Alkoholmissbrauch endet häufig in der Psychiatrie

Düsseldorf..  Verhaltensstörungen durch Alkoholmissbrauch sind die häufigste Ursache für eine Einweisung in die Psychiatrie. Rund 75 000 der 286 000 stationären Aufenthalte in NRW hatten 2013 ihre Ursache im Alkoholkonsum. Besonders betroffen waren Männer: Jede dritte Einweisung in die Psychiatrie war ein Alkoholfall, bei Frauen jede sechste Einweisung.

Nach Angaben von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) erhöhte sich die Zahl der freiwilligen oder unfreiwilligen Einweisungen in die Psychiatrie gegenüber 2009 um 5,3 Prozent. Während bei Männern Suchterkrankungen im Vordergrund stehen, sind bei Frauen depressive Episoden und depressive Störungen in fast 32 Prozent aller Fälle Hauptursachen für eine Behandlung. „Bei Frauen spielen Belastungsstörungen, somatische Störungen oder Angststörungen eine größere Rolle als psychische Belastungen in Verbindung mit Opioiden oder anderen Substanzen“, sagte Steffens.

Bei acht Prozent der stationären Einweisungen in die Psychiatrie lagen in NRW ärztliche Zwangsmaßnahmen oder eine freiheitsentziehende Unterbringung des Patienten vor. Einzelne Kliniken setzen dies ohne geschlossene Türen mit verstärkter personeller Kon-trolle um.