Atommüll-Endlagerung könnte sich bis zum Jahr 2170 ziehen

So einfach wird es nicht gehen: Blick in das Endlager für schwach radioaktiven Müll in Morsleben.
So einfach wird es nicht gehen: Blick in das Endlager für schwach radioaktiven Müll in Morsleben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Experten erwarten, dass sich die Suche nach einem Endlager in Deutschland erheblich verzögert - um Jahrzehnte oder mehr als das.

Berlin.. Die bundesweite Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll und dessen Bau könnten sich nach Ansicht von Experten um Jahrzehnte verzögern und deshalb deutlich teurer werden. Eine Arbeitsgruppe der Endlager-Suchkommission sagt nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" in einem jetzt vorgelegten Papier voraus, dass das Projekt möglicherweise erst Mitte des nächsten Jahrhunderts abgeschlossen sein werde.

Atomausstieg Demnach erwarten die Experten das Einbringen des letzten Atommüll-Behälters erst "zwischen 2075 und 2130" und den "Zustand eines verschlossenen Endlagerbergwerks ... zwischen 2095 und 2170 oder später". Der Kommissionsvorsitzende Michael Müller (SPD) sagte der Zeitung, die Kosten dafür könnten deshalb in den nächsten Jahrzehnten auf 50 bis 70 Milliarden Euro ansteigen.

Die 33-köpfige Kommission aus Politikern, Fachleuten und Vertretern der Zivilgesellschaft hatte im Mai 2014 die Arbeit aufgenommen. Sie soll bis 2016 die Kriterien der Suche erarbeiten. Bis 2031 soll ein Endlager gefunden sein. Grund sind die Zweifel an dem seit 1977 als einzige Option im Fokus stehenden Salzstock Gorleben. (dpa)