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330 Kilo Heroin aus Iran in Essen beschlagnahmt

09.10.2014 | 18:14 Uhr
330 Kilo Heroin aus Iran in Essen beschlagnahmt
Nach mehrmonatigen Ermittlungen haben Ermittler des Bundeskriminalamtes unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Essen 330 Kilogramm Heroin sichergestellt.Foto: ANC

Essen.  In Essen haben Fahnder 330 Kilo Heroin sichergestellt, die größte je beschlagnahmte Einzelmenge dieser Droge in Deutschland seit Jahrzehnten.

Bundeskriminalamt (BKA) und Fahnder aus dem Ruhrgebiet haben dem internationalen Drogenhandel einen schweren Schlag verpasst. Nach einem Hinweis aus den Niederlanden und monatelangen Ermittlungen stellten sie in einem iranischen Gemüse-Sattelschlepper in Essen 330 Kilo hochwirksames Heroin sicher. Der Straßenverkaufswert: 50 Millionen Euro. Es ist die größte je beschlagnahmte Einzelmenge dieser Droge in Deutschland seit Jahrzehnten.

Damit wird der Ruf der Rhein-Ruhr-Region als eine der Drehscheiben des internationalen Drogenhandels bestätigt. In den letzten Jahren wurden schon im niederrheinischen Kleve 121 Kilo und in Herne 90 Kilo entdeckt.

Doch heute spricht BKA-Chef Jörg Ziercke von einem „besonderen Ermittlungserfolg“. Die illegale Ware, die zwischen einer 23-Tonnen-Ladung von Gläsern mit eingelegten Gurken und Knoblauchkisten verstaut war, hätte nach einem Weiterverkauf für 1,3 Millionen Portionen gereicht.

Gleichzeitig nahmen die Fahnder unter der Regie der Essener Staatsanwaltschaft bereits Ende September zwei Syrer fest. Der Verdacht: Die Brüder, 30 und 35 Jahre alt, haben seit Jahren große Mengen Heroin in Gemüselieferungen versteckt nach Westeuropa geschmuggelt.

Die Verdächtigen, die in Untersuchungshaft sitzen, haben nach den bisherigen Erkenntnissen in Essen und Köln Im- und Exportfirmen als Tarnung betrieben. „Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen“, sagte die Essener Oberstaatsanwältin Anette Milk der WAZ. Es werde insgesamt gegen eine syrisch-irakische Tätergruppe ermittelt, also gegen weitere Verdächtige. In diesem Zusammenhang wurde bereits ein Niederländer, der in Belgien wohnt, festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.

Die riesige Drogenmenge – sie ist weit größer als die Gesamtsicherstellungsmenge von Heroin 2013 – war wohl nicht direkt für den Verkauf in Deutschland bestimmt, sondern sollte in die Niederlande und nach Belgien durchgeschleust werden. In Ermittlerkreisen heißt es, die festgenommenen Drogendealer seien „schlicht Kriminelle“. Bei dem aufgeflogenen Handel gebe es keinen Hinweis auf Terrorfinanzierung.

Dietmar Seher

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2014-10-09 18:14
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