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Aufstieg durch Ausbildung

09.01.2008 | 22:07 Uhr

Bundesregierung beschließt Qualifikationsinitiative. Programm kostet in den nächsten Jahren eine halbe Milliarde Euro. Zuschüsse an Betriebe für 100 000 zusätzliche Lehrstellen

Berlin. Die Bundesregierung will mit einer nationalen Qualifikationsinitiative die Aufstiegschancen von Jugendlichen und Facharbeitern verbessern. "Aufstieg durch Bildung" heißt das am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedete Programm. Rund eine halbe Milliarde Euro will der Bund in den nächsten Jahren dafür ausgeben.

"Am Ende der Legislaturperiode ist kein Jugendlicher mehr ohne Perspektive", versicherte Bildungsministerin Annette Schavan. Das ist auch das Kernstück des Programms. Mit Zuschüssen sollen 100 000 junge Leute, die bislang keine Ausbildung absolvieren konnten, arbeitslos sind oder in der Warteschleife hängen, reguläre Lehrstellen erhalten. Je nach Vergütung in den einzelnen Berufen erhalten die Arbeitgeber einen Bonus von bis zu 6 000 Euro, wenn sie so genannte Altbewerber ausbilden.

Mit der Initiative will die Bundesregierung der besonders hohen Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen zuleibe rücken. Jeder Zwölfte verlässt die Schule ohne Abschluss. 15 Prozent der unter 29-Jährigen sind entweder arbeitslos oder ungelernt. Das zweite große Ziel der Initiative ist die Verbesserung der Aufstiegschancen von Facharbeitern. Laut Schavan klagen bereits heute 30 Prozent der Unternehmen, dass ihnen die Besetzung freier Stellen schwerfällt. Besonders guten Facharbeitern oder Lehrlingen wird der Zugang zum Studium künftig erleichtert. Wer eine berufliche Ausbildung mit hervorragenden Ergebnissen abschließt, kann auf ein Stipendium in Höhe der Bafög-Förderung hoffen. Außerdem soll das Meister-Bafög erhöht und auf zusätzliche Empfängerkreise ausgeweitet werden.

Schnell und einfacher soll künftig auch der Zugang zu den Hochschulen gelingen. Ein um zehn Prozent erhöhtes Bafög sowie eine bessere Vermittlung von Studienplätzen durch die zentrale Vergabestelle (ZVS) sollen für mehr Studenten sorgen. Die Werbetrommel soll vor allem für die so genannten MINT-Fächer gerührt werden, also Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften. Dafür ist es höchste Zeit. Bis 2014 werden nach Expertenschätzung in Deutschland bis zu einer halben Million Akademiker und Akademikerinnen fehlen.

Bildung soll schon früh im Leben Chancen auf eine berufliche Entwicklung schaffen. Für die Kinder im Alter von unter sechs Jahren will die Bundesregierung bessere Angebote schaffen. Zusammen mit dem Familienministerium plant Schavan eine Fortbildungsinitiative für die Erzieherinnen und Erzieher. 80 000 Pädagogen sollen in den nächsten Jahren weitergebildet werden, um ihrerseits wiederum die Betreuung der Kinder zu verbessern.

Von Wolfgang Mulke

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