Ansturm von Kosovo-Flüchtlingen

Düsseldorf/Olpe..  Nordrhein-Westfalen muss einen enormen Anstieg der Flüchtlingszahlen vor allem durch Zuwanderung aus dem Kosovo bewältigen. Innenminister Jäger (SPD) geht davon aus, dass über die sonstigen Flüchtlinge hinaus monatlich mehr als 6000 Menschen vom Westbalkan zusätzlich einen Asylantrag stellen werden. „Es besteht daher akuter Handlungsbedarf“, heißt es in einem Brief Jägers an die Regierungspräsidenten in NRW. Es müssten alle Anstrengungen darauf gerichtet werden, „in den nächsten Tagen und Wochen weitere Notunterkünfte für mehrere tausend Flüchtlinge zu akquirieren“.

Nach Angaben eines Sprechers der für die Erstunterbringung zuständigen Bezirksregierung Arnsberg kommen pro Tag mehrere hundert Flüchtlinge nach NRW. Von Dienstag auf Mittwoch hätten sich 973 Flüchtlinge neu gemeldet, von Mittwoch auf Donnerstag 671. Für Donnerstag seien zudem 1000 Flüchtlinge aus anderen Bundesländern angekündigt worden. Der Anstieg der Flüchtlingszahlen sei nicht vorhersehbar gewesen. „In den Vorjahren ist der Strom aus der Region im Herbst immer abgebrochen“, sagte der Sprecher.

Die 2014 auf gut 8000 Plätze erweiterten Kapazitäten der Notunterkünfte seien so gut wie komplett ausgelastet, sagte der Sprecher der Bezirksregierung. „Wir möchten das bis zum Jahresende auf bis zu 12 000 Plätze ausbauen.“

Unterdessen hat die Bezirksregierung einen dramatischen Aufruf verschickt, mit der Bitte, Einrichtungen für Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Gesucht werden Gebäude, die mindestens 150 Personen aufnehmen können. Bereits heute werden mehr als 150 Flüchtlinge in der Stadt Hagen erwartet.

Die CDU-Landtagsfraktion mahnt einen Notfallplan zur Unterstützung für überlastete Notunterkünfte an. Das Versäumnis der Landesregierung habe fatale Auswirkungen. Leidtragende seien die hilfesuchenden Flüchtlinge, aber auch die betroffenen Kommunen, sagte der innenpolitische Sprecher, Theo Kruse aus Olpe.