Alte KZ-Baracke als Unterkunft für Flüchtlinge

Schwerte..  Die Stadt Schwerte will Flüchtlinge in einer Baracke des ­ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Schwerte-Ost unterbringen. Bis zu 21 Asylsuchende sollen in die frühere SS-Wachbaracke des damaligen Außenlagers des KZ Buchenwald einziehen. Auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbahnausbes­serungswerkes (EAW) Schwerte-Ost wurden im Zweiten Weltkrieg ­Lokomotiven repariert.

Polnische Zwangsarbeiter

Bis zu 700 polnische Zwangsarbeiter wurden 1944 in dieser Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald festgehalten, erklärt der Schwerter Historiker Alfred Hintz. Die Unterkünfte der Gefangenen sind nicht mehr erhalten, erst seit 1990 ist an dieser Stelle eine Gedenkplatte angebracht. Daneben sollen nun Flüchtlinge einziehen, in die alte Baracke der Aufseher. Sie ist noch erhalten, auch weil sie nach 1945 immer wieder genutzt wurde.

Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des NRW-Flüchtlingsrats, hält die Lösung für „bedenklich und befremdlich“. Unwillkürlich würden „böse Erinnerungen und unheilvolle Bilder“ hervorgerufen.

Als Kindergarten genutzt

Carsten Morgenthal, Sprecher der Stadt Schwerte, weist die Kritik zurück. Eine Containerlösung sei im aktuellen Fall keine Alternative gewesen – nicht nur aus Kostengründen. Unproblematisch finden die Verantwortlichen ihren Plan auch, weil die Wachbaracke seit Kriegsende immer wieder genutzt wurde: als Lagerhalle, als Kindergarten, zuletzt war sie ein Atelier.

Vor allem: Es ist nicht das erste Mal, dass Flüchtlinge dort einziehen. Vor rund 20 Jahren wurde sie schon einmal als Asylbewerberheim genutzt, teilt die Stadt mit. Und auch direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Flüchtlinge und Bombengeschädigte dort untergebracht.