Ägypten: Gericht bestätigt Todesstrafe gegen Fußball-Ultras

Im Februar 2012 waren Fans des Vereins Al-Masri auf Anhänger des Kairoer Clubs Al-Ahli losgegangen.
Im Februar 2012 waren Fans des Vereins Al-Masri auf Anhänger des Kairoer Clubs Al-Ahli losgegangen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Bei Krawallen im Jahr 2012 in einem ägyptischen Stadion waren 74 Menschen ums Leben gekommen. Ein Gericht hat nun die Todesurteile gegen elf Ultras bestätigt.

Kairo.. Ein ägyptisches Gericht hat am Dienstag die Todesurteile gegen elf Fußball-Ultras bestätigt. Sie sollen an den blutigsten Fan-Ausschreitungen in der Geschichte des Landes beteiligt gewesen sein. Im Februar 2012 waren im Stadion der Hafenstadt Port Said 74 Menschen ums Leben gekommen, als in einer politisch aufgeheizten Atmosphäre Fans des örtlichen Vereins Al-Masri nach dem Abpfiff brutal auf Anhänger des Kairoer Clubs Al-Ahli losgegangen waren.

Nach Berücksichtigung der Meinung des Muftis, der höchsten staatlichen Glaubensautorität im Land, bestätigten die Richter am Dienstag ihre Entscheidung vom 19. April. Gegen die Urteile kann Berufung eingelegt werden.

21 Beschuldigte freigesprochen

Die Zusammenstöße fielen in eine Zeit politischer Spannungen - ein Jahr nach den Aufständen des Arabischen Frühlings. Die Fans von Al-Ahli galten als Speerspitze der erfolgreichen Rebellion gegen den Langzeitpräsidenten Husni Mubarak. Nach dem "Todesspiel" von Port Said beschuldigten sie die Sicherheitskräfte, die Gewalt als Rache für ihre Rolle während der Revolution absichtlich zugelassen zu haben.

Fußball Mehrere Dutzend weitere Angeklagte wurden am Dienstag - teilweise in Abwesenheit - zu Gefängnisstrafen verurteilt. Das Gericht sprach zudem mindestens 21 Beschuldigte frei. Auch hier kann Berufung eingelegt werden. Insgesamt waren in dem Wiederaufnahmeverfahren 73 Menschen, unter ihnen neun Sicherheitsbeamte, angeklagt.

Nach der Bestätigung der Todesurteile blieb es unter den Fußballfans am Dienstag zunächst ruhig. Bei Ausschreitung nach der ersten Urteilsverkündung 2013 hatte es mehr als 40 Tote gegeben. Damals waren 21 Menschen zum Tode verurteilt worden. Der Richterspruch wurde jedoch verworfen. (dpa)