Angriff auf griechischen Tanker vor Libyen

Athen/Tobruk..  Bei einem Luftangriff auf einen Tanker vor dem von Milizen umkämpften Libyen sind zwei Besatzungsmitglieder getötet worden. Zwei weitere Seeleute wurden nach Angaben der griechischen Küstenwache verletzt. Es seien Kampfjets der libyschen Armee gewesen, die das Schiff am Vortag unter Feuer genommen hätten, berichtete die libysche Nachrichtenseite „Al-Wasat“ gestern. Frankreichs Präsident François Hollande forderte in Paris ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft in den immer weiter eskalierenden libyschen Bürgerkrieg.

In Libyen wird der seit Monaten andauernde Kampf zwischen verfeindeten Milizen immer erbitterter geführt. Die Gefechte konzentrieren sich vor allem auf die Ölhäfen entlang der Küste des nordafrikanischen Landes. Viele Gruppen sind aus den Revolutionsbrigaden hervorgegangen, die 2011 den Aufstand gegen den Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi bestimmten. Jetzt bekämpfen sie sich gegenseitig.

Es gibt in Libyen zwei Parlamente und zwei Regierungen. Die international anerkannte Regierung tagt im ostlibyschen Tobruk, eine von Islamisten dominierte Gegenregierung in der Hauptstadt Tripolis. Der Sturz Gaddafis 2011 war wesentlich von Frankreich und Großbritannien mit dem Einsatz von Kampfflugzeugen unterstützt worden.

Vom Süden Libyens aus bedrohen Islamisten nun allerdings die Stabilität mehrerer Nachbarstaaten, sodass neben Frankreich auch Staaten wie Niger auf ein internationales Eingreifen dringen.