Aufklärung braucht Zeit

Auch am Tag danach ist nichts wie vorher. Natürlich nicht, denn das Unfassbare, das in den französischen Alpen geschehen ist, kann man einfach nicht begreifen. Menschen, die jäh aus dem Leben gerissen wurden und das entsetzliche Leid ihrer Familien und Freunde, dieser Schmerz lähmt. Und immer wieder die Frage: Wie konnte dies passieren? Was ist an Bord der Germanwings-Maschine geschehen? Die Hinterbliebenen wollen Antworten. Auch um das Unerträgliche vielleicht irgendwann einmal verarbeiten zu können.

Bislang spricht eigentlich nichts für einen Terror-Anschlag auf den Airbus – bis auf die Tatsache, dass sich die Experten den Absturz überhaupt nicht erklären können. Dem Rätsel auf die Spur könnte die Auswertung des sogenannten Voice-Recorders und des Flugdatenschreibers kommen. Da hieß es gestern: Wir sind noch nicht soweit. Und auch wenn jedwede Ungeduld verständlich ist - diese Zeit muss man den Spezialisten lassen. Sollte es ein technisches Versagen gegeben haben, muss dies lückenlos nachgewiesen werden. Auch um die Luffahrt, die trotz der Tragödie der sicherste Verkehrsweg auf der Welt ist, zu schützen. Millionen Menschen fliegen täglich, sie müssen Vertrauen haben können, auch nach solchen Katastrophen.

Jetzt sind unsere Gedanken bei den Opfern und den Trauernden, beinahe stündlich erfahren wir, wie unbarmherzig das Schicksal sein kann. Das wir dies akzeptieren müssen, tut weh.