Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Politik

Ärzte sollen weniger Geld bekommen

09.08.2012 | 12:42 Uhr

Mit einem Paukenschlag läuten die gesetzlichen Krankenkassen die anstehenden Honorarverhandlungen mit der Ärzteschaft ein: Der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, forderte am Donnerstag deutliche Honorarkürzungen. Angemessen hält der Spitzenverband eine Absenkung der Gesamtvergütung um 2,2 Milliarden Euro.

Berlin (dapd). Mit einem Paukenschlag läuten die gesetzlichen Krankenkassen die anstehenden Honorarverhandlungen mit der Ärzteschaft ein: Der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, forderte am Donnerstag deutliche Honorarkürzungen. Angemessen hält der Spitzenverband eine Absenkung der Gesamtvergütung um 2,2 Milliarden Euro. Die Kassenärzte hatten zuvor 3,5 Milliarden Euro mehr Geld gefordert.

In einer von der Wirtschaftsberatung Prognos für den Spitzenverband erarbeiteten Studie wird eine Senkung des Orientierungswertes von derzeit 3,50 auf 3,25 Cent für 2013 vorgeschlagen. Der Orientierungswert entscheidet im Wesentlichen darüber, wie viel Geld den Kassenärzten zugewiesen wird. Die vorgeschlagene Absenkung würde ein durchschnittliches Minus von 19.000 Euro pro Praxis im Jahr bedeuten.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, hatte dagegen eine Anhebung des Orientierungswertes um elf Prozent gefordert. Das entspricht einem Plus von 3,5 Milliarden Euro. Von Stackelberg nannte diese Forderung "völlig überzogen". Die Vergütung der Vertragsärzte muss sich künftig wieder ihrem Aufwand anpassen. "Sinkende Kosten je Leistung, eine bessere Auslastung der Praxen und andere Wirtschaftlichkeitsreserven in der vertragsärztlichen Versorgung gehören ebenso auf den Verhandlungstisch wie Preis und Mengen", fügte Stackelberg hinzu.

Der GKV-Spitzenverband will kommende Woche seinen Antrag vorlegen. Am 30. August treffen sich die GKV- und KBV-Vertreter zu ihren Verhandlungen im Bewertungsausschuss.

dapd

dapd

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6964983/create

Umfrage
Michail Gorbatschow ist in einer Umfrage in Russland zum unbeliebtesten Kremlherrscher der Geschichte gewählt worden. Beliebter waren Wladimir Iljitsch Lenin, Josef Stalin und Leonid Breschnew. Wen mögen Sie am liebsten?

Michail Gorbatschow ist in einer Umfrage in Russland zum unbeliebtesten Kremlherrscher der Geschichte gewählt worden. Beliebter waren Wladimir Iljitsch Lenin, Josef Stalin und Leonid Breschnew. Wen mögen Sie am liebsten?

 
Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Politik
Altkanzler wird geehrt
Bildgalerie
Helmut Kohl
Prinz Harry in den USA
Bildgalerie
Prinz-Besuch
Trauer um Margaret Thatcher
Bildgalerie
Begräbnis
Aus dem Ressort
EU-Gipfel kippt Bankgeheimnis - auch Konzerne im Visier
Steuerflucht
Jahr für Jahr gehen der EU durch Steuertricks eine Billion Euro verloren. Nun sollen Steuerbetrüger in Europa keine Chancen mehr haben. Der EU-Gipfel einigt sich auf einen Zeitplan. Auch internationale Konzerne wie Apple sollen unter Druck geraten.
Angela Merkel bleibt für "Forbes" mächtigste Frau der Welt
Forbes-Liste
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist vom Wirtschaftsmagazin "Forbes" zur mächtigsten Frau der Welt gewählt worden. Damit führt Merkel die Liste bereits zum dritten Mal in Folge an. Damit liegt sie deutlich vor US-Präsidentengattin Michelle Obama und der früheren US-Außenministerin Hillary Clinton.