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An zwei Fronten - von Tobias Blasius

17.08.2010 | 18:31 Uhr

Martialisch gesprochen, stellt sich ­Bundesumweltminister Norbert ­Röttgen der wohl härtesten Zweifrontenschlacht seiner politischen Laufbahn.

Als hätte er mit dem Kampf um den Atomausstieg nicht schon innerparteilich genug Ärger, stürzt er sich nun ohne Umschweife auch noch in das Ringen um den Landesvorsitz der nordrhein-westfälischen CDU.

Röttgen tritt gegen Ex-Integrationsminister Armin Laschet an, der nahezu geschlossen von der Funktionärsriege an Rhein und Ruhr gestützt wird. Der Bundesminister wirkt überzeugt, mit seiner Prominenz, rhetorischen Kraft und konzeptionellen Fähigkeit einen Mitgliederentscheid gewinnen und die sieche Landespartei wieder aufrichten zu können.

So groß scheint das Selbstvertrauen, dass er sogar einen Wechsel aus der Berliner Bundesliga in die Düsseldorfer Landesliga anbietet.

Auch wenn die schwarz-grün angehauchten Rheinländer Laschet und Röttgen ­politisch wenig trennt – allein der öffentliche Basis-Wettstreit um die Neuaufstellung kann der geprügelten NRW-CDU in der gegen­wärtigen Lage nur gut tun. Selbst um den Preis, dass die rot-grüne Minderheits­regierung kurzfristig von der Selbst­beschäftigung der Opposition profitiert.

Tobias Blasius

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