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Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?

26.05.2013 | 14:25 Uhr
Ein Bild, das schnell zum Gesprächsthema wurde: Angela Merkel beim freundlichen Händedruck mit Uli Hoeneß.Foto: dpa

London/Essen.  Mit einem Handschütteln am Rande des Champions-League-Finales hat Angela Merkel eine Debatte ausgelöst. Die Bundeskanzlerin gab, freundlich lächelnd, neben einigen anderen auch Uli Hoeneß die Hand, gegen den derzeit wegen Steuerdelikten ermittelt wird. Der Protest folgte sofort - warum eigentlich?

Darf sie das? Nach dem Finale im Londoner Wembley-Stadion hat Angela Merkel den Bayern-Funktionären zum Sieg gratuliert. Auch Uli Hoeneß hat sie dabei die Hand geschüttelt, der eine größere Steueraffäre am Bein hat.

Sofort gab es im Internet böse Kommentare. Hätte die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland nicht dafür sorgen können, dass Hoeneß auf der Toilette ist, wenn sie ihre Honneurs macht?

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Die Unschuldsvermutung gilt – auch für Hoeneß

Wer Merkels Geste okay finden will, der braucht nur auf die Unschuldsvermutung zu verweisen. Hoeneß ist geständig, aber noch lange nicht rechtskräftig verurteilt. Es gehört zu den guten, aber oft vergessenen Sitten unseres Rechtsstaates, dass man nicht eher den Stab bricht über einen Menschen, bis die Richter es getan haben. Bei uns gibt es Geld- und Freiheitsstrafen, der Pranger ist schon länger abgeschafft.

Außerdem könnte man Merkel durchaus Kalkül unterstellen: Wenn sie ohnehin in Steuerfragen weniger rigoros ist als die politische Konkurrenz von Linkspartei bis SPD, was schadet dann ein kleines Signal an das eigene Lager? Wahrscheinlich ist es doch so: Die, die jetzt am lautesten protestieren, hätten ohnehin nicht CDU gewählt.

Alles lächelt - Merkel, Hoeneß und Rummenigge auf der TribüneFoto: REUTERS

Alle Verdächtigen hofieren - da hätte die Kanzlerin viel zu tun

Andererseits: Die Unschuldsvermutung ist zwar ein hohes Gut – aber man muss sie ja nicht so weit auslegen, dass jeder, gegen den wegen eines Straftatverdachts ermittelt wird, auch gleich von der Kanzlerin hofiert wird. Da hätte sie viel zu tun.

Und zweitens kann Merkel gar nicht so sicher sein, dass es am Ende nicht doch Stimmen kostet – denn Merkel braucht für den Sieg ja nicht nur die Stimmen aus dem eigenen Lager, sondern immer auch welche vom Gegner. Der Umgang mit Steuerhinterziehern ist eines der Themen, bei denen Christ- und Sozialdemokraten herzlich miteinander streiten. Jede Schwäche auf diesem Themenfeld kann sich am Wahlabend rächen.

Merkel gratuliert Hoeneß

Als Merkel Hoeneß die Hand schüttelte, entstand eine ganze Foto-Serie. Sie zeigt keine Spuren von Zweifel auf Merkels Gesicht. Wir wissen ja, dass sie auch anders gucken kann. Warum tat sie es nicht? Und auf der anderen Seite: kann ein Mensch gar nicht zufriedener gucken als Uli Hoeneß auf diesen Fotos. Ein Geschenk! Und dann auch noch so ein großes.

 

Achim Beer

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Kommentare
01.06.2013
22:31
Angela Merkels und der Bundespräsident (sic!)Handshake mit Uli Hoeneß - darf/dürfen die das?
von albertus28 | #133

und vor wenigen Augenblicke......

Der Bundespräsident (sic!) gratulierte auch Uli Hoeneß !!!!!

Und nu ?kann man J.Gauck auch Kalkül unterstellen ?

31.05.2013
21:23
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von a_ha | #132

U.Hoeness hat gestanden - er ist kriminell.
Die Frage ist nur, wie er dabei wegkommen wird.
Ich hoffe nicht, dass dies ein Zeichen sein sollte.
Ich fürchte aber, doch.

30.05.2013
21:27
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von winglet | #131

Nein, das darf Sie nicht, wenn sie als Staatschefin Neutralität und Souveränität wahren will. Dass sie es dennoch getan hat, unterstreicht einmal mehr, dass sie der kapitalstarken Minderheit unserer Gesellschaft näher steht als der "rechtschaffenden" Mehrheit. Allerdings gab es bisher immer noch ausreichend Wählerstimmen aus den beiden Lagern. Daran würde sich vermutlich etwas ändern, wenn im Fall Hoeneß noch vor dem 22.09.2013 ein allzu mildes Urteil ergehen würde. Da es jedoch in der gebotenen Zeit bis dahin unmöglich zu einer Verurteilung kommen wird, bleibt alles wie bisher und sie kann noch vielen Leuten die Hand schütteln. Die provozierende Berichterstattung ist allerdings bedenklich, nimmt sie doch teilweise ketzerische Züge an. Auch hier wäre m. E. etwas mehr Neutralität geboten. Pressefreiheit ist ein hohes Gut, dass es zu wahren gilt.

