Feier in Berlin
Altkanzler Kohl rührt das Publikum
02.11.2009 | 07:12 Uhr 2009-11-02T07:12:00+0100
Berlin. Inszenierungen des Gefühls sind ein traditionelles Mittel der Politik. Nicht immer verfängt es, am Samstag schon. Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und George Bush sen, die "Väter der deutschen Einheit" hatten einen großen Auftritt in Berlin.
Inszenierungen des Gefühls sind ein traditionelles Mittel der Politik. Nicht immer verfängt es, am Samstag schon. Als das historische Dreigestirn, das im Vordergrund dieses Festtagspanoramas steht, am Ende von der mit blauem Teppich ausgelegten Bühne des Friedrichstadtpalastes in Berlins Mitte geführt wird, kann manch einer unter den 1800 geladenen Gäste das Feuchte in den Augen kaum verbergen.
Irgendwie ahnt man: Zum 30. Jahrestag wird man diese drei Polit-Rentner, die einst aus dem Weißem Haus, dem Kreml und dem Kanzleramt für die Weltmächte sprachen und der deutschen Einigungsbewegung ihren Lauf ließen, kaum wieder erleben können. Auch darum war dieser Vormittag mit George Bush sen., damals US-Präsident, Michail Gorbatschow, damals Nummer eins der noch existierenden Sowjetunion und Helmut Kohl, Bundeskanzler, ein einmaliges Ereignis. 20 Jahre nach dem Mauerfall hatte die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung geladen, um daran zu erinnern und vor allem einem die Ehre zu erweisen: Helmut Kohl.
Schwer angeschlagen im Rollstuhl
Für den 79-Jährigen, der nach einem Sturz und Schlaganfall in seinem Haus in Ludwigshafen immer noch schwer angeschlagen ist und im Rollstuhl sitzt, war es der erste große öffentliche Auftritt seit Anfang 2008. Im Beisein vieler prominenter Staatsgäste aus dem In-und Ausland hielt das Trio, moderiert von ZDF-Nachrichtensprecher Steffen Seibert, eine mit Pathos aufgeladene Rückschau auf die Dinge; immer wieder von Beifall unterbrochen. Bush sen., mit 85 der Älteste am Tisch, war noch der Distanzierteste unter den Gefühlshelden dieses Tages. Michail Gorbatschow, der sich vor stiller Genugtuung über vergangene Taten kaum fassen mochte, brachte mit seinen hakenschlagenden Ausführungen die Simultanübersetzer in Nöte.
Was er genau zum Ausdruck bringen wollte, als er konstatierte, auch die USA benötigten eine „Perestroika”, erschloss sich nicht auf Anhieb. Gegenseitig priesen die beiden eigene Klugheit und den Mut ihrer Völker und lobten Helmut Kohl, den sie immer wieder freundschaftlich bei der Hand nahmen. Der Alt-Kanzler, betreut von seiner zweiten Frau Maike Kohl-Richter, rührte selbst die Hartgesottenen im Saal, als er nach einer klugen Rede von Bundespräsident Horst Köhler mühsam und zunächst schwer verständlich seine Worte zusammensucht: „Ich hab nichts Besseres, als stolz zu sein auf die deutsche Einheit.”

18:20
#26 politiklesen
Genau!
N U R Herr Gorbatschow, und möglicher Weise die Leute auf den Straßen, aber sonst niemand hat sich um die Wiedervereinigung verdient gemacht.
Nicht Herr Kohl.
16:40
Der alleinige Glücksfall war Herr Gorbatschow, sonst niemand. Ohne den Menschen Gorbatschow wäre nichts passiert. Nur ihm ist zu danken. Er muss in die Geschichte eingehen.
16:37
Dieser Herr Kohl gehört nicht mehr dort hin. Er hat die Vereinigung massiv falsch eingeschätzt, die Sozialkassen geplündert und den Soli, der zur Normalsteuer verkommen ist, eingeführt. Als Westbürger habe ich von der ganzen Aktion nichts, nur Nachteile.
15:05
Angesichts der Verbalinjurien zu meinem Artikel wundere ich mich sehr hinsichtlich des Versagens der Netiquette der WAZ.
Ich begrüße selbstverständlich eine kontroverse Diskussion; doch sollten persönliche Angriffe und Diffamierungen absolut tabu bleiben.
Paul Haverkamp, Lingen
14:52
Gottseidank werden solche Typen wie Kohl auch irgendwann den Weg in die ewigen Jagdgründe gehen ! Hoffentlich auch bald dieser SPD-Fuzzi- Müntefering ! Die einzige Gerechtigkeit die noch geblieben ist in diesem Schweinesystem !!!
14:49
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13:46
Der Mann wird mir auf jeden Fall mit seiner enormen kriminellen Energie gut in Erinnerung bleiben. Für den Mauerfall hat er ungefähr soviel getan wie meinn Friseur von nebenan. Das haben wir wohl eher Politikern wie Brand zu verdanken. Leuten wie Kohl noch zu hoffieren in den Medien, ist nur noch peinlich.
11:07
Bush und Kohl Väter der was?
Vor einem ordentlichen Gericht, würden beide noch im Knast sitzen und sich nicht feiern lassen.
Ekelhaft.
10:15
@#9: Wenn man bedenkt, mit wie vielen Nazis Adenauer die Bundesrepublik aufgebaut hat, das bis heute ein Ministerpräsident Öttinger ungestraft einen nachweißlich schuldigen Nazi-Richter die Absolution erteilt, hätte ich auch das Spandauer Gefängnis nicht dicht gemacht...
Zu Kohl: Sein Unmoral wiegt schwerer als sein Verdienste. Auch wenn ich Lafo nicht leiden kann: Er hat dem Volk nicht vorgegaukelt, die Einheit im Vorbeispazieren schaffen zu können, wurde vom Volk dafür nicht gewählt, der Rest ist Ge(s)chichte...
09:13
Die eigentlichen Architekten der Einheit waren einfache Leute aus dem Volk, Montagsdemonstranten und andere.
Aber wie immer beweihräuchern sich die Politiker gegenseitig und das Volk darf zuschauen.