Ausbildung: Lage „leicht verbessert“

Berlin..  Mit einem 1,3 Milliarden Euro umfassenden Förderprogramm für den Berufseinstieg will die Bundesregierung der betrieblichen Ausbildung in Deutschland auf die Sprünge helfen. Der gestern im Kabinett verabschiedete Berufsbildungsbericht 2015 zeigt den Handlungsbedarf ebenso auf wie die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Demnach ging die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vorjahr abermals zurück – je nach Berechnung auf gut 518 000 oder 522 000 (-1,4 Prozent).

Zugleich wurde mit 37 100 unbesetzten betrieblichen Lehrstellen im vorigen Ausbildungsjahr (1. Oktober 2013 bis 30. September 2014) ein Höchststand erreicht, während die Zahl unversorgter Bewerber leicht auf 20 900 sank, wie Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) in Berlin berichtete. Daraus ergebe sich „eine leicht verbesserte Lage auf dem Ausbildungsmarkt“. Rechnerisch standen 100 ausbildungswilligen Jugendlichen 103 Lehrstellenangebote gegenüber. Mit 7,4 Prozent habe Deutschland die mit Abstand niedrigste Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich mit anderen EU-Staaten.

Probleme beim Übergang

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) räumte ein, es gebe „trotz demografischen Wandels weiterhin Probleme beim Übergang von der Schule in den Beruf“. Hauptschüler hätten immer noch oft keine Chance auf eine Lehrstelle. Deshalb biete die Regierung mit ihren Programmen auch kleineren Betrieben ein Coaching für den Umgang mit solchen Bewerbern an. Ende 2014 hatte die Bundesregierung mit Ländern, Wirtschaft, Gewerkschaften und Bundesagentur für Arbeit die „Allianz für Aus- und Weiterbildung 2015-2018“ geschlossen.