29.05.2013
17:49
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von kellenbeck | #130

Ich begreife nicht, zu welchen Kommentaren sich hier viele Nutzer versteigen. Hoeneß ist (noch) nicht verurteilter Straftäter, dazu Präsident des FCB.
Merkel hat ihm in dieser Funktion gratuliert. Da steht es niemandem zu zu fragen: "Darf die das?"

29.05.2013
15:54
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von albertus28 | #129

zu # 128 sorry,
gehört natürlich in der Hauptsache zu # 126-1

29.05.2013
15:51
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von albertus28 | #128

zu # 112-1,
Hallo,dass Sie bei Durchsicht Ihrer Bücher festgestellt haben ,dass ich "noch Schlimmeres (als dass sie Verbrecher seien) über rote und grüne Politiker gesagt habe",und dass sie diese meine angeblichen Kommentare auch nicht gelöscht haben,erstaunt mich dann doch.

29.05.2013
11:03
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von bloss-keine-Katsche | #127

Ist schon irgendwie seltsam,
mit den Kommentaren hier.
Die Frage, ist Hoeneß kriminell, ist geklärt,
die Frage nur wird ER, als Reicher, dafür in diesem Land zur Rechenschaft gezogen oder kommt er wie Flick, Kohl, Schäuble, ... so davon?
Warum regen sich die Menschen bei Hoeneß besonders auf?
WEeil, die Mutter Theresa von der Isar, von den Medien immer als ********* verkauft wurde, er selbst sich als Moralapostel inzeniert hatte, ...! Und nun, nicht dass er Millionen scheffelt, er hinterzieht auch noch die Steuern, so nimmt er die Menschen mehrfach aus.
Nicht zuletzt weil der bayrische AmigoClan, siehe Vorstand FCB, das einfach so durchwinkt. [Mafiagrößen sind in der Bevölkerung in Iatlien auch sehr hoch angesehen, schaffen sie doch Arbeitsplätze!}
Und wenn Merkel, ob ihrer AusteritätsPolitik -den Armen nimmt, den Reichen gibt-, sich selbst noch morgens im Spielegel ansehen kann, dann darf sie nicht nur Putin, Cameron, Papst, ... die Hand reichen, sondern auch Hoeneß!

28.05.2013
18:30
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von albertus28 | #126

zu # 112
Dass man auf einer WAZ -Internetseite die Kanzlerin als "Verbrecherin "beleidigen darf und dieses auch nach zwei Tagen noch nicht gelöscht ist.....
schämen sollte sich die Redaktion !!!!!!!

1 Antwort
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von Moderation | #126-1

Ähm, sollen wir nach dem Kommentar dann auch alle Kommentare von Ihnen entfernen, in denen Sie noch Schlimmeres über linke und grüne Politiker gesagt haben?

28.05.2013
11:09
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von Borniger | #125

Merkel hat schon so vielen Politikern die Hand geschüttelt. Da kommt es auf einen Straftäter mehr oder weniger nicht an.

2 Antworten
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von Broncezeit | #125-1

Ja sie hat Gazgerd die Hand geschüttelt.

Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von Broncezeit | #125-2

Und Gisy auch.

28.05.2013
09:41
Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von Broncezeit | #124

Es gibt schätzungsweise 40000 Selbstanzeiger. Kennt jemand diese Menschen, die ihre Steuern und Strafgelder nachbezahlt haben. Ist einer von denen von seinem Job zurückgetreten.
Wulff ist erledigt obwohl von den vielen Anschuldigungen nichts übrig geblieben ist. Jetzt muß eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden.
Daß Höneß Selbstanzeige bekannt wurde ist eine Verletzung des Steuergeheimnisses. Da macht die Schlagzeilen gierige Presse fleißig mit.

5 Antworten
Menschen, die ihre Steuern und Strafgelder nachbezahlt haben.
von Borniger | #124-1

Wenn einer dieser Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, dann braucht er nicht zurückzutreten. Dann wird er zurückgetreten!

Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von Broncezeit | #124-2

1. Wird sein Vorgesetzter nichts davon erfahren.
2. Gibt es ein Gesetz, daß der wer seine Steuern und Strafe nach einer Selbstanzeige bezahlt als nicht vorbestraft gilt.

An Broncezeit | #124-2
von Borniger | #124-3

Leider irren Sie gleich zweimal.
1. Das Gericht informiert den öffentlichen Arbeitgeber über die Strafe. Und dann
gehts los.
2. ab einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen sind Steuerhinterzieher „gezeichnet“ und werden im Bundeszentralregister als vorbestraft geführt. Hoeneß z. B. dürfte trotz relativ hoher Tagessätze aber eindeutig darüber liegen.

Angela Merkels Handshake mit Uli Hoeneß - darf die das?
von Broncezeit | #124-4

Wollen oder können Sie nicht.
Bei einer Selbstanzeige beim Finanzamt gilt der sich Selbstangezeigte als nicht vorbestraft.
Das gilt für ALLE deutsche Staatsbürger.

Broncezeit | #124-4
von Borniger | #124-5

Im Prinzip haben Sie ja recht. Aber in diesem Fall habe ich recht: Hoeneß - um den geht es hier - hat die Selbstanzeige vermasselt, das werden Sie wissen? Nicht umsonst ist er nach seiner Selbstanzeige wegen falscher Angaben festgenommen worden und das Ganze wird vor einem Gericht landen. Und wenn er verurteilt wird, ist er danach vorbestraft. Bei der Schwere seines Deliktes ist eine Bewährungsstrafe nicht möglich. Punkt, Komma, Strich. Ist doch einfach!

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