Amnesty befürchtet bleibende Schäden bei saudischem Blogger

Weltweit, wie hier in London, protestieren Menschen gegen die Strafe des Bloggers Raif Badawi.
Weltweit, wie hier in London, protestieren Menschen gegen die Strafe des Bloggers Raif Badawi.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Saudi-Arabien will die Prügelstrafe gegen den islamkritischen Blogger Raif Badawi fortsetzen. Dies kann laut Amnesty zu dauerhaften Schäden führen.

Riad.. Dem saudi-arabischen Blogger Raif Badawi drohen nach Angaben von Amnesty International gesundheitliche Langzeitschäden, falls er seine Reststrafe von 950 Stockhieben erhält. Dies könne dauerhafte Lähmungen und psychische Schäden verursachen, gaben Mediziner in einem am Donnerstag von der Menschenrechtsorganisation veröffentlichten Bericht zu bedenken.

"Je mehr Schläge aufeinanderfolgen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Wunden öffnen", sagte Juliet Cohen, Ärztin bei der britischen Medizinervereinigung "Freedom from Torture", in dem Amnesty-Bericht. Die offene Haut sorge nicht nur für erheblich höhere Schmerzen, sie vergrößere auch die Gefahr von Infektionen. Auch die Wundheilung verzögere sich dadurch zunehmend.

Bestrafung Badawi war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und insgesamt 1000 Stockschlägen verurteilt worden, weil er im Internet den Islam beleidigt haben soll. Die ersten 50 Schläge erhielt er vor drei Wochen in Dschidda. Danach setzte die Vollzugsbehörde die Prügelstrafe zweimal aus "gesundheitlichen Gründen" aus. An diesem Freitag könnten neue Schläge folgen. Die Strafe war international kritisiert worden. (dpa)