Anschlag ist kein Einzelfall

Berlin..  Der Brandanschlag auf das geplante Asylbewerberheim in der kleinen Ortschaft Tröglitz in Sachsen-Anhalt ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten haben in Deutschland schon zweimal so gut wie bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte gebrannt:

Im mittelfränkischen Vorra stecken mutmaßlich rechtsextreme ­Täter in der Nacht zum 12. Dezember einen umgebauten Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand. Auf ein Nebengebäude sprühen sie eine Neonazi-Parole und zwei Hakenkreuze. Ursprünglich sollten hier im ­Januar rund 70 Flüchtlinge einziehen. Nun werden die Unterkünfte saniert. Der oder die Täter sind noch unbekannt. Für die Aufklärung der Tat sind 20 000 Euro Belohnung ausgesetzt.

In Escheburg bei Lübeck bricht am 9. Februar Feuer in einer Unterkunft aus, in die am nächsten Tag irakische Flüchtlinge einziehen ­sollen. Später gesteht ein Nachbar, er habe durch ein beschädigtes Fenster Pinselreiniger in das Ge­bäude geschüttet und die Flüssigkeit angezündet. Er habe verhindern wollen, dass in dem Haus Flücht­linge unterkommen. Der Prozess gegen den 38-jährigen Finanzbeamten soll am 7. Mai vor dem Land­gericht Lübeck beginnen.

In den frühen 1990er-Jahren ­hatten mehrere fremdenfeindliche Brandanschläge in Deutschland weltweit für Schlagzeilen und Entsetzen gesorgt. In Mölln und Solingen zündeten Rechtsextreme zwei von Türken bewohnte Häuser an, insgesamt acht Bewohner kamen dabei ums Leben. Schwere Attacken gab es auch in Rostock, Hünxe am Niederrhein und im sächsischen Hoyerswerda.

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