Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Politik

Angeschossene Malala darf zu ihrer Familie

04.01.2013 | 18:35 Uhr
Foto: /QUEEN ELIZABETH HOSPITAL/-

Nach fast dreimonatiger Behandlung ist die von Taliban in Pakistan angeschossene Friedensaktivistin Malala Yousufzai aus dem Krankenhaus in Birmingham entlassen worden. Malala sei eine starke junge Frau und habe exzellente Genesungsfortschritte gemacht, sagte Oberarzt Dave Rosser am Freitag.

Birmingham (dapd). Nach fast dreimonatiger Behandlung ist die von Taliban in Pakistan angeschossene Friedensaktivistin Malala Yousufzai aus dem Krankenhaus in Birmingham entlassen worden. Malala sei eine starke junge Frau und habe exzellente Genesungsfortschritte gemacht, sagte Oberarzt Dave Rosser am Freitag. Daher sei nach Absprache mit der 15-Jährigen und ihrem Ärzteteam die Entscheidung gefallen, dass sie zu Hause bei ihren Eltern und ihren zwei Brüdern gut aufgehoben sei.

Malala soll mit ihrer Familie in Großbritannien bleiben können und sich dort weiter behandeln lassen. Im Februar steht ihr jedoch noch eine weitere Operation am Kopf bevor.

Nun durfte Malala aber erst einmal nach Hause gehen. Auf vom Queen Elizabeth Krankenhaus Hospital veröffentlichten Fotos war zu sehen, wie das Mädchen am Freitag die Krankenschwestern umarmte und sich winkend mit einem scheuen Lächeln verabschiedete.

In den internationalen Medien meist nur "Malala" genannt, erlangte die Jugendliche durch ihr Engagement für das Recht pakistanischer Mädchen auf Bildung Bekanntheit. Auf dem Nachhauseweg wurde die damals 14-jährige Anfang Oktober in ihrer Heimatstadt Mingora im Swat-Tal von radikalislamischen Taliban niedergeschossen und schwer verletzt. Auf Anraten von Experten wurde Malala rund eine Woche später zur Behandlung nach Großbritannien ausgeflogen.

Die Verlegung brachte sie zudem vor den Taliban in Sicherheit, die sie weiterhin mit Morddrohungen verfolgen. Malala war durch ihr Engagement für die Rechte von Mädchen und ihre Kritik an Gewalttaten der radikalislamischen Gruppe bekannt und voriges Jahr für den Internationalen Kinder-Friedenspreis nominiert worden. Schon als Elfjährige hatte sie in einem Tagebuch für den britischen Sender BBC die Schreckensherrschaft der islamistischen Extremisten im Swat-Tal geschildert.

Im November hatte sie erstmals wieder angefangen zu gehen, zu sprechen und zu lesen. Das US-Magazin "Time" nahm die Friedensaktivistin wegen ihrer politischen Symbolkraft gar in die engere Auswahl im Rennen um den Titel "Person des Jahres 2012".

© 2013 AP. All rights reserved

dapd

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Obamas Drohnen-Beichte muss Folgen haben
Drohnenkrieg
Amerika weiß in der Regel nicht, wen es da tötet, wenn die Drohnen starten. Es gibt keine unabhängige Instanz, die über Leben und Tod entscheidet.
Türkei nennt Gaucks Völkermord-Aussage unverzeihlich
Armenien
Bundespräsident Gauck hat die Massaker an Armeniern vor 100 Jahren Völkermord genannt. Die Türkei reagiert scharf: Das werde man Gauck nie verzeihen.
Polen verweigert Putins "Nachtwölfen" die Einreise
Rocker
Polen sagt Nein zur umstrittenen Siegesfahrt der russischen "Nachtwölfe". Die Biker dürfen nicht einreisen bei ihrer Tour von Moskau nach Berlin.
Groschek zu Gaffern: „Kein Recht auf Selfies mit Opfern"
Schaulustige
Neugier ist menschlich, kann aber ausufern: Nun soll mobiler Sichtschutz den Blick auf Opfer versperrn. Es dauert allerdings, bis er vor Ort ist.
Tausende Kumpel demonstrieren - Angst um Zukunft der Reviere
Kohle
Der Streit um die Zukunft der Kohle treibt Befürworter wie Gegner auf die Straße. Gewerkschaften und Politiker fürchten um die Zukunft der Reviere.
7448565
Angeschossene Malala darf zu ihrer Familie
Angeschossene Malala darf zu ihrer Familie
$description$
http://www.derwesten.de/politik/angeschossene-malala-darf-zu-ihrer-familie-id7448565.html
2013-01-04 18:35
Großbritannien,Pakistan,Friedensaktivistin,Malala,ZUS,
Politik