Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Hungerstreik

30.000 Häftlinge gehen in Kalifornien in den Hungerstreik

10.07.2013 | 17:01 Uhr
30.000 Häftlinge gehen in Kalifornien in den Hungerstreik
Die Häftlinge fordern mit ihrem Hungerstreik ein Ende der Isolationshaft, Zugang zu Tageslicht, gesünderes Essen und bessere medizinische Versorgung.Foto: rtr

San Francisco.   Rund 30.000 Gefangene sind in Kalifornien in einen Hungerstreik gegangen. Die Häftlinge fordern vor allem ein Ende der Isolationshaft. Im vorigen Herbst kritisierte bereits die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Zustände in kalifornischen Gefängnissen scharf.

Mit einem Hungerstreik protestieren Zehntausende Häftlinge in Kalifornien gegen inhumane Haftbedingungen. Nach Mitteilung der Solidaritätsgruppe "Prisoner Hunger Strike Solidarity" (PHSS) richtet sich die Aktion der Gefangenen vor allem gegen die Unterbringung von Sträflingen in Isolationszellen. Eine Sprecherin der kalifornischen Gefängnisverwaltung (CDCR) teilte mit, am Montag hätten 30.000 Häftlinge das Essen verweigert, am Dienstag sei die Zahl auf 29.000 gesunken. Derzeit sitzen 132.000 Menschen in 33 Haftanstalten des Westküstenstaates ein.

Der Protest geht von Insassen des Hochsicherheitsgefängnisses Pelican Bay in Nordkalifornien aus. Häftlinge verlangen unter anderem ein Ende der Isolationshaft, Zugang zu Tageslicht, gesünderes Essen und eine bessere medizinische Versorgung. CDCR-Sprecherin Terry Thornton betonte, dass die Behörde erst dann von einem Hungerstreik spricht, wenn die Insassen neun Mahlzeiten hintereinander auslassen würden.

Amnesty International spricht von "erniedrigenden und unmenschlichen" Haftbedingungen

Bereits 2011 waren Tausende Häftlinge wochenlang in einen Hungerstreik getreten. Die Gefängnisverwaltung sei damals auf Forderungen der Insassen eingegangen, sagte Sprecherin Thornton am Dienstag. Vertreter der Häftlinge bestreiten jedoch, dass die Haftbedingungen verbessert wurden.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International übte im vorigen Herbst scharfe Kritik an den Zuständen in kalifornischen Haftanstalten. Dreitausend Häftlinge in Isolationszellen seien "grausamen, erniedrigenden und unmenschlichen" Bedingungen ausgesetzt, hieß es in einem Bericht. Insassen verbrächten viele Jahre oder sogar Jahrzehnte in extremer Isolierung ohne frische Luft und natürliches Licht. Es gebe kaum Zugang zu Arbeit, Bildung, Rehabilitationsprogrammen und anderen Menschen. Amnesty zufolge sind viele der Insassen schon wegen kleinerer Vergehen oder Aufbegehrens in Isolationszellen. Isolierhaft gelte damit nicht nur nur für besonders gefährliche Verbrecher oder in extremen Situationen. (dpa)



Kommentare
10.07.2013
21:41
30.000 Häftlinge gehen in Kalifornien in den Hungerstreik
von fogfog | #2

Da sieht man welch grosse Demokratie die USA sind. Bespitzelung ist eine weiter Spezialität.

10.07.2013
20:43
30.000 Häftlinge gehen in Kalifornien in den Hungerstreik
von Metalette | #1

Diese Art und Weise Menschen zu bestrafen (Isolation,militärischer Drill,übertriebene"Sicherheitsmassnahmen") ist ein Armutszeugnis...

Aus dem Ressort
EU gibt russischen Truppen eine Woche Zeit zum Rückzug
Sanktionen
Die EU gibt Russland eine Woche Zeit, um sich aus der Ostukraine zurückzuziehen. Die EU-Kommission soll verschärfte Sanktionen vorbereiten, sollte Moskau bis dahin nicht einlenken. Unterdessen haben prorussische Separatisten in Donetzk 223 ukrainische Soldaten freigelassen.
72 UN-Soldaten auf dem Golan bei Kämpfen gegen IS befreit
IS-Miliz
72 der auf dem Golan eingeschlossenen UN-Soldaten sind befreit - aber 44 noch in Gefangenschaft syrischer Extremisten. Im Irak starten Truppen eine Offensive gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat. Allein in der vergangenen Wochen sollen die IS-Milizen 300 jesidische Frauen verschleppt haben.
Handy-Ortung nur noch bei ausdrücklicher Einwilligung
Datenschutz
Verbraucher sollen besser vor ungewollter Nutzung ihrer Daten geschützt werden. Das hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) angekündigt.
Chinas Volkskongress erlaubt keine freien Wahlen in Hongkong
Demokratie
Kalte Dusche für prodemokratische Aktivisten in Hongkong und Macao. Die kommunistische Führung in Peking behält die Kontrolle über die Auswahl ihrer künftigen Regierungschefs. In einem umstrittenen Votum wurde der Regierungschef in Macao bestätigt. Eine Protestwelle droht.
Deutschland entscheidet über Waffenlieferung an Kurden
Konflikte
Die Bundesregierung entscheidet heute über die umstrittene Lieferung deutscher Waffen an die Kurden im Nordirak.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?