86 Opfer rassistischer Gewalt beraten

Dortmund..  86 Opfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt hat die Beratungseinrichtung „BackUp“ im vergangenen Jahr in Westfalen unterstützt. Neben Fällen, die noch aus dem vergangenen Jahr weitergeführt werden, kamen 52 neue hinzu. „Die nackte Zahl sagt jedoch nichts darüber aus, wie viel Arbeit dahinter steckt“, sagte der Vorsitzende Hartmut Ander-Hoepgen. Häufig seien nicht nur einzelne Personen betroffen, sondern auch deren Familie, Freunde und eventuelle Zeugen des Vorfalls.

Mehr als 200 Opfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt hat „BackUp“ seit der Gründung im Jahr 2011 bei der Überwindung ihrer Traumatisierung begleitet. „Mehr als die Hälfte von ihnen ist von selbst auf uns zugekommen“, sagte Leiterin Katharina Kostusiak. Um auch andere Betroffene dazu zu ermutigen, stellte das Beratungsprojekt einen Erklärfilm vor, der in handgezeichneten, schwarz-weißen Comics beispielhaft Schicksale von Opfern vorstellt und zeigt, wie ihnen bei „BackUp“ geholfen werden kann. Neben der deutschen Fassung gibt es außerdem eine englische, eine türkische und Untertitel in mehreren Sprachen. Der Film soll über die sozialen Netzwerke verbreitet und in Programmkinos gezeigt werden.

Stadtgespräch zu Rechtsextremismus

Der WDR verlegte gestern seine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Was stoppt rechte Hetze“ aus Angst vor möglichen Protesten kurzfristig in ein Studio. Zu dem sogenannten Stadtgespräch im Dortmunder Rathaus waren 200 Gäste angemeldet, darunter zwei Vertreter der rechtsextremen Partei „Die Rechte“. Da in den vergangenen Tagen Rechte und Linke bei Protesten von syrischen Flüchtlingen gegen die lange Bearbeitung von Asylanträgen aneinandergeraten waren, schloss der WDR die Öffentlichkeit aus Sicherheitsgründen aus.