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ADAC wehrt sich gegen EU-Plan für strengeren TÜV

29.10.2012 | 18:40 Uhr
Der Streit um einen jährlichen TÜV für alte Autos ist auch nach einem Treffen der EU-Verkehrsminister nicht beendet.Foto: Volker Hartmann

An Rhein und Ruhr.   Der Streit um verschärfte TÜV-Regeln für alte Autos geht in die nächste Runde. Gestern trafen sich die Verkehrsminister in Luxemburg. Doch eine Entscheidung steht aus. In Deutschland formiert sich derweil der Widerstand: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist genau so dagegen wie der ADAC.

Die Pläne der EU für verschärfte TÜV-Regeln für ältere Autos stoßen in Deutschland zumeist auf Ablehnung – gleichwohl gab es gestern beim Treffen der EU-Verkehrsminister in Luxemburg noch kein Signal, dass das Thema vom Tisch ist.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) fürchtet „unnötige Bürokratie, die nur Kosten und Aufwand für die Autofahrer mit sich bringt – ohne jeden Gewinn für die Verkehrssicherheit.“ Ein Kompromiss könnte darin liegen, keine EU-Verordnung über schärfere TÜV-Regeln zu verabschieden, sondern eine EU-Richtlinie. Diese gäbe den einzelnen Staaten mehr Spielraum bei der Umsetzung. Eine Entscheidung wird nach Einschätzung des Ministeriums im ersten Halbjahr 2013 fallen.

Zahl der Verkehrstoten senken

Die EU-Kommission will, dass Autos, die älter als sechs Jahre sind, jährlich zur Hauptuntersuchung rollen müssen. Bislang muss ein Wagen in Deutschland nur alle zwei Jahre auf die Verkehrssicherheit geprüft werden. Die verschärften Regeln sollen nach EU-Willen auch für Fahrzeuge gelten, die mehr als 160 000 Kilometer gelaufen sind. Für Neuwagen soll der erste TÜV nach vier Jahren fällig sein. Die EU-Kommission geht davon aus, dadurch die Zahl der Verkehrstoten europaweit um 2000 zu senken.

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München, 13.07.12: Der ADAC hält die EU-Pläne zur Einführung einer jährlichen TÜV-Pflicht für ältere Pkws für Abzocke und vollkommen unnötig. In Deutschland, so der Autoclub, sei nur ein Prozent aller Unfälle auf technische Defekte zurückzuführen.

Eine Annahme, der der ADAC widerspricht. Nach einer neuen Studie der Technischen Universität Dresden habe der zeitliche Abstand zur letzten Hauptuntersuchung keinen Einfluss auf die Unfallhäufigkeit – egal, wie alt das Fahrzeug ist. Der Sicherheitsgewinn sei nur vorgeschoben, zumal Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegten, dass der Anteil an technisch verursachten Unfällen mit 0,6 % sehr niedrig ausfällt. ADAC-Sprecher Christian Buric: „Es wäre einfach nicht notwendig.“

Der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerke (ZDK), TÜV und Dekra sehen das anders. Man unterstütze schon lange die Forderung nach einer jährlichen Hauptuntersuchung für ältere Fahrzeuge, so ZDK-Sprecher Ulrich Köster. Schließlich sei die Schadenshäufigkeit und damit die Anzahl der Reparaturen sechs bis acht Jahre alter Pkw dreimal so hoch wie bei jüngeren Fahrzeugen. Vorsicht sei auch deshalb geboten, weil vor allem Fahranfänger oft mit älteren Autos unterwegs seien.

Das hohe Niveau erhalten

Auch TÜV und Dekra begrüßen die EU-Initiative, betonen aber zugleich, das hohe Niveau der Hauptuntersuchung (HU) in Deutschland bei der Fahrzeugüberwachung müsse erhalten bleiben. „Niedrigeren Mindestanforderungen, die auch hierzulande durch eine bindende EU-Regelung greifen würden, können wir nicht zustimmen“, so TÜV-Sprecher Klaus Brüggemann.

Michael Minholz und Manfred Pichl



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