Assad spricht erstmals von einem Krieg in Syrien

Bei Kämpfen in Syrien sollen in dieser Woche bisher  900 Menschen ums Leben gekommen sein.
Bei Kämpfen in Syrien sollen in dieser Woche bisher 900 Menschen ums Leben gekommen sein.
Foto: AP
Was wir bereits wissen
Die Lage in Syrien verschärft sich. In der blutigsten Woche des Aufstandes sollen 900 Menschen ums Leben gekommen sein. Mittlerweile hat auch Machthaber Assad erklärt, dass sich das Land im Krieg befindet.

Kairo.. Die Gewalt in Syrien eskaliert. „Wir befinden uns im Zustand des Krieges“, erklärte erstmals auch Präsident Bashar al-Assad in einer Rede vor seinem neu ernannten Kabinett. Gleichzeitig beschwor er die versammelten Minister, alle politischen Möglichkeiten und Kapazitäten müssten nun genutzt werden, um den Sieg zu erringen.

Menschenrechtler sprechen derweil mit bisher 900 Toten von der blutigsten Woche seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime im März 2011. Neben der Rebellenhochburg Homs griffen syrische Streitkräfte in den letzten Tagen vor allem die im Osten gelegene Stadt Deir ez-Zor mit Hubschraubern, Panzern und Geschützen an.

Hunderte Bewohner seien bei dem Bombardement getötet oder verletzt worden, erklärte der Syrische Nationalrat (SNC). Ganze Wohnviertel seien zerstört, viele Menschen ohne Obdach. Im Gegenzug erschossen die Rebellen am Mittwoch in einer Ortschaft nahe Damaskus bei einem Überfall auf einen privaten Satellitensender drei Journalisten und vier Wachleute. Die Sendeanstalt unterstützt das Baath-Regime.

Annan plant neue Konferenz

Der ehemalige UN-Generalsekretär Annan gab am Mittwoch bekannt, dass am nächsten Samstag in Genf eine Syrien-Konferenz auf Ministerebene stattfinden wird. Streit gibt es zwischen den USA und Russland vor allem um eine mögliche Teilnahme des Iran, der das Assad-Regime in dessen mörderischem Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung von Anfang an unterstützt hat.

Washington verlangt darüber hinaus, dass sich das internationale Treffen vorrangig mit einer sofortigen Machtübergabe von Bashar al-Assad beschäftigt, was Moskau jedoch ablehnt.