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Landtag

Abgeordneter, männlich, um die 50 - im Landtag fehlt Frauenpower

20.07.2012 | 18:06 Uhr
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Weibliche Doppelspitze, aber ansonsten ist es um die Frauen in der nordrhein-westfälischen Landespolitik schlecht bestellt.

Düsseldorf.   Der typische Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag ist männlich und um die 50. Die Männer sind aber nicht nur im Parlament in der Überzahl, sondern auch in der Regierung. Ihr erstes Kabinett hatte Hannelore Kraft noch mit sechs Männern und sechs Frauen bestückt. Jetzt haben Frauen nur noch wenig zu melden.

Als Hannelore Kraft vor fast genau zwei Jahren zum ersten Mal ihr Regierungskabinett vorstellte, strebte sie nach Historischem. „Es wird“, sagte die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, „ein Kabinett geben, was genauso viele Männer wie Frauen hat.“ Stolz fügte sie hinzu: „Ich glaube, das ist das erste Mal in Deutschland der Fall.“

Nun, das erste Kabinett war schnell Geschichte, und im zweiten Anlauf ging es schon nicht mehr so ambitioniert zu. Mit der neuen Ressortverteilung kam ein 13. Ministerposten hinzu, und der fiel an einen Mann. Das ausgewogene Geschlechterverhältnis in der rot-grünen Landesregierung ist dahin. Trotz der weiblichen Doppelspitze war es nur eine Episode.

Insgesamt 70 Frauen

Auch im NRW-Landtag ist es um die Frauenpower schlecht bestellt. Der typische Abgeordnete ist männlich, um die 50. Der Anteil weiblicher Abgeordneter erreicht nicht einmal 30 Prozent. Das jedoch ist am wenigsten Rot-Grün anzulasten. Die regierungstragenden Fraktionen zählen noch die größten Frauenanteile in ihren Reihen. Bei CDU, FDP und Piraten dominieren die Männer deutlich.

Von den insgesamt 237 Landtagsabgeordneten sind 70 Frauen. Davon wiederum gehören allein 48 den Fraktionen von SPD und Grünen an, die es zusammen auf 80 Männer bringen. Für die CDU sitzen 15 Frauen und 52 Männer im Landtag, für die FDP vier Frauen und 18 Männer, für die Piraten drei Frauen und 17 Männer.

Dabei haben sich die Zahlen bei der arg geschrumpften CDU gegenüber dem vorherigen Landtag sogar leicht verbessert. Mit einem Anteil von 22,4 Prozent haben die Frauen in der Fraktion von zuvor 14, 9 Prozent aufgeholt.

Diese Minister regieren NRW - Das...

Die Grünen-Fraktion überschreitet beim Frauenanteil mit 51,7 Prozent als einzige die 50-Prozent-Marke; der Wert geht aber von zuvor 52,2 Prozent leicht zurück. Die SPD folgt mit 33,3 Prozent und verbessert sich von zuvor 28,4.

Die niedrigsten Werte haben FDP (18,2 Prozent) und Piraten (15 Prozent), für die eine Quote ein Fremdwort ist. Die Liberalen Frauen in NRW machen sich seit langem vergebens für eine entsprechende Messlatte stark. Die Piraten finden das ganze Thema unerquicklich.

Quorum oder Quote bieten aber keine Gewähr für eine angemessene Vertretung der Frauen. Die CDU unterschreitet ihr selbstgestecktes Ziel von einem Drittel, die SPD bleibt klar hinter ihrer 40-Prozent-Quote zurück.

Höchstes Durchschnittsalter bei CDU

Überraschendes fördert auch der Blick auf das Alter der Abgeordneten zutage. Der Altersdurchschnitt aller Abgeordneten im Landtag liegt bei 48 Jahren. Die älteste Fraktion ist die der CDU mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren gefolgt von der SPD-Fraktion mit 51 Jahren. Mit durchschnittlich 49 Jahren ist die Grünen-Fraktion etwas jünger. Die FDP-Abgeordneten sind im Schnitt 45 Jahre alt, und auch die Piraten sind mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren nicht mehr ganz so jung, wie man meint. Von den sieben jüngsten Abgeordneten, die bis 30 Jahre alt sind, gehören der SPD und der Piratenpartei je einer, den Grünen drei und der FDP zwei an.

Petra Kappe

Kommentare
22.07.2012
13:03
Abgeordneter, männlich, um die 50 - im Landtag fehlt Frauenpower
von Unverkennbar | #12

Wo ist der Unterschied, ob sich jetzt Männer oder Frauen von Lobbyisten "überzeugen" lassen?

22.07.2012
10:53
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Name von Moderation entfernt | #11

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22.07.2012
09:55
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Name von Moderation entfernt | #10

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21.07.2012
19:42
Abgeordneter, männlich, um die 50 - im Landtag fehlt Frauenpower
von Pucky2 | #9

Ob Männer oder Frauen sollte egal sein, jeder Abgeordnete ist für die gesamte Bevölkerung, ob Frau, ob Mann, verantwortlich.

21.07.2012
15:00
Im Landtag fehlt keine Frauenpower, sondern Kompetenz!
von AuroraBorealis | #8

Es ist egal, ob Politik gemacht wird von Personen die im wahrsten Sinne des Wortes "Eier in der Hose" haben oder nicht.
Stattdessen fehlt es an fachlicher Kompetenz. Ebenso so wichtig wie Kompetenz ist der Umstand, dass DAS VOLK entsprechende Vertreter dort vorzufinden hat, also Rentner, Arbeiter, Arbeitslose, Schwerstbehinderte, etc.
Schaut man sich nämlich die beruflichen Biografien der Politiker von Land und Bund an, so findet man dort leider unverhältnismäßig viele Rechtsanwälte, Beamte u. a. öffentlich Beschäftigte.
Egal, ob Mann oder Frau. Der Durchschnitt der Wähler muß entsprechende Vertreter in der Politik vorfinden. Ein reicher DGB-Gewerkschaftler, der für die SPD als Minister auserkoren worden ist, der kennt die Arbeitslosigkeit - die Langzeitarbeitslosigkeit doch nur aus den einseitig und für die Betroffenen nachteilig berichtenden Medien. Nicht anders ist zu erklären, dass vor Jahren schon Anweisung erfolgte, BSG-Entscheidungen zu den KdU(= 50 qm für Single) zu ignorieren.

21.07.2012
14:53
Und nun? Männer wiedermal Schuld dran?
von SoerenHL | #7

Der Weg war in NRW wohl nie freier - es sind keine "bösen Patriarchen" mehr an der Macht. Aber wo bleiben denn nun die ganzen hochmotivierten U50-Frauen, die jetzt endlich ungehindert in die Politik strömen und Ihren Vorbildern Kraft und Löhrmann nacheifern wollen?

Ist es nicht so, dass Politik eines von den Themen ist, bei dem viele Damen sehr gerne den Herren den Vortritt lassen (so wie beim Bergbau, auf Bohrinseln, im Hoch- und Tiefbau, bei Militäreinsätzen....)? Ist es nicht so, dass Sie die schwere Verantwortung unbqeueme Entscheidungen zu treffen oft nicht übernehmen wollen? Ist es nicht so, dass die Männer sich dann oft genug in der Praxis die Finger schmutzig machen dürfen und die Damen hinterher nobel und bequem die über alles erhabene, aber stets theoretisch bleibende Moralkeule schwingen möchten?

21.07.2012
13:04
Abgeordneter, männlich, um die 50 - im Landtag fehlt Frauenpower
von unwitz | #6

Das ist das ja Deprimierende an ungeraden Zahlen: Kabinette können nicht mehr "ausgewogen" besetzt werden.

Aber hätte sich Frau Kappe auch über eine Unausgewogenheit beschwert, wenn das 13. Ministerium mit einer Frau besetzt worden wäre?

21.07.2012
13:03
Abgeordneter, männlich, um die 50 - im Landtag fehlt Frauenpower
von Gothaur | #5

Ja und? Die jetzige Frauenpower an der Spitze reicht doch wohl, oder soll es noch schlimmer kommen?
Gruß

21.07.2012
12:53
"Jetzt haben Frauen nur noch wenig zu melden"
von ultron | #4

Sehe ich nicht so. Es kommt doch gar nicht darauf an, wie viele "Kerle" (wenn es denn wenigstens welche im Sinne des Wortes wären) im Kabinett sitzen - Tatsache ist, dass wir von "Muttis" regiert werden.

1 Antwort
Abgeordneter, männlich, um die 50 - im Landtag fehlt Frauenpower
von Pit01 | #4-1

#4
Ja und? was ist daran schlimm?

21.07.2012
12:50
Abgeordneter, männlich, um die 50 - im Landtag fehlt Frauenpower
von wohlzufrieden | #3

Wo ist der Unterschied, ob Chaoten, Stümper, Ja-Sager und Abnicker männlich oder weiblich sind?

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