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Extremismus

43 Tote und über 500 Verletzte bei Anschlag vor Moscheen im Libanon

23.08.2013 | 18:35 Uhr
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Spuren der Verwüstung nach der Detonation einer Bombe vor einer sunnitischen Moschee in Tripoli.
Spuren der Verwüstung nach der Detonation einer Bombe vor einer sunnitischen Moschee in Tripoli.Foto: Adel Karroum/dpa

Beirut (dpa) - Terroristen haben vor sunnitischen Moscheen in der libanesischen Stadt Tripoli nach Polizeiangaben 43 Menschen getötet. Sie starben durch zwei Bomben, die kurz hintereinander detonierten, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet auf die Straße traten.

Der Leiter des Roten Kreuzes im Libanon, George Kettane, sagte, zudem seien mehr als 500 Menschen verletzt worden. Es war der zweite große Terroranschlag im Libanon binnen zwei Wochen.

Am 15. August waren bei der Explosion einer Autobombe in einer Hochburg der schiitischen Hisbollah-Bewegung in einem Vorort Beiruts 24 Menschen ums Leben gekommen. Die Hisbollah hatte nach dem Anschlag Rache geschworen. Mit den Bombenanschlägen in Tripolis hat sie jedoch zumindest nach eigener Darstellung nichts zu tun. Die Hisbollah verurteilte die Gewalt in der nördlichen Stadt und erklärte: «Es gibt einen kriminellen Plan, mit dem Ziel, Unfrieden unter den Libanesen zu säen.» Radikale Sunnitenorganisationen schworen, ihre Gebiete fortan «mit eigenen Mitteln zu schützen».

Die erste Explosion ereignete sich vor der Al-Takwa-Moschee im Stadtteil Al-Zahirija. Der Imam der Moschee, Salem al-Rifai, ist dafür bekannt, dass er in seinen Predigten das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad attackiert. Die zweite Bombe detonierte wenige Minuten später vor der Salam-Moschee im Stadtteil Al-Mina.

Der Bürgerkrieg im benachbarten Syrien hat die Spannungen zwischen den Parteien der Sunniten und der Hisbollah in den vergangenen Monaten verschärft. Die Hisbollah kämpft in Syrien auf der Seite des Assad-Regimes. Die meisten libanesischen Sunniten sympathisieren dagegen mit den Rebellen, die sich zum Teil auch mit Waffen und humanitärer Hilfe unterstützen.

Der Parlamentsabgeordnete Chalid al-Daher sagte nach Angaben libanesischer Medien: «Ich will nicht ausschließen, dass das syrische Regime an diesem Verbrechen beteiligt ist, in der Absicht, dass damit die Massaker in Syrien nicht mehr so stark im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.» Präsident Michel Suleiman erklärte, das Blutbad in Tripolis diene nur denjenigen, die Spannungen schüren wollten. Er rief die Libanesen auf, sich gemeinsam gegen die «Verschwörungen der Feinde von Frieden und Stabilität» zu stellen.

Erst am Donnerstag waren vom Süden des Libanons aus vier Raketen auf Israel abgefeuert worden. Israel bombardierte daraufhin am Freitag ein Lager der mit Assad verbündeten Volksfront für die Befreiung Palästinas/Generalkommando (PFLP-GC) südlich von Beirut.

(dpa)

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2013-08-23 18:35
Extremismus, Libanon
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