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Al Masri und vier weitere Terrorverdächtige in den USA vor Gericht

07.10.2012 | 13:05 Uhr
Foto: /ap/Elizabeth Williams

Nach seiner Auslieferung aus Großbritannien ist der radikale muslimische Prediger Abu Hamza al Masri in den USA dem Richter vorgeführt worden. Der Auftritt Al Masris vor Gericht in Manhattan wurde von scharfen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Der Hassprediger war in der Nacht zum Samstag zusammen mit vier weiteren Terrorverdächtigen an die USA überstellt worden.

London/New York (dapd). Nach seiner Auslieferung aus Großbritannien ist der radikale muslimische Prediger Abu Hamza al Masri in den USA dem Richter vorgeführt worden. Der Auftritt Al Masris vor Gericht in Manhattan wurde von scharfen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Der Hassprediger war in der Nacht zum Samstag zusammen mit vier weiteren Terrorverdächtigen an die USA überstellt worden.

Seine Pflichtanwältin Sabrina Shroff protestierte dagegen, dass ihrem Mandanten die Armprothesen weggenommen worden seien, auf die er angewiesen sei. "Sonst kann er sich nicht auf zivilisierte Weise verhalten", sagte sie.

Zwei weitere der ausgelieferten Verdächtigen wurden ebenfalls in New York dem Richter vorgeführt, wo ihnen Beteiligung an den Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 vorgeworfen wurde. Sie erklärten sich für nicht schuldig. Die beiden anderen erschienen vor Gericht in Connecticut, wo sie sich ebenfalls für nicht schuldig erklärten, Terroristen in Afghanistan und Tschetschenien unterstützt zu haben.

Den Auslieferungen waren langjährige Rechtsstreite in Großbritannien vorhergegangen. Zum Schluss entschied das höchste britische Zivilgericht am Freitag, die Beschuldigten könnten sofort abgeschoben werden. Die Rechtsmittel in dem Verfahren seien erschöpft, erklärte Richter John Thomas. Im Anschluss wurden die Verdächtigen in die USA geflogen, wo sie am Samstagmorgen eintrafen.

Britischer Premier Cameron erleichtert über Auslieferung

"Ich bin sehr erleichtert, dass Abu Hamza jetzt aus dem Land ist", sagte der britische Premierminister David Cameron. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte schon Anfang April eine Berufungsklage der Männer gegen ihre Auslieferung abgelehnt. Sie hatten erklärt, ihnen drohe bei einer Haft in den USA "Folter und unmenschliche oder erniedrigende Behandlung", die nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention im Einklang stehe.

Die USA werfen dem Hassprediger al Masri vor, 1998 an einer Geiselnahme im Jemen beteiligt gewesen zu sein und zwischen 2000 und 2001 an der Gründung eines Ausbildungslagers für Terroristen im US-Staat Oregon gearbeitet zu haben. Großbritannien stuft al Masri als Ägypter ein, er selbst gibt an, die ägyptische Staatsbürgerschaft verloren zu haben. In Großbritannien war er zu sieben Jahren Haft wegen Volksverhetzung verurteilt worden.

Moschee in Trainingslager für radikale Islamisten verwandelt

Al Masri soll in den 90er-Jahren die Londoner Finsbury-Park-Moschee in ein Ausbildungslager für radikale Islamisten verwandelt haben. Zu den Besuchern dort soll auch Zacarias Moussaoui gezählt haben, der im Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verurteilt wurde. Auch der sogenannte "Schuhbomber" Richard Reid, der 2001 versucht hatte, einen Anschlag auf einen Transatlantikflug zu verüben, soll die Moschee aufgesucht haben.

Al Masris Anwälte hatten vor dem Londoner High Court erklärt, der Gesundheitszustand ihres Mandanten habe sich verschlechtert und er müsse dringend medizinisch versorgt werden. Al Masri klagt schon seit vier Jahren über schwere gesundheitliche Probleme. Der 54-Jährige hat nur noch ein Auge und verlor nach eigenen Angaben beide Hände im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan.

Im Falle des in Connecticut dem Richter vorgeführten Londoner Computerexperten Babar Ahmad, dem die USA vorwerfen, Internetseiten zur Finanzierung von Terroristen betrieben zu haben, haben Anwälte und Menschenrechtsaktivisten Bedenken angemeldet. Sie verweisen darauf, dass Ahmads Auslieferung an die USA zugestimmt wurde, obwohl die ihm zur Last gelegten Verbrechen in Großbritannien begangen wurden. Britische Gerichte hätten jedoch aus Mangel an Beweisen auf eine strafrechtliche Verfolgung Ahmads verzichtet. Der Computerexperte befand sich seit 2004 ohne Anklage in Haft.

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dapd

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