40 gefährliche Islamisten in NRW

An Rhein und Ruhr..  Das Gefährdungsrisiko durch islamistische Terroristen in Deutschland und NRW ist nach Einschätzung von Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) „sehr viel konkreter geworden“. Nach den Anschlägen in Paris könnten neue Attentate nicht ausgeschlossen werden. Es gebe allerdings bisher keine Hinweise auf Anschlagspläne in NRW. Jäger sieht die größten Gefahren durch Rückkehrer aus Syrien. Neben einer Gruppe desillusionierter Rückkehrer gebe es einen radikalisierten Teil potenzieller Gefährder, der an Waffen und Sprengstoff ausgebildet sei. Jäger geht von 40 gewaltbereiten Rückkehrern aus Syrien in NRW aus.

Mehrere ausländische Geheimdienste haben derweil die deutschen Sicherheitsbehörden nach „Spiegel“-Informationen vor Terroranschlägen gewarnt. Die Hauptbahnhöfe von Berlin und Dresden könnten mutmaßliche Anschlagsziele sein, hieß es.

Wie gestern bekannt wurde, hatte die in Belgien ausgehobene Terrorzelle vor, mit schweren Waffen und Sprengstoff einen größeren Anschlag auf die Polizei zu begehen. Neben zwei am Donnerstagabend bei dem Anti-Terroreinsatz getöteten Männern gehörten mindestens 13 Verdächtige zu der Terrorzelle, teilte die Staatsanwaltschaft gestern in Brüssel mit. Mehrere Mitglieder seien im Syrienkrieg gewesen.

Haftbefehlerlassen

Einsatzkräfte hatten im ostbelgischen Verviers zwei Männer getötet, ein anderer wurde festgenommen. Insgesamt nahmen die Beamten in Verviers, Brüssel und Umgebung 13 Personen fest. Zwei Verdächtige wurden in Frankreich gefasst. Der Staatsanwalt sprach von zwölf Hausdurchsuchungen. Belgien war gestern im Alarmzustand. Polizeiwachen wurden verbarrikadiert, Polizisten angewiesen, nicht mehr alleine auf Streife zu gehen. Die jüdischen Schulen in Brüssel und Antwerpen blieben geschlossen.

Gegen einen in Wolfsburg unter Terrorverdacht festgenommenen Syrien-Heimkehrer hat der Bundesgerichtshof unterdessen Haftbefehl erlassen. Der 26-Jährige habe sich den Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Während seines dreimonatigen Aufenthalts soll er eine Kampfausbildung durchlaufen haben.