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Terror

Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan

04.10.2009 | 21:05 Uhr
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan

Kabul. Acht US-Soldaten und mehrere afghanische Sicherheitskräfte wurde bei einem Angriff auf zwei Stützpunkte in Nordafghanistan getötet. Mit Schusswaffen und Granaten attackierten rund 300 Kämpfer die militärischen Posten. NATO-Generalsekretär Rasmussen fordert Strategiewechsel in Afghanistan.

Kabul (AP) Hunderte Aufständische haben im Osten Afghanistans zwei von einheimischen und amerikanischen Soldaten besetzte Stützpunkte überfallen und eines der schwersten Gefechte seit Beginn des internationalen Einsatzes ausgelöst. Acht US-Soldaten und mehrere afghanische Sicherheitskräfte wurden nach NATO-Angaben vom Sonntag bei den Kämpfen in der Provinz Nuristan, nahe der Grenze zu Pakistan, getötet.

Heftige Kämpfe in Afghanistan zwischen US-Soldaten und Aufständischen. (Foto: ap)

Etwa 300 mit Schusswaffen und Granaten bewaffnete Kämpfer hätten am Samstag im Morgengrauen von zwei Seiten aus zunächst den afghanischen Stützpunkt am Fuß eines Bergs angegriffen, sagte der Polizeichef von Nuristan, Mohammad Kasim Dschangulbagh. Danach attackierten sie den Posten am Gipfel, der von US-Truppen gesichert wurde. An dem Angriff waren nach NATO-Angaben verschiedene Stammesmilizen, Taliban-Kämpfer und dem Al-Kaida-Sympathisanten Siradschudin Hakkani nahe stehende Kämpfer beteiligt. Auch Extremisten, die aus dem pakistanischen Swat-Tal vertrieben wurden, seien dabei gewesen, erklärten die afghanischen Behörden.

Die US-Luftwaffe griff mehrfach mit Luftschlägen in die Kämpfe ein. In einer Erklärung der US-Streitkräfte hieß es, der Angriff sei zurückgeschlagen worden, dem Gegner seien schwere Verluste zugefügt worden.

Die Angreifer nahmen nach afghanischen Angaben auch mehr als 20 einheimische Sicherheitskräfte gefangen, darunter den örtlichen Polizeichef und seinen Stellvertreter. Über ihr Schicksal werde ein Rat entscheiden, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Die Nordostprovinzen Nuristan und Kunar gelten als Hochburg der Terrororganisation Al Kaida.

Obamas Sicherheitsberater sieht keine Rückkehr der Taliban

Der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, geht dennoch nicht davon aus, dass die Taliban Afghanistan unter ihre Kontrolle bringen. «Ich sehe keine Rückkehr der Taliban», sagte er in Fernsehinterviews am Sonntag. «Afghanistan ist nicht unmittelbar gefährdet, zu fallen.» Auch die Präsenz Al Kaidas gehe zurück. Jones verwies weiter auf die jüngste pakistanische Offensive gegen Extremisten in der Grenzregion. Die afghanische Regierung von Präsident Hamid Karsai rief er auf, mit wirtschaftlichen Fortschritten zu punkten und dem Volk Hoffnung zu geben. US-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal hat im Gegensatz zu Jones vor einem Vormarsch der Taliban gewarnt und weitere Truppen gefordert.

Anschlag in Kundus

Auf einem Markt in der Nordprovinz Kundus kamen am Samstag drei Menschen bei einem Bombenanschlag ums Leben. Der auf einem Motorrad platzierte Sprengsatz wurde ferngezündet. Kundus ist Haupteinsatzgebiet der in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten. In der ebenfalls im Norden gelegenen Provinz Balch fuhr ein finnischer Militärkonvoi auf eine Straßenbombe. Vier Soldaten wurden verletzt.

NATO-Generalsekretär fordert Strategiewechsel in Afghanistan

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat einen Strategiewechsel für den Einsatz in Afghanistan gefordert. Der neue Ansatz müsse die einheimische Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen, sagte Rasmussen am Sonntag im britischen Fernsehsender Sky News. Außerdem müsse sich die NATO stärker auf die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte konzentrieren. Ziel sei eine 130.000 Mann starke afghanische Armee sowie eine Polizeitruppe im Umfang von 80.000 Mann, sagte Rasmussen. Dafür seien rund 17.000 Ausbilder nötig.

Rasmussen wollte sich nicht darauf festlegen, wie viele zusätzliche NATO-Soldaten in Afghanistan gebraucht würden. «Ich denke, wir müssen mehr tun, aber es ist noch zu früh um genau zu sagen, wieviel», sagte der frühere dänische Ministerpräsident. Auch zu einem konkreten Zeitplan für einen Abzug der internationalen Truppen vom Hindukusch wollte sich der NATO-Generalsekretär nicht äußern.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, sieht in der gestiegenen Gewalt in Afghanistan nicht die Gefahr einer Rückkehr der Taliban an die Macht. «Afghanistan steht nicht vor dem Scheitern», sagte James dem Nachrichtensender CNN. Beim blutigsten Angriff der Taliban seit mehr als einem Jahr wurden am Sonntag acht US-Soldaten und zwei afghanische Sicherheitskräfte getötet.

Vermehrt Rufe nach Truppenaufstockung in Afghanistan

Angesichts des Vormarsches der aufständischen Taliban in Afghanistan mehren sich die Rufe nach einer Aufstockung der internationalen Truppen. Der britische Generalstabschef David Richards schloss sich am Wochenende einer entsprechenden Forderung des ISAF-Oberkommandierenden Stanley McChrystal an. Beim blutigsten Angriff der Taliban seit mehr als einem Jahr wurden acht US-Soldaten und zwei afghanische Sicherheitskräfte getötet.

