Athen hält an Volksabstimmung fest

Athen..  Vier Tage vor der Volksabstimmung über die Spar- und Reformvorschläge der Geldgeber hat Ministerpräsident Alexis Tsipras bekräftigt: Der Urnengang findet statt. Tsipras dementierte Berichte, die Regierung werde das Referendum in letzter Minute absetzen.

In einer TV-Ansprache warb der Premier gestern erneut für ein Nein und erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen die Partner und Geldgeber des Landes: Als Reaktion auf die Ankündigung der Volksabstimmung hätten die Gläubiger die Schließung der griechischen Banken erzwungen. „Nachdem sie uns nicht erpressen konnten, versuchen sie nun, jeden einzelnen Bürger zu erpressen“, sagte Tsipras. In seinem Kabinett gibt es aber zunehmende Meinungsverschiedenheiten, welchen Kurs Athen ge­genüber den Gläubigern steuern soll.

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat Tsipras dazu aufgefordert, fällige Kredite an Gläubiger zurückzuzahlen. Das habe die griechische Regierung bei der Verlängerung des damaligen Hilfsprogramms am 20. Februar zugesagt. Der Niederländer teilte dem griechischen Regierungschef außerdem mit, dessen Antrag auf einem 29-Milliarden-Euro-Kredit vom Eurorettungsschirm ESM werde erst nach dem Referendum an diesem Sonntag bearbeitet.