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Am Abgrund

17.12.2008 | 20:46 Uhr

Uni Witten/Herdecke in Finanznot

Eine glänzende Entwicklung liegt vor uns. Davon war der Präsident der Uni Witten/Herdecke, Prof. Birger Priddat, zu Jahresbeginn überzeugt. Es kam anders. Auch wenn man es in Witten gewohnt ist, am finanziellen Abgrund zu balancieren, jetzt ist die Lage offenbar sehr bedrohlich.

Man mag der Hochschulspitze ein wenig glückliches Management vorwerfen, doch die wahren Ursachen ihrer Probleme liegen nicht nur in Witten. Die Ausbildung ist herausragend, das Konzept beispielhaft für die Hochschullehre. Dennoch verweigerte der Wissenschaftsrat der Universität die Akkreditierung - also die Lizenz zum Lehren und Forschen. Das erzwang drastische Investitionen. Und: Seit ihrer Gründung muss die Hochschule erfahren, dass die Wirtschaft, die auf umfassend gebildete Absolventen angewiesen ist und einst Taufpate der Uni war, sich finanziell nie ausreichend engagierte. Ohne die Landesmittel wird es wohl noch schwerer werden, private Geldgeber zu gewinnen. Dieses einzigartige Experiment droht zu scheitern. Bevor es dazu kommt, müssen sich Land, Stifter und Wirtschaft zu einer Rettungsaktion entschließen.

Von Christopher Onkelbach

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Kommentare
25.03.2009
18:10
Am Abgrund
von Sascha Reg | #2

Ich hoffe, dass die Universität Witten-Herdecke geschlossen wird. Deutschland braucht diese Uni nicht.
Diese Universität hat in SERIÖSEN Rankings nie besonders gut abgeschnitten.
Die Antroprosophen haben immer getönt, dass sie auf staatliche Zuwendungen verzichten, bedienen sich aber seit geraumer Zeit schamlos an den Geldern.
Sie hätten die Möglichkeit gehabt, weiter Fördermittel einzustreichen, aber sie waren ja nie in Der Lage, einen vernünftigen Haushaltsplan vorzuzeigen.
Darüber hinaus , wollen sie zwar einerseits finanzielle Zuwendungen, verweigern sich aber jeder Kontrolle.
Einseitige Forderungen, ohne Gegenleistungen sind schlicht und einfach dreist.

Die Antroprosophen haben ihre UWH stets als eine bessere Alternative zu staatlichen Einrichtungen darzustellen gewußt. Objektiv hat sich das nie bewahrheitet.
Die UWH und das Herdecker Krankenhaus hinken den medizinischen Entwicklungen hinterher, sind nicht besser ,sondern eher schlechter als staatliche Kliniken.
Als Rollstuhlfahrer hatte ich Gelegenheit mich davon zu überzeugen, da ich diesbezüglich öfter medizinische Versorgung benötige.

EIne Schliessung der UWH ist längst überfällig, denn es kann nicht sein dass antroprosophisches Darstellungsvermögen, über großes Engagement und Können der staatlichen Kliniken und Unis triumphiert.

Ein Wegfall der UWH fällt nicht ins Gewicht, da das Ruhrgebiet im Bereich Medizin mit einer guten Uni (Bochum) und einer weltweit anerkannten Spitzenuni (Essen) aufweisen kann. Das Uni-Klinikum Essen gehört zu den besten Kliniken Europas.

Sicher würden in Witten 600 Arbeitsplätze wegfallen, aber das muss eine Stadt verkraften können.
Jede Werksschliessung vernichtet mehr Arbeitsplätze als eine Schliessung der UWH.

Der Antroprosophen-Nachwuchs dürfte doch ( so elitär wie er anscheinend ist ) keine Schwierigkeiten haben, sein Studium an einer staatlichen Uni weiter zu führen.

18.12.2008
17:20
Am Abgrund
von maztisael | #1

Vielen Dank für diesen Beitrag, der mehr als nur ein Kommentar ist! Endlich wird einmal ein Zusammenhang hergestellt zwischen dem Gerangel um die Re-Akkreditierung 2006 und der aktuellen dramatischen Situation: man hat die Latte so hoch gelegt, dass der ungeliebte Konkurrent und Stachel im Fleisch der staatlichen Universitäten endlich scheitern soll. Ich hoffe noch auf ein Wunder, das das Scheitern abwenden kann! Dass nun ausgerechnet die Partei des Universitätsmitgründers und langjährigem Präsidenten der UWH hinter einer Maske des Bedauerns der Uni den Todesstoß versetzen will, ist mindestens eine Ironie des Schicksals...

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