Sollte es der NATO nicht gelingen, das Land zu stabilisieren, sei das Risiko für den Westen «enorm», sagte Generalstabschef Richards der britischen Zeitung «Sunday Telegraph». Ein Sieg über die internationalen Truppen in Afghanistan würde radikalislamische Aufständische in der Region und auf der ganzen Welt «mitreißen». Schon allein wegen der pakistanischen Atombomben sei das Nachbarland für sie ein «verlockendes Ziel», erklärte Richards. Dies sei ein «schreckenerregender Ausblick». Eine Truppenaufstockung könne der NATO helfen, den «psychologischen Kampf» zu gewinnen. Zuvor hatte bereits McChrystal als Oberkommandierender der US-Truppen in Afghanistan und der NATO-Truppe ISAF vor einer Niederlage gewarnt, sollten nicht rasch mehr Truppen entsandt werden.

Die zusätzlichen Truppen würden nach Angaben eines US-Militärvertreters vor allem im Norden und Westen des Landes zum Einsatz kommen. «Dort haben wir die wenigsten Truppen», sagte der Militärvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Norden und Westen Afghanistans galt bis Anfang dieses Jahres als verhältnismäßig ruhig, vor den Präsidentenwahlen im August nahmen die Angriffe von radikalislamischen Aufständischen jedoch im ganzen Land zu. In Nordafghanistan ist auch das Einsatzgebiet der Bundeswehr. (ap/afp)

DerWesten

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Kommentare
05.10.2009
12:31
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von gesehenundreagiert | #14

Die NATO ist unfähig, diesen Krieg zu gewinnen. Auch Merkel und Jung. Der Krieg ist längst verloren und kostet nur Geld, was wir nicht mehr haben. Wer nimmt am Ende die Verantwortlichen in die Pflicht?

05.10.2009
11:14
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von Alter Afghane | #13

Na hoffentlich wurden keine Zivilisten bi den Luftangriffen getötet!

05.10.2009
09:41
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von imaz | #12

# 6 Lichtbringer
Man kann wirklich nur hoffen, dass auch ihnen
mal die Erleuchtung kommt, dass dieser Krieg
nicht zu gewinnen ist.
Mit 2 oder 3 M Gs reinhalten, sie haben wohl nur
Rambo als Information gesehen. Was in einem
echten Krieg passiert, wissen sie wohl nicht.
Gegen Kämpfer, die in der Bevölkerung schwim-
men, kann man nicht gewinnen.
Die Taliban, oder wer auch immer, sitzen am längeren Hebel. Die trocknen die Invasoren aus.
Je länger der Krieg, je höher die Verluste der Be-
satzer, je höher die Kosten, desto mehr schwin-
det die Zustimmung zu diesem Krieg.
An diesem Land haben sich bisher alle Eroberer
die Zähne ausgebissen, zuletzt die Russen.
Es wird wohl so kommen wie in Vietnam:
Der letzte Amerikaner flüchtet vom Dach der Bot-
schaft mit dem Hubschrauber, die US Fahne in
der Hand.

05.10.2009
09:23
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von Max_Mustermann | #11

@Lichtbringer:
Richtig Krieg führen? Sie sind einer derjenigen, die als Kinder zu viele Bruce Willis Filme gesehen hat, oder?!

@ Die, die raus aus Afganistan rufen:
Ich glaub ihr hab keine Ahnung von den Auswirkungen, die es mit sich ziehen würde, wenn die ISAF Afganistan verlassen würde. Ich bin von meiner Grundhaltung eher pazifitisch eingestellt, aber dort jetzt die Sachen zu packen, würde eine Katastrophe gleichkommen.
Achja und mal ganz nüchtern betrachtet ist der Ausdruck Aufständische eigendlich auch korrekt.

05.10.2009
08:18
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von nie88 | #10

Find ich TOLL AUFSTÄNDISCHE GREIFEN FREMDE TRUPPEN IM EIGENEN LAND AN....ÄH war die ROTE ARMEE als sie die Wehrmacht aus der SU verjagten auch AUFSTÄNDISCHE....

05.10.2009
00:54
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von ojeojeoje | #9

Raus da, Mauer drumrumbauen und fertig!

04.10.2009
22:41
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von Lichtbringer | #8

Der Krieg ist verloren, weil die Nato sich nicht traut zu schießen!
Rund 300 Aufständische (toller, neuer Ausdruck für Islamisten!) sollten ja wohl kein Problem sein! 2-3 MGs reinhalten und dann sollte Ruhe sein!
Also endweder man führt vernünftig Krieg, oder man lässt es bleiben! Diesen Quatsch den die da jetzt machen können die sich sparen!

04.10.2009
22:36
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

04.10.2009
22:28
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von Gandhii | #6

Für mich sind die Aufständischen Freiheitskämpfer !
Die Amis können nicht der ganzen Welt ihr System aufzwängen. Wer Haß sät wird den Tod ernten !

04.10.2009
21:58
Aufständische überfallen Stützpunkte in Afghanistan
von dasKollektiv | #5

«Ich denke, wir müssen mehr tun, aber es ist noch zu früh um genau zu sagen, wieviel»!

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ist doch nur noch eine Nullnummer mehr. Raus aus Afghanistan!

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