Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Syrien

Assad spricht erstmals von einem Krieg in Syrien

27.06.2012 | 16:27 Uhr
Bei Kämpfen in Syrien sollen in dieser Woche bisher 900 Menschen ums Leben gekommen sein.Foto: ap

Kairo.   Die Lage in Syrien verschärft sich. In der blutigsten Woche des Aufstandes sollen 900 Menschen ums Leben gekommen sein. Mittlerweile hat auch Machthaber Assad erklärt, dass sich das Land im Krieg befindet.

Die Gewalt in Syrien eskaliert. „Wir befinden uns im Zustand des Krieges“, erklärte erstmals auch Präsident Bashar al-Assad in einer Rede vor seinem neu ernannten Kabinett. Gleichzeitig beschwor er die versammelten Minister, alle politischen Möglichkeiten und Kapazitäten müssten nun genutzt werden, um den Sieg zu erringen.

Menschenrechtler sprechen derweil mit bisher 900 Toten von der blutigsten Woche seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime im März 2011. Neben der Rebellenhochburg Homs griffen syrische Streitkräfte in den letzten Tagen vor allem die im Osten gelegene Stadt Deir ez-Zor mit Hubschraubern, Panzern und Geschützen an.

Video
Damaskus, 27.06.12: Der international isolierte syrische Präsident Assad verschärft den Ton. In einer Rede vor seinem Kabinett sprach er erstmals davon, dass sich das Land im Krieg befinde. Der Aufstand müsse mit aller Kraft niedergeschlagen werden.

Hunderte Bewohner seien bei dem Bombardement getötet oder verletzt worden, erklärte der Syrische Nationalrat (SNC). Ganze Wohnviertel seien zerstört, viele Menschen ohne Obdach. Im Gegenzug erschossen die Rebellen am Mittwoch in einer Ortschaft nahe Damaskus bei einem Überfall auf einen privaten Satellitensender drei Journalisten und vier Wachleute. Die Sendeanstalt unterstützt das Baath-Regime.

Annan plant neue Konferenz

Der ehemalige UN-Generalsekretär Annan gab am Mittwoch bekannt, dass am nächsten Samstag in Genf eine Syrien-Konferenz auf Ministerebene stattfinden wird. Streit gibt es zwischen den USA und Russland vor allem um eine mögliche Teilnahme des Iran, der das Assad-Regime in dessen mörderischem Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung von Anfang an unterstützt hat.

Washington verlangt darüber hinaus, dass sich das internationale Treffen vorrangig mit einer sofortigen Machtübergabe von Bashar al-Assad beschäftigt, was Moskau jedoch ablehnt.

Martin Gehlen



Kommentare
27.06.2012
18:42
Assad spricht erstmals von einem Krieg in Syrien
von b.scheuert | #2

Und die Israelis lachen sich wie immer ins Fäustchen. Kommt die Menschheit irgendwann auf den Trichter, daß man auch ohne Krieg leben kann? Ich glaube nicht. Macht und Geld lassen zu viele über Leichen gehen, unfaßbar.

1 Antwort
Assad spricht erstmals von einem Krieg in Syrien
von Biker72 | #2-1

nee das wird sich niemals ändern. Die gefährlichsten Menschen sind mit die, die die Macht haben. Manchmal würd ich am liebsten alles abschalten und mein Leben angenehm auf einer schönen kleinen Insel verbringen.

27.06.2012
16:36
Assad spricht erstmals von einem Krieg in Syrien
von Pit01 | #1

Solange Assad von Russland und China gestützt wird, geht der "Krieg" gegen das eigene Volk wohl weiter. Der Mann ist irre.

2 Antworten
Assad spricht erstmals von einem Krieg in Syrien
von DKWF12 | #1-1

Die durch ein offensichtliches friedliches Wohngebiet rennenden Kalaschnikowträger, (siehe Bildhintergrund, Ansammlung um den Motorradfahrer) sehen nicht nach Soldaten aus.

Woher haben diese Leute die Waffen?

Assad spricht erstmals von einem Krieg in Syrien
von Imaz | #1-2

DKWF12
Fragen Sie mal Herrn Gehlen, der weiß Bescheid.
Im Libyenkrieg waren es die gleichen Bilder. Herr Gehlen wusste, dass das
"desertierte" Soldaten wären. Einige Tage später erzählte er, jetzt hätten die
"Deserteure" sogar Uniformen, "gespendet" aus Katar. Nur dumm, dass die
"Deserteure" sich für das Schweizer Fernsehen, auf modernen Panzern sitzend,
ablichten ließen. Auf Fragen sagten sie, dass sie reguläre Soldaten aus Katar
sind dessen Armee zu 95% aus Söldnern besteht. Die haben Gaddafis Truppen,
nachdem die von der NATO zerbombt wurden, besiegt.
Übrigens, die Vermarktungrechte für das libysche Öl wurde von den "Siegern" an
Katar vergeben. Die Waffen der Putschisten in Syrien kommen u.A. aus Katar.
Die "Deserteure" werden wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Aus dem Ressort
Rechnungshof geißelt Chaos bei Umsetzung der Energiewende
Umweltpolitik
Dass das Mammut-Projekt Energiewende nicht rund läuft, hat nach Ansicht des Bundesrechnungshofes gute Gründe: Es herrschte lange Zeit Organisations-Wirrwarr in der Regierung, heißt es in einem Prüfbericht. Und die EU droht Deutschland eine Klage an, weil zu wenig Energie eingespart wird.
Hamas gibt Tod dreier Top-Kommandeure in Gaza bekannt
Politik
Die Anführer des militärischen Arms der islamistischen Organisation sind nach deren Angaben bei Angriffen der israelischen Liftwaffe auf Gaza ums Leben gekommen. Nach dem Ende der Waffenruhe eskaliert der Krieg erneut.
Lammert mahnt Bundestagsmandat für Waffenlieferungen an
Irak
Die Bundesregierung will den Kampf der Kurden gegen die IS-Terroristen im Nordirak mit Waffen unterstützen. Aber braucht es dazu ein Bundestagsmandat? Bundestagspräsident Norbert Lammert jedenfalls wünscht sich eine Beteiligung des Parlaments. Rechtlich ist ist das aber wohl nicht nötig.
Tod von Michael Brown beschäftigt US-Geschworenenjury
Krawalle
Nur schleppend verschiebt sich der Fall Michael Brown von der Straße in die Räume der Staatsanwaltschaft. US-Justizminister Holder zeigt Gesicht. Doch ob der Todesschütze angeklagt wird, bleibt offen. In Ferguson scheint sich die Lage erst einmal etwas zu beruhigen.
Drohung an Obama - Islamisten enthaupten US-Journalisten
Irak
Islamistische Terroristen haben im Irak den US-Reporter James Foley enthauptet. Mit einem Video der brutalen Hinrichtung des 40-Jährigen warnen die IS-Milizen die USA, sich nicht in die Kämpfe in Syrien und im Irak einzumischen. 20 weitere internationale Journalisten gelten als vermisst.
Umfrage
In Hagen und Berlin gab es am Dienstag Ebola-Verdachtsfälle. Beide bestätigten sich nicht. Fürchten Sie sich trotzdem vor der Krankheit?

In Hagen und Berlin gab es am Dienstag Ebola-Verdachtsfälle. Beide bestätigten sich nicht. Fürchten Sie sich trotzdem vor der Krankheit?