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Lobbyismus

Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie

24.09.2009 | 08:53 Uhr
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie

Essen. Eine Berliner Unternehmensberatung erklärt, wie man wirksam für längere Laufzeiten wirbt - mit lancierten Zeitungsartikeln und Blog-Einträgen soll Atomkraft als umweltfreundlich verkauft werden. Der Stromkonzern E.on bestreitet, das Konzept in Auftrag gegeben zu haben. Die Grünen sind sauer.

Für kurze Zeit sah es im vergangenen Jahr so aus, als könnten Kernkraftbefürworter die Meinungsführerschaft gewinnen. Hohe Energiepreise und die dramatische Warnung vor einer drohenden Versorgungslücke durch den Atomausstieg verschoben die öffentliche Meinung hin zur Kernenergie. Nach dem Desaster im Versuchsendlager Asse und Pannen in deutschen Atommeilern haben die Kernkraftkritiker - allen voran Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) - die Argumentationshoheit zurückerobert.

Die Atomkonzerne halten sich dieser Tage indes auffallend zurück. Bizarre PR-Kampagnen wie die, in der Atomkraftwerke als „ungeliebte Klimaschützer” bejubelt wurden, gibt es aktuell nicht. Es mag Zufall sein, aber mit dieser Strategie folgt die Branche exakt den Empfehlungen einer Berliner Unternehmensberatung für Politik- und Krisenmanagement namens PRGS, die im November 2008 für E.on ein „Kommunikationskonzept Kernenergie” vorgelegt hat.

Das Ziel des Konzeptes, das der NRZ vorliegt: „Die politisch-öffentliche Debatte um die Verlängerung der Restlaufzeiten deutscher Kernkraftwerke positiv zu beeinflussen.” Insbesondere, die „gegenüber der Kernenergie untentschlossenen Bevölkerungsteile überzeugen”.

Ein Lehrstück für Lobbyarbeit

Wie dieses Ziel erreicht werden soll, liest sich wie ein Lehrstück für Lobbyarbeit: Das Thema sei emotional besetzt, die politischen Fronten verhärtet, auch weil der Wirtschaftsflügel der SPD zurzeit geschwächt sei. Auf längere Sicht sollten „die Möglichkeiten für eine kooperative Haltung in der SPD” zwar ausgelotet werden, im Wahlkampf sei aber lautes Trommeln für die Verlängerung von Laufzeiten seitens der Konzerne nicht ratsam. Das mobilisiere „die Gegner” nur unnötig.

Stattdessen empfehlen die PR-Profis die argumentative Aufrüstung von Kernkraftbefürwortern in Union und FDP um deren „energiepolitisches Weltbild” zu bekräftigen und die unterschwellige Werbung der Unentschlossenen, etwa über lancierte Zeitungsartikel oder die Einspeisung kernkraftfreundlicher Argumente in wichtige Internet-Blogs.

E.on: „Wir haben das nicht beauftragt”

Die „vertrauensbildende” Kernbotschaft die dort vermittelt werden soll: Atomkraft ist umweltfreundlich, elementar wichtig für die Versorgungssicherheit und auf gar keinen Fall eine Konkurrenz zu den erneuerbaren Energien. Und: Kernkraft verringere die Importabhängigkeit, etwa von russischem Gas. Es böte sich an, „die Ängste vor einer russischen Dominanz zu nutzen”, schlagen die PR-Experten vor.

Nun behaupten E.on wie auch PRGS, dass das Konzept lediglich ein Akquise-Gutachten gewesen sei. „Wir haben das weder beauftragt, noch bezahlt”, so ein Sprecher des Energie-Konzerns, „das wurde unaufgefordert an uns herangetragen”.

Gleichwohl sind die Grünen erzürnt: „E.on und andere Atomkonzerne müssen jetzt die Karten auf den Tisch legen, ob sie heimlich versuchen, öffentliche Meinung zu manipulieren”, fordert Fraktionsvize Bärbel Höhn. Falls es verdeckte Blogger im Auftrag von Energiekonzernen gebe oder gezielt Falschinformationen gestreut worden wären, wäre das eine „grobe Verletzung von demokratischen Spielregeln”, sagte sie der NRZ.

Jan Jessen

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Kommentare
25.09.2009
19:11
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von Manfred Meier | #28

Im Jahr 2008 haben die 17 in Betrieb befindlichen deutschen Kernkraftwerke ihre Bruttostromerzeugung um 5,9 Prozent erhöht.
Sie stieg von 140,5 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) in 2007 auf 148,8 Mrd. kWh im vergangenen Jahr.

Fünf der zehn weltweit besten Produktionsergebnisse wurden
im Jahr 2008 von deutschen Kernkraftwerken erzielt. Mit einerJahreserzeugung von 12,1 Milliarden kWh belegte das Kernkraftwerk Isar 2 in Bayern bei einer elektrischen Leistung von 1.475 Megawatt (MW) den weltweit zweiten Rang

JUUUUUUUCHHHHUUUU!

24.09.2009
10:24
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von bernieabg | #27

Schon lustig, im Artikel werden die Machenschaften der Lobbyisten beschrieben und prompt melden sie sich hier zu Wort.
Herr Manfred Meier gehört offensichtlich zu den in dem Artikel angesprochenen Lobbyisten.
Anders ist seine Ignoranz , seine billige Polemik und seine Falschinformation nicht zu erklären.

24.09.2009
10:07
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von Sharky11 | #26

O.k., dann mal zurück in die Stein(kohlen) zeit. Laßt uns Kalkar wieder aktivieren, an den Autos den Kat abschaffen und bei der Industrie alle Filter abmontieren.
Herzlichen Glückwunsch...Herr Manfred Meier!

24.09.2009
10:06
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von wkah | #25

@23

Auf welchem Planeten haben Sie die letzten Jahre verbracht?

24.09.2009
09:36
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von Manfred Meier | #24

Selbstverständlich ist die Atomenergie sicher. Windkraft fällt jeden Monat mehrmals komplett aus. Sogenannte Erneubare Energie dient nur zum Abzocken der Stromkunden aus versteuertem Einkommen. 6 Milliarden pro Jahr nur für unbrauchbaren Zufallsstrom aus Wind/Solar.

24.09.2009
08:46
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von Pete2009 | #23

Ja was glaubt der Leser denn, warum unsere stahlende Angie im Moment diesen Hype um Stromautos forciert? Und alle Medien machen mal wieder begeistert mit. Dient doch auch nur dazu ein Argument zu haben um die Kernkraftwerke dann länger laufen bzw. sogar noch neue bauen zu lassen.

24.09.2009
08:29
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von kilminster | #22

@Manfred Meier

Man darf jeden Mist sagen. Sie durften gerade doch auch völligen Mist schreiben. Wo ist das Problem?

Was Ihrer Meinunng nach aber offenbar verboten gehört ist es andere darauf aufmerksam zu machen, wenn Mist erzählt wird (wie von Ihnen und der Atomlobby).

Zum Glück haben Sie das nicht zu entscheiden.

24.09.2009
08:24
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von UB | #21

zu #18

Sicher? Störfälle in Krümmel, Brunsbüttel, Schwedern, Tschernobyl u.v.a. --> Mir ist neu, dass ein Abgebranntes Kohlekraftwerk oder Windmühle 20 Jahre nach dem Unfall noch solche Probleme bereitet.

Umweltfreundlich? Welcher Müll muß mehrere 100.000 Jahre (Hunderttausend Jahre, über 3000 Generationen) sicher aufbewahrt werden. Sorry, das ist nicht umweltfreundlich, zumal es in D kein Uran gibt, wir auch keine Aufbereitungsanlagen haben und trotzdem alles importiert wird.

Atomkraft kann man zwar als sauber und umweltfreundlich bezeichnen, aber dann zeigt man auch, dass man hinter dem Mond wohnt.

24.09.2009
08:04
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von hylby | #20

Ja, die Kernenergie ist sicher und die Erde ist eine Scheibe.

24.09.2009
07:57
Anleitung zum Grünwaschen der Kernenergie
von Manfred Meier | #19

Die Kernenergie ist sicher und umweltfreundlich. Warum darf man das nicht sagen? Leben wir in einer von grünen und Linken beherrschten Diktatur?

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