2000 Mädchen und Frauen von Boko Haram entführt

Abuja..  Zahlreiche von der Terrorgruppe Boko Haram entführte Mädchen und Frauen werden nach Angaben von Amnesty International als Sexsklavinnen gehalten. Seit Anfang 2014 seien mindestens 2000 Zivilistinnen in Nigeria entführt worden, beklagt die Menschenrechtsorganisation in einem Bericht, der am Dienstag weltweit veröffentlicht wurde. Auch junge Männer würden entführt und gezwungen, sich an Angriffen der Terrorgruppe zu beteiligen. Unicef zufolge sind bereits 800 000 Kinder auf der Flucht vor der Gewalt im Nordosten Nigerias. Die Zahl habe sich innerhalb eines Jahres verdoppelt.

Mädchen zwangsverheiratet

Die Berichte von Amnesty und Unicef kamen genau ein Jahr nach der Entführung von 219 überwiegend christlichen Schülerinnen aus dem Ort Chibok durch Boko Haram. Sie wurden bislang nicht gefunden. Einer Augenzeugin zufolge wurden die meisten Mädchen gezwungen, zum Islam überzutreten und zwangsverheiratet. Sie habe die Mädchen Ende 2014 in einer Koran-Schule in der nordöstlichen Stadt Gwoza getroffen, sagte Liatu Andrawus der Deutschen Presse-Agentur. Die 23-jährige war nach eigenen Angaben selbst mehrere Monate in der Gewalt der Islamisten und musste einen der sunnitischen Kämpfer heiraten. Später gelang ihr die Flucht.

Der drastische Amnesty-Bericht basiert auf Interviews mit knapp 200 Augenzeugen, darunter auch 28 Frauen und Mädchen, die zeitweise in der Gewalt von Boko Haram waren. Die 19-jährige Aisha schilderte darin etwa, wie sie während ihrer dreimonatigen Gefangenschaft immer wieder vergewaltigt wurde, teils von bis zu sechs Männern.

Boko Haram will einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts errichten. Bewohner von eingenommenen Dörfern und Städten, die sich den strikten Regeln verweigern, werden hart bestraft. Augenzeugen berichteten auch von Steinigungen. Der 15-jährige Mustapha Saleh schildert, wie er an der öffentlichen Steinigung von fünf Männern und fünf Frauen teilnehmen musste. „Sie haben die Anwohner herbeigerufen und ihnen das Steinigen befohlen“, wird er zitiert.

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