Althaus' Last der Schuld
02.03.2009 | 23:30 Uhr 2009-03-02T23:30:03+0100Der Fall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus zeigt, wie schwer es trotz einer vergleichsweise eindeutigen Beweislage fällt, allein in den Kategorien schuldig und unschuldig zu denken.
Es besteht kein Zweifel daran, dass der CDU-Politiker am Neujahrstag den schweren Skiunfall verursacht hat, bei dem eine Frau ums Leben kam. Es spricht für Althaus, dass er nicht dem Versuch juristischer Winkelzüge erliegt, um möglichst glimpflich davonzukommen. Im Gegenteil: Althaus steht ohne Wenn und Aber zu seiner Verantwortung - ein wichtiges Signal an die Angehörigen des Opfers.
Kein x-beliebiges Verfahren
Sein Verhalten macht auch den Blick frei dafür, dass es sich bei dem Unglück nicht nur um ein x-beliebiges juristisches Verfahren, sondern vor allem um eine menschliche Tragödie handelt - an der beide Seiten schwer zu tragen haben. Dieter Althaus wird die schwere Last der Schuld sein Leben lang spüren.
Deswegen eignet sich der Fall auch nicht für politische Auseinandersetzungen oder für den bevorstehenden Wahlkampf. Dieter Althaus wird selber die größten Zweifel daran haben, ob er sein Amt fortführen kann.

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