Angriff auf US-Konsulat in Bengasi hat politisches Nachspiel
02.10.2012 | 22:32 Uhr 2012-10-02T22:32:12+0200Der tödliche Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi soll Thema im US-Kongress werden. Denn obwohl es bereits vor der Attacke Angriffe auf westliche Beamte in Libyen gab, sollen mehrere Anträge von Diplomaten auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen abgelehnt worden sein.
Washington (dapd). Der tödliche Anschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi soll Thema im US-Kongress werden. Denn obwohl es bereits vor der Attacke Angriffe auf westliche Beamte in Libyen gab, sollen mehrere Anträge von Diplomaten auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen abgelehnt worden sein. Das erklärten am Dienstag zwei Abgeordnete der US-Republikaner und forderten in einem Brief Aufklärung von Außenministerin Hillary Clinton. Angeblich hätten ihre Informanten ihr Wissen über die Abläufe in Libyen aus erster Hand.
Am 11. September waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei weitere Amerikaner bei dem Angriff auf das Konsulat ums Leben gekommen. Das Außenministerium beantwortete die Frage nach etwaig zuvor geforderten Extra-Sicherheitsmaßnahmen nicht. Clinton verwies darauf, dass es keine Geheimdiensthinweise auf eine besondere Bedrohung des Konsulats gegeben habe. Die Abgeordneten planen nun eine Anhörung vor dem US-Kongress am 10. Oktober.
Noch keine FBI-Ermittler in Bengasi
Das Außenministerium kritisierte am Dienstag, dass die Sicherheitsbehörden der USA und Libyens auch drei Wochen nach dem Anschlag bei der Aufklärung noch immer nicht kooperierten. Zwar funktioniere die politische Zusammenarbeit, sagte eine Sprecherin des Ministeriums, doch sei diese nun auch bei den Ermittlungen nötig.
Libyens Präsident Mohammed el Megaref sagte einer arabischsprachigen Zeitung, die US-Bundespolizei FBI könne an den libyschen Ermittlungen teilnehmen. Nach seiner Einschätzung seien die Verzögerungen nicht allein die Schuld der libyschen Regierung. Nach Auskunft des FBI können die Bundesagenten nicht nach Bengasi gelangen, weil es zu gefährlich ist.
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