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Assange ruft USA zu Ende von "Hexenjagd" gegen Wikileaks auf

19.08.2012 | 17:35 Uhr
Foto: /AP/Sang Tan

Erstmals seit seiner spektakulären Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London vor zwei Monaten hat sich Wikileaks-Gründer Julian Assange wieder aus seinem Versteck gewagt.

London (dapd). Erstmals seit seiner spektakulären Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London vor zwei Monaten hat sich Wikileaks-Gründer Julian Assange wieder aus seinem Versteck gewagt. Angesichts der britischen Drohung, ihn beim Verlassen der Botschaft zu verhaften, zeigte sich der 41-Jährige jedoch lediglich auf dem Balkon des Gebäudes. Von dort aus rief er die USA auf, "ihre Hexenjagd" gegen Wikileaks zu beenden.

"Ich bitte Präsident (Barack) Obama, das Richtige zu tun. Die Vereinigten Staaten müssen ihre Hexenjagd gegen Wikileaks einstellen", las Assange seine schriftliche Erklärung vor. "Die Vereinigten Staaten müssen zusichern, dass sie unsere Mitarbeiter oder unsere Unterstützer nicht zu verfolgen versuchen."

Zu den Vorwürfen sexueller Übergriffe, weswegen er nach Schweden überstellt werden soll, äußerte Assange sich nicht. Seine Anhänger fürchten, dass Schweden den Wikileaks-Gründer schließlich an die USA ausliefern könnte und ihm dort wegen Geheimnisverrats im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe drohen würde. Assange zog 2010 den Zorn der US-Regierung auf sich, als seine Enthüllungsplattform Hunderttausende geheime Dokumente über den Krieg im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlichte.

Britischen Medienberichten zufolge soll Assange im Streit über seine Auslieferung kompromissbereit sein. Die BBC berichtete am Sonntag unter Berufung auf die "Sunday Times", Assange sei bereit, die ecuadorianische Botschaft zu verlassen, wenn ihm vonseiten der schwedischen Regierung garantiert werde, dass er von dort aus nicht weiter in die USA abgeschoben werde.

Parallelen zu "Pussy Riot"

Mit Blick auf das weltweit kritisierte Urteil gegen die russische Punk-Band "Pussy Riot" versuchte Assange, Parallelen zu seinem Fall zu ziehen. "Es gibt Zusammenhalt bei der Unterdrückung", sagte er. "Es muss auch absoluten Zusammenhalt und Entschlossenheit bei der Antwort geben."

Assange erinnerte auch an den inhaftierten Wikileaks-Informanten Bradley Manning und forderte die USA auf, ihn freizulassen. Zugleich erklärte er: "Wenn Bradley Manning wirklich getan hat, was ihm vorgeworfen wird, dann ist er ein Held, ein Vorbild für uns alle und einer politischer Gefangener der ersten Reihe." Manning ist angeklagt, hunderttausende geheime Dokumente an Wikileaks weitergegeben zu haben.

Dank an Ecuador

Beim ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa bedankte sich Assange für den "Mut, den er gezeigt hat". Ecuador hat Assange am Donnerstag politisches Asyl gewährt, Großbritannien lehnt freies Geleit jedoch ab. Der Australier Assange hält sich seit dem 19. Juni in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um sich einer Auslieferung nach Schweden zu entziehen.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

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