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40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder

26.03.2012 | 15:26 Uhr
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
Für ehemalige DDR-Heimkinder wird ein Fonds über 40 Millionen Euro eingerichtet. Mit dem Geld sollen beispielsweise Medizin- und Pflegeleistungen finanziert werden. Foto: dapd

Erfurt.   Zur Entschädigung von DDR-Heimkinder wird ein Fonds über 40 Millionen Euro eingerichtet. Darauf hätten sich Bund und ostdeutsche Länder geeinigt, gab Thüringens Sozialministerin Heike Taubert bekannt. Anträge können ab Juli von den Betroffenen gestellt werden.

Der Bund und die ostdeutschen Länder haben sich auf Eckpunkte zur Entschädigung von DDR-Heimkindern verständigt. Dazu werde ein Fonds über 40 Millionen Euro eingerichtet, sagte Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) am Mittwoch in Erfurt. Dieser werde je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert und habe eine Laufzeit von fünf Jahren. Auf Thüringen entfallen knapp 3,3 Millionen Euro. Anträge können ab Juli gestellt werden.

Mit dem Geld sollen beispielsweise Medizin- und Pflegeleistungen finanziert werden. Dazu zählten etwa die psychologische Betreuung erlittener Traumatisierungen, aber auch erforderliche Behandlungen, etwa durch Vernachlässigungen der Zahngesundheit. Zudem können Heimbewohner Einmalzahlungen für ihre damalige Arbeitsleistung erhalten. Damit sollen die oftmals nicht gezahlten Sozialbeiträge abgegolten werden.

Beratung für Betroffene soll ausgebaut werden

In den Fonds soll je nach Bedarf jährlich eingezahlt werden. Eine der Schwierigkeiten in den Verhandlungen sei es etwa gewesen, sich auf die Ausstattung zu einigen, da anderes als beim Fonds für westdeutsche Heimkinder die Kirchen nach gegenwärtigem Stand nicht einzahlen werden, sagte Taubert.

In Thüringen soll zudem die Beratung für Betroffene ausgebaut werden. Derzeit sei dafür eine Stelle bei der Caritas eingeplant. Künftig sollen es drei sein. Taubert betonte, es sei wichtig, die Beratungsstellen unabhängig von den Anlaufstellen für SED-Opfer zu führen. Als erstes Bundesland hatte Thüringen Taubert zufolge im März 2010 eine entsprechende Stelle eingerichtet. Inzwischen hätten sich dort mehr als 500 Betroffene aus allen neuen Ländern gemeldet.

Etwa eine halbe Millionen DDR-Heimkinder

Taubert schätzte die Zahl der DDR-Heimkinder auf etwa 500.000. Allerdings werden nicht alle einen Antrag auf Zahlung stellen. Wegen der vielfach fehlenden Akten sei die Zahl der Kinderheime in der DDR nicht mehr vollständig zu ermitteln. Allein für Thüringen rechnet Taubert mit mindestens zehn sogenannten Jugendwerkhöfen für besonders auffällige 14- bis 18-jährige Jugendliche.

Am Montag soll in Berlin eine Studie zur Heimerziehung in der DDR vorgestellt werden. Sie beleuchtet die Struktur, das Heimsystem sowie die Erziehungspraxis. Dabei machte Taubert deutlich, dass es nicht in allen DDR-Heimen Unrecht gegeben habe. (dapd)



Kommentare
17.07.2012
21:56
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von katimatthecka | #11

Ich war zwar nur 2 Jahre in einem Jugendwerkhof aber der war die Hölle. eingeschlossen in einer Zelle wenn man nicht so wollte wie der Erzieher es gerne hätte, Ausgang nur in Begleitung eines Erziehers und das auch nur einmal in der Woche, zur arbeit und zurück auch nur in Begleitung. Wenn ich mir jetzt das Bildmaterial der jetzigen Einrichtung anschaue, bin ich echt beeindruckt. Keinen Bretterzaun mehr und auch das das Tor jetzt offen ist. gabs zu meiner Zeit nicht. Und mit 5,00 Ostmark sind wir auch nicht weit gekommen.Auch der Name macht jetzt was her Rolandmühle nicht Jugendwerkhof " Neues Leben" in Burg bei Magdeburg

05.07.2012
11:46
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von Realist1968 | #10

Irgendwie haben ja alle recht, das Geld soll nun 20 Jahre nach dem Mauerfall eine Entschädigung sein. Aber jeder der ein eigenes Zuhause und Eltern hatte, weiss doch am besten, das es keine Entschädigung für die eigene Familie geben kann. Da ist es uniterresant, wer den Kindern was und aus welchen beweggründen, ob Ost oder West, angetan hat. Eine Wiedergutmachung kann das auf keinen Fall sein. Viele dieser ehemaligen Heimkinder haben ihr lebenlang ein Trauma, das kann man mit Geld nicht wegkaufen.Viele dieser Menschen haben Probleme, in der heutigen Gesellschaft, ihren Platz zufinden.Da kann eine Entschädigung für versäumte medizinische Behandlung und nicht gezahlte Sozialleistungen bzw. psychologische Betreuung nach so langer Zeit, nichts bewegen. Ich lebe mit solch einer Frau zusammen, sie war DDR Heimkind und ist Alkoholikerin.

22.04.2012
10:40
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von Flatti501 | #9

Antwort auf Kommentar von laempestroeter:Wenn du keine Ahnug hast,dann schreib nicht so einen ******,du hast anscheinend gar keine Ahnung was in der DDR so alles hinter verschlossenen Türen abging,man sollte sich informieren,bevor man seinen Kommentar abgibt!!!

02.04.2012
17:46
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von helmutjacob | #8

Schade, dass so eine seriöse Zeitung wie "der Westen" nicht bestimmte Begriffe recherchiert und analysiert und statt dessen die Fehler anderer immer schlechter werdender Journalisten nachschreibt.
Entschädigung
Eine Entschädigung ist eine Leistung, insbesondere eine Geldleistung, die zum Ausgleich erlittener Nachteile oder Einschränkungen geleistet wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Entsch%C3%A4digung
Und genau darum geht es den Opfern: Opferrente von monatlich 300 Euro.

30.03.2012
03:25
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder - eine Mogelpackung!
von MartinMitchell | #7

Ich, Martin MITCHELL, Jg. 1946, ein ehemaliges Heimkind-WEST (ansässig in Australien seit dem 23.03.1964) schließe mich diesbezüglich den Aussagen des Erziehungswissenschaftlers Prof. Dr. Manfred Kappeler an, der in einem diesbetreffenden Interview im MDR-aktuell am 27.03.2012 bezüglich (a.) dem 120 Millionen »Hilfsfonds Heimerziehung-WEST« und (b.) dem 40 Millionen »Hilfsfonds Heimerziehung-OST« sagte: „das ist einer der Versuche der heute Verantwortlichen für das was damals geschah sich einer wirklich umfassenden Wiedergutmachung zu entziehen und Entschädigungsleistungen vorzuenthalten, weil die für die Kinder aus den westdeutschen Heimen bewilligten 120 Millionen und die 40 die jetzt für die ehemalige DDR bewillgt werden natürlich meilenweit entfernt von einer wirklichen Entschädigung sind und auch keine angemessene Rehabilitierung bedeuten.“
QUELLE: http://www.mdr.de/nachrichten/heimkinder120.html und die dazugehörige Audio-Aufzeichnung des Interviews.

28.03.2012
21:44
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von kuno1103 | #6

nicht nur die ost heimkinder bekommen entschädigung auch die im westen im heim waren einfach mal bei googel schauen und zur frage warum; ich weiß nicht wie manche es finden würden wenn sie mal nicht so wollten wie der heimerzieher wollte für ein paar stunden in einen dunkelen raum gesperrt wird oder wenn mann nicht das essen wollte was auf den tisch kam und dann wieder in einen dunkelen raum kam und so lange da bleiben mußte bis der teller leer war das nur zwei beispiele ich war in der ehemaligen ddr im heim und weiß bis heute nicht warum vielleicht lag es daran das meine leistungen in der schule nicht ausreichend waren selbst meine eltern wußten nicht warum das jugendamt war halt der bestimmer mir geht der hut hoch wenn ich lese wieder einmal der osten leute über 20 jahre ist das her und immer noch gibt es ost und west wie lange noch

1 Antwort
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von hajo1951 | #6-1

Ich selber habe mit erleben müßen wie es ist als Kind in einen Kellerverließ eingespert zu werden. Habe heute immer noch damit zu Kämpfen wenn ich in diesen muß ob wohl ich Baujahr 51 bin, haqb e Schläge vom Heimleiter bekommen weil ich der Ausreißerkönig gewesen bin kein noch so kleines Loch das ich fand nutzte ich zur Flucht aus diesen Heimen egal ob es in Türingen gewesen ist oder in der nähe von Leipzig oder auch in Eden u.s.w. endlich mit 14 Jahren kam ich raus aus dieser Mühle die mein ganzes Leben in mir rumort. Es graut mich wenn ich darann zurück denke was alles gewesen ist. Auf mein linken ohr höre ich etwas schlecht nach demich eine Ohrfeige von einen Erzieher bekam. Das war nur das kleinste Übel wegen meiner Behinderung wurde ich andauernd gehänselt u.s.w....... Ich muß auf hören zu schrfeiben mir laufen die Tränen schon wieder übers Gesicht. Habe versucht es zu verarbeiten mit nichten sofern ich daran denke zittern mir die Hände und zum schluß der ganze Körper . Lg HJW

27.03.2012
13:44
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von wohlzufrieden | #5

Für Kinder spenden Christliche Regierungen gerne. So unter Kohl zum Beispiel für die Colonia Dignidad...

27.03.2012
09:27
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von B.Schmitz | #4

Und wieder einmal mehr verschwinden unsere Gelder in den Osten. Ich frage mich, mit welchem Recht die eine Entschädigung erhalten.

1 Antwort
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von billgehts | #4-1

Da sieht man wieder einmal die Dummheit der ehemals Westdeutschen, deren Meinung durch die Medien geprägt sind. Die Westheimkinder haben einen Hilfsfond von 120 Mio. wovon 20 Mio. für die Umsetzung verschwendet werden sollen. Entschädigung ist auch das völlig falsche Wort, da keiner, ob Ost ob West eine Entschädigungszahlung in Bar erhalten wird. Welches Heimkind mit Folgeschäden brauch aus diesem Fond Gelder für Psychologen, die seine Krankenkasse schon zahlt. Und wie viele davon benötigen z.B. ein Behindertengerechtes Bad? Dieser Fond von jetzt 160 Mio. ist eine riesengroße Mogelpackung zurechtgemacht für das gemeine Volk. Dieser Fond wird nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Denn, keine Nachfrage keine Ausgaben. Mit Entschädigung hat das rein garnichts zu tun. Erst wenn man alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat kann man etwas beantragen. Vorraussetzung ist eine Verzichtserklärung auf weitere in der Zukunft mögliche "Entschädigungszahlungen". Nur Dumpfbacken überall unterwegs...

26.03.2012
21:46
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von Kompaktor | #3

Warum ?

26.03.2012
18:59
40 Millionen Euro Entschädigung für DDR-Heimkinder
von Papinho | #2

Manchmal ist es besser garnichts zu schreiben...

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