Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Pussy-Riot-Urteil

Armes Russland

17.08.2012 | 16:48 Uhr
Armes Russland
Die Verurteilung der Mitglieder von "Pussy Riot" ist ein Exempel, das Kritiker mundtot machen soll. Es ist die Angst vor dem eigenen Volk, die sich hier offenbart.Foto: AFP Photo/Natalia Kolesnikova

Man könnte den 50-Sekunden-Spot der „Pussy Riots“ als ­genialen PR-Coup beschreiben. Schließlich hat er drei völlig ­unbegabte Musikerinnen, die selbst den Punk vergeigen, über Nacht weltberühmt gemacht.

Als Väter des Erfolgs dürften sich zwei mächtige Männer die Hände ­reichen: Putin und der Patriarch.

Aber die Verurteilung der jungen Frauen zu zwei Jahren Straflager ist kein Spiel, nicht mal eine Posse. Sie ist bittere, traurige, beängstigende Realität. Sie ist Alltag für Menschen in Russland, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einfordern, die Putin oder die Kirche kritisieren.

Ja, es gehört sich nicht, in der ­Kirche „Heilige Scheiße“ zu grölen, den Patriarchen zu verunglimpfen und Putin zur Hölle zu wünschen. Ja, die Mädchen haben religiöse ­Gefühle verletzt, sonst aber nie­manden. Doch wie reagiert ein guter Christ auf eine solche Provokation? Mit Größe und Nächstenliebe? Mit Gnade und Vergebung? Mit einer Woche Kirche schrubben?

An "Pussy Riot" wurde ein Exempel statuiert

Vielleicht anderswo auf der Welt, nicht in Putins Russland. Die Verurteilung der Pussys ist ein Exempel, das Kritiker mundtot machen soll. Es ist die Angst vor dem eigenen Volk, die sich hier offenbart.

„Demokratur“ nannten Russlandkenner das Land, als Putin an die Macht kam. Von der Demokratie in diesem Konstrukt ist inzwischen nicht mehr viel übrig.

Gudrun Büscher



Kommentare
18.08.2012
23:39
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Schweden beendet tagelange Jagd auf mysteriöses U-Boot
U-Boot
Eine Woche hat das schwedische Militär in den Stockholmer Schären nach einem mysteriösen Unterwasserfahrzeug gesucht. Medien hatten spekuliert, dass es sich um russisches U-Boot handelt. Am Freitag wurde die Suche abgebrochen. Das verdächtige Objekt hat Schweden vermutlich verlassen.
Furcht vor islamistischen Einzeltätern in Deutschland
Attentat
Die Schüsse im kanadischen Parlament hallen in Deutschland nach. Die Bundesregierung geht von einer „hohen Gefährdung“ aus, die seit einiger Zeit wächst. Sie sei derzeit aber nicht konkret. Die Sicherheitsbehörden schließen islamistische Anschläge vor allem durch Einzeltäter nicht aus.
Terrormiliz IS verdient mit Öl täglich eine Million Dollar
IS-Terror
Erpressung, Plünderung und Handel auf dem Öl-Schwarzmarkt: Auf illegalen Wegen verdient der Islamische Staat Millionen und kann so seinen Krieg finanzieren. Das jedenfalls behaupten die USA. Die USA wollen den Islamisten nun die Geldhähne zudrehen.
Kanada verschärft nach Attentat Anti-Terror-Gesetze 
Terrorismus
Auch einen Tag nach dem Attentat im Regierungsviertel der kanadischen Hauptstadt Ottawa ist das Motiv des Täters offen. Die Polizei geht mittlerweile davon, dass es sich um einen Einzeltäter handelte. Kanadas Premierminister kündigte unterdessen Reaktionen an.
NRW liegt bei direkter Demokratie weit hinter Bayern
Mitbestimmung
Von den Bayern lernen – das gilt auch in Sachen direkter Demokratie von unten. Nirgendwo sonst dürfen die Bürger vor Ort so viel mitreden. Nordrhein-Westfalen hinkt dagegen weit hinterher, und zwar nicht nur bei der Zahl der einzelnen Bürgerbegehren.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?