-bärbeißige CSU mit ihrem Vorsitzenden Seehofer deklassiert! Feste Größe im Koalitionsboot mit der Union!
Denker und Lenker einer mit 93 Abgeordneten rekordträchtig großen Fraktion! Designierter Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier im Auswärtigen Amt!
Beim dritten Anlauf auf dem Höhepunkt seiner Macht
Westerwelles Pokerstil – alles unbeirrt auf eine Karte zu setzen: Angela Merkel – ist aufgegangen. Eine Strategie, die Respekt abnötigt, musste sich der lange als kühler Allesalleinentscheider geltende Jurist doch manche Spitze aus den eigenen Reihen gefallen lassen. „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibts einen, der alles regelt – und das bin ich", hatte er mal büttenrednerhaft getönt. Was wäre wohl geschehen, wenn Westerwelle auch beim dritten Anlauf als Spitzenkandidat nach 2002 und 2005 für die FDP wieder nur die Oppositionsbank errungen hätte? Perdu!
Ab heute wartet auf den zum Teamspieler gereiften Partei- und Fraktionschef, der seinen Bonner Direktwahlkreis mit 19 Prozent der Erststimmen verfehlte, ein delikates Balance-Spiel. Die FDP steht bei ihren Wählern nicht nur mit dem Versprechen von opulenten Nachlässen und der Stärkung von Bürgerrechten im Wort. Ein Schlüsselsatz, an dem man ihn messen wird, lautet: „Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem nicht ein neues, faires Steuersystem verankert ist." Ein Thema, das mit der Union so nicht oder nicht so bald zu haben sein wird. „Erwartungs-Management nach innen", sagen Vertraute, wird darum zunächst die wichtigste Aufgabe des Vorsitzenden sein.

20:21
Anybody: Köstlich, Dein Kommentar!!!! Ich zitiere:
Mit der Stimmlage eines Quietschentchens ausgestattet und der Diplomatie eines Mops
Wunderbar, mehr davon, ich liebe Guido-Bashing.Er glaubt wirklich, wir könnten Vollbeschäftigug haben, wären nur all die Arbeitslosen nicht zu faul?
Armer armer Guido....er lebt im Container, ach..der Realitätsverlust. nein, Dumm-Demagogie für Hirnverbrannte, die nichts hinter Gardinen wahrnehmen-ab in die Schwarzwaldklinik, schickt sie bei den Wahlen zu Professor Brinkmann, Deutschlan kurieren, haha!
Landet Guido auch bald im Dschungelcamp, mit stolz geschwellter Brust? Oh je, peinlich, peinlich, er merkt nichts mehr. Und kräht dort: 30 Prozent.Unser toll moderner Aussenminister..Deutschland sucht den Superminister, haha! Schicke Krawattensammlung auf Reisen, unser neuer Anzugträger. bei null Inhalten und zackiger Worthülsen-Phrasendrescherei. Kleiner Kerl ganz gross und peinlich.
20:11
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20:03
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03:42
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01:40
ja ich entscheide mich doch nun für den guido. ich glaube, hier ist immer noch überwachung,l sonst hätte ich schneller geantwortet
01:19
Hat er_.kant eigentlich schon seinen monatlichen Scheck von den FDEPPEN bekommen?
Dieser ExBig_Brother-Container-Besucher und C_Prominentenhinterherläufer und Spassmobilbesítzer mit der Stimmlage eines Quietescheentechen und mit der Diplomatie eines
Mops ausgestattet, wird sicherlich das Bild des hässlichen Deutschen in dem Bild, des blöden Deutschen umwandel, das hat doch auch was.
Und er_kant,sie wissen doch,meine Rechtschreibefehler sind die ihren,sie wissen was ich meine.
00:07
so ein Aussenminister geht einfach nicht
04:06
Wie gut, dass hier so viele Experten sind...
Bei Pressekonferenzen, bei denen es auch um internationale Fragen geht, ist es durchaus üblich, dass Fragen auch auf englisch gestellt werden. Zum Beispiel auch von einem spanischen Reporter in Georgien.
Das hat nichts mit der deutschen Vergangenheit zu tun, sondern damit, dass Englisch global die internationale Sprache wurde.
In diesem Fall ist es sogar noch leicht anders gelagert, der Reporter fragt an, ob es möglich wäre, die Frage in englisch zu stellen und bittet Herrn Westerwelle in ebenso zu antworten.
Das hat nichts mit fehlenden Dolmetschern oder sprachlicher Kompetenz zu tun, sondern hätte der BBC erlaubt den Beitrag absolut authentisch auszustrahlen, - ohne dass Feinheiten in einer Übersetzung verfälscht werden könnten.
Es gibt genug Beispiele, wo Politiker anderer Nationen von deutschen Anstalten auf deutsch interviewt wurden, - genau aus dem selben Grund. Wieso soll man das auch nicht nutzen, wenn man davon ausgeht, dass der Befragte die Sprache beherrscht?
Westerwelles Antwort ist mehr als harsch, - und daher mache ich mir Sorge um die zukünftige deutsche Aussenpolitik.
Auf die Ablehnung der Bitte antwortet die BBC sofort -in perfektem Deutsch-, dass sie die Frage dann eben übersetzen werden. Und, was ist verwerflich daran, nachzufragen, ob es geht?
00:25
Wie, der will jetzt Außenmnister werden? Ich hatte wohl seine außenpolitischen Ambitionen in seinem Wahlkampfpaket übersehen... Ich dachte, er würde sich jetzt für Steuergerechtigkeit und Bürgerrechte einsetzen? Naja... Wer hoch steigt, kann auch tief fallen... nicht vergessen!
20:55
#92 von Unholy, #93 von dasKollektiv, ? sind wir nun in Deutschland oder England? Wenn in Deutschland nicht mehr deutsch als Amtssprache ist, was denn dann?
Kann mich nur wiederholen, in Deutschland sind auch englische Reporter nur Gäste. Wenn die kein deutsch sprechen, dann spreche ich denen jegliche Fähigkeiten ab einen sachlichen Bericht abzugeben. Unsere deutsche Sprache hat so viele Facten in der Ausdrucksweise, die man auch nutzen soll. Westerwelle hat das schon richtig gemacht. Wer was anderes sagt, der kann ja auswandern. In fast allen Ländern der Welt, muss ich die Landessprache beherrschen, wenn ich dort leben und arbeiten möchte. Ansonsten, zurück nach Old Germany...