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Assad sieht im Syrien-Konflikt ausländische Mächte am Werk

01.08.2012 | 13:21 Uhr
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Foto: /SANA/Anonymous

Präsident Baschar Assad sieht im Syrien-Konflikt ausländische Mächte am Werk. Diese Feinde setzten setzen "interne Agenten" zur Untergrabung der Stabilität des Landes ein, sagte Assad in einer öffentlichen Stellungnahme.

Beirut (dapd). Präsident Baschar Assad sieht im Syrien-Konflikt ausländische Mächte am Werk. Diese Feinde setzten setzen "interne Agenten" zur Untergrabung der Stabilität des Landes ein, sagte Assad in einer öffentlichen Stellungnahme. Die Streitkräfte seien "der Schild des Heimatlandes" zur Abwehr von Komplotten krimineller und terroristischer Banden, sagte Assad am Mittwoch, dem 67. Jahrestag der Gründung des Heeres.

Das Volk betrachte das Heer als Quelle des Stolzes und Verteidiger gerechter Ziele. Assads Rede wurde von der amtlichen Nachrichtenagentur SANA veröffentlicht, aber nicht im Staatsfernsehen ausgestrahlt. Seit Beginn der Kämpfe in Damaskus und Aleppo hat sich der Präsident mit öffentlichen Auftritten zurückgehalten.

Die UN-Beobachtermission ist derweil nach eigenen Angaben Zeuge des Einsatzes syrischer Kampfflugzeuge gegen die Rebellen in Aleppo geworden. Zudem liege den Beobachtern die Bestätigung vor, dass die Aufständischen mittlerweile selbst über schwere Waffen wie Panzer verfügten, sagte am Mittwoch die Sprecherin der UN-Mission, Sausan Ghosheh. Die Sprecherin machte ihre Besorgnis über die Lage in der nordsyrischen Metropole Aleppo deutlich, wo es seit zwölf Tagen zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen kommt. Ghosheh beschrieb den "massiven Einsatz von schweren Waffen, darunter Panzer, Hubschrauber, Maschinengewehren, ebenso wie Artillerie".

Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Nacht auf Mittwoch mitgeteilt, dass syrische Streitkräfte im Kampf um Aleppo offenbar auch gegen friedliche Demonstranten mit brutaler Gewalt vorgingen. Dutzende junger Männer, aber auch einige Kinder sowie ältere Personen seien von Regierungstruppen oder verbündeten Milizen erschossen worden, teilte die Organisation mit. "Einige der Opfer waren Zuschauer, die gar nicht an den Demonstrationen teilgenommen hatten", hieß es in einem neuen Bericht. Die Familien der Toten seien genötigt worden, in Stellungnahmen zu versichern, dass ihre Angehörigen von "bewaffneten terroristischen Gruppen" getötet wurden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Mittwoch von Kämpfen in einem christlichen Teil der Damaszener Altstadt, bei denen ein Mensch getötet worden sei. Demnach ereigneten sich die Gefechte zwischen Rebellen und Regierungskräften in Bab Tuma, einem vorwiegend christlich geprägten Teil im Osten des mittelalterlichen Stadtzentrums. Der Schusswechsel habe laut Anwohnern rund eine halbe Stunde gedauert, teilte die Beobachtungsstelle mit.

Bislang waren Gewaltausbrüche in den christlichen Teilen der Hauptstadt die Ausnahme, da diese sich größtenteils nicht an dem mittlerweile 17-monatigen Aufstand gegen Präsident Assad beteiligten. Vor zwei Wochen hatten die Rebellen in Damaskus den Kampf gegen das Regime forciert, wurden aber von Regierungstruppen zurückgeschlagen.

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dapd